Freitag, 2. Dezember 2016

Eine Frage der Wahrnehmung

Ich will nicht den Begriff "Achtsamkeit" bemühen, der so alt ist wie die buddhistische Lehre, aber in jüngster Zeit geradezu inflationär gebraucht wird, um einmal mehr deutlich zu machen, worum es uns in diesem Blog (unter anderem) geht, nämlich darum, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, in der die Menschen nur ein Teil des Ganzen sind. Deshalb lenken wir in unseren Blogbeiträgen den Blick immer wieder auf die kleine, faszinierende Welt links und rechts des Wegesrandes. Wer sich auf die Umwelt einlässt und mit offenen Augen unterwegs und in Gedanken nicht woanders ist, entdeckt jeden Tag etwas Neues, Interessantes und Faszinierendes. Zum Beispiel diese Baumgruppe, die ich vor wenigen Tagen am Rand des Ochsenmoores fotografiert habe:

Nichts Besonderes und doch faszinierend: Baum-Ensemble am Wegesrand. Mit den beiden Eichen an den Seiten wirkt die dreistämmige Birke wie eingerahmt.  
Eine dreistämmige Birke, links und rechts flankiert von jeweils einer Eiche – ist das nicht eine schöne, harmonische "Komposition"?! Mich hat sie begeistert, vor allem im warmen Licht der tief stehenden Sonne. Ist das eigene Wahrnehmungsvermögen schlecht entwickelt oder verkümmert, wird man solche kleinen, eigentlich unscheinbaren Entdeckungen gar nicht machen. Es lohnt sich also, das Wahrnehmungsvermögen zu schärfen. Achtsamkeitsübungen können dabei helfen. Man muss ja nicht gleich ein Seminar besuchen. 

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Obst ist kein Ersatz für Gemüse

Für eine schnelle Gemüsemahlzeit darf es auch gerne
einmal 
Tiefkühlgemüse sein. "Aufpeppen" lässt es sich
durch 
frische Zutaten wie in diesem Fall durch ein Bund
Frühlingszwiebeln, die in Ringe geschnitten in die
Gemüse
pfanne gegeben wurden. 
In der "Welt" von vorgestern las ich heute – ich komme nicht immer dazu, alles Interessantes aus drei Tageszeitungen gleich am Erscheinungstag zu lesen – ein bemerkenswertes Interview. Professor Dr. Andreas Pfeiffer, Endokrinologe und Ernährungsmediziner an der Charité Berlin, wurde zum Ernährungsverhalten der Deutschen befragt. Anlass war eine OECD-Studie, der zufolge die Deutschen beim Gemüsekonsum in der EU ganz weit hinten liegen. Nur in Rumänien und den Niederlanden essen noch weniger Menschen täglich Gemüse. Spitzenreiter in Europa sind beim Gemüseverzehr die Griechen, Italiener, Kroaten, Slowenen, Belgier, Briten und Iren. Dass in England doppelt so viele Menschen täglich Gemüse essen wie in Deutschland, hätte ich, ehrlich gesagt, nicht gedacht, gilt doch die englische Küche nicht unbedingt als die beste.
Ich will hier nicht das ganze Interview nacherzählen, denn es enthält vieles, was längst allgemein bekannt ist, zum Beispiel dass die Deutschen zu viel Brot und Nudeln essen (der übermäßige Fleischkonsum wurde in dem Interview nicht thematisiert). Aber eine Aussage des Ernährungsmediziners sollte an dieser Stelle nicht verschwiegen werden: Obst ist kein Ersatz für Gemüse! Bei Obst sollten wir wegen des hohen Fruchtzucker-Anteils zurückhaltender sein.
Mit dem Smoothie-Boom ist der Obstkonsum hierzulande gestiegen, aber wirklich gesund sind nur die grünen Smoothies, die einen hohen Gemüseanteil haben. Im Winterhalbjahr bieten sich dafür zum Beispiel Grünkohl und Feldsalat an. Reine Obstsmoothies sind dagegen wahre Zuckerbomben.

Mittwoch, 30. November 2016

Bonsai-Weihnachtsbaum

Der eine Baum geht, der andere kommt: Eine kleine Fichte steht auf einem Baumstumpf.
Sieht sie nicht aus wie ein Bonsai-Weihnachtsbaum, die kleine Fichte? Das Besondere an ihr ist, dass sie erhöht auf einem Baumstumpf steht, buchstäblich aus diesem herauswächst. Ein schönes Symbol für den Kreislauf des Lebens und ein Hingucker obendrein. Würde sie nicht auf dem Baumstumpf thronen, hätte ich sie wahrscheinlich gar nicht beachtet, denn junge Fichten in ihrer Größe gibt es viele am Waldrand. Aber nur diese eine erhebt sich selbstbewusst aus der Masse.

Dienstag, 29. November 2016

Wer zu spät kommt, sieht keine Sonne mehr

Eigentlich hätte ich heute gar nicht zum Einkaufen fahren müssen, doch nachdem ich im Radio die Wettervorhersage gehört hatte, die für morgen Schneeregen und Sturmböen ankündigte, schwang ich mich am Nachmittag kurzentschlossen aufs Fahrrad und machte mich auf den Weg in den fünf Kilometer entfernten Hauptort unserer Samtgemeinde. Liebe Sonne und Kälte als Schmuddelwetter! Auf dem Hinweg hatte ich die Sonne im Rücken – und freute mich schon auf den Rückweg. Aber als ich aus dem Supermarkt kam, war die Sonne schon untergegangen und es wurde bereits dunkel. Wer hatte an der Uhr gedreht, war es wirklich schon so spät? Ich guckte erst aufs iPhone-Display, das mir 16:05 Uhr anzeigte, und dann auf den Himmel, wo der glutrote Sonnenball gerade hinter dem Waldrand verschwand. Da hatte ich mich wohl wieder einmal verrechnet, hätte lieber eine halbe Stunde früher zum Einkaufen starten sollen. Immerhin konnte ich mich auf der Rückfahrt mit einem schönen Himmelsaquarell trösten, das aussah wie das Werk eines genialen Malers, der nur wenige, schnelle Pinselstrichen benötigt, um auf großer Leinwand ein Bild zu erschaffen, das den Betrachter geradezu überwältigt.
Aber nicht nur der Blick zum Himmel lohnte sich. Am Boden breitete sich Nebel aus. Wie ein Wolkenteppich schwebte dieser vor der vom letzten Tageslicht spärlich beleuchteten Scherenschnitt-Szenerie.

Um 16:21 Uhr, exakt eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang, wirkte der Himmel heute wie von Künstlerhand gemalt. Am Boden waberte derweil Nebel.

Montag, 28. November 2016

Über Nacht versilbert

Das braune, welke Laub ist über Nacht "versilbert" worden.
Wie schön doch welkes Laub sein kann! Gut, dass wir es noch nicht zusammengeharkt haben. Nachdem es in der Nacht knackig kalt war, sah das Laub gegen Morgen aus, als wäre es mit Zucker bestreut worden. Die Eiskristalle haben die Blätter in kleine, silbrig glänzende Kunstwerke der Natur verwandelt. Und wenn wir darüber laufen, raschelt es nicht mehr, sondern es knirscht.

"Frozen maple leaf" nenne ich dieses kleine Kunstwerk der Natur.



Sonntag, 27. November 2016

Schöner Überfall der maskierten Kaltfront

"Goldene" Lärche vor tiefblauem Himmel – so schön
kann der November sein!
Ehrlich gesagt, was eine "maskierte Kaltfront" ist, wussten wir bislang nicht, auch vom "skandinavischen Föhn" hatten wir noch nie gehört. Weil der "Wettermann" im Fernsehen bislang nie Werbung gemacht hat, kann es sich kaum um ein im hohen Norden hergestelltes Elektrogerät handeln, so viel war klar. Wenig später lieferte er die Erklärung: Wenn polare Kaltluft über die skandinavischen Gebirge zieht, sinkt sie an der abgewandten Seite in die Tiefe, trocknet dabei und setzt einen vorübergehenden warmen Luftstrom in Gang, schiebt Wolken einfach beiseite.
So dröge sind die reinen Fakten, die uns heute einen wunderschönen Tag beschert haben. Die "maskierte Kaltfront" ließ die Sonne den ganzen Tag scheinen und der Himmel leuchtete in strahlendem Blau. Vor diesem Hintergrund sahen die letzten Herbstblätter an den Bäumen besonders orange aus, wirkten die Lerchen mit ihren gelben Nadeln wie Fackeln im Wald.
Die Hunde freuten sich auch, weil diese sonntägliche Wandertour besonders lang war – wir wollten gar nicht so recht nach Hause zurück ...
Bei so herrlichem Wetter hätten wir eigentlich mit mehr Sonntagsspaziergängern gerechnet, aber außer einem Radfahrer, zwei Forstleuten und einem älteren Ehepaar trafen wir niemanden. Wahrscheinlich habe all die anderen den ersten Glühwein auf irgendeinem Weihnachtsmarkt getrunken – uns soll‘s recht sein!

Bei dem phantastischen Novemberwetter konnten wir heute den weiten Blick vom Hässelberg übers Ochsenmoor genießen.

Samstag, 26. November 2016

Wie in Watte gepackt

Wenn die Sonne nicht scheint, kann der Herbst ziemlich grau sein. Aber grau ist nicht gleich grau. Im Gegensatz zu dem deprimierend düsteren Grau an Regentagen war das Grau heute eher hell und freundlich. Die Landschaft war in dichten Nebel gehüllt, der wie ein Weichzeichner wirkte und nicht nur die Farben, sondern auch die Geräusche zu dämpfen schien. Fast kam es uns so vor, als wäre draußen alles in Watte gepackt.

So wie heute lassen wir uns das herbstliche Grau gefallen. Das Foto entstand aus dem fahrenden Auto durch die Windschutzscheibe. Wir waren gerade auf dem Rückweg vom Einkaufen im Nachbardorf.