Dienstag, 27. September 2016

Morbider Charme

Am Wegesrand faszinieren uns nicht nur Blumen und Bäume, sondern auch alte Häuser, vor allem dann, wenn sie noch weitgehend im Originalzustand erhalten und nich durch moderne Baulemente aus dem Baumarkt verhunzt worden sind. Besonders reizvoll finden wir alte Werkstätten. Sie haben einen gewissen morbiden Charme, und außerdem erzählen sie Geschichten von den Menschen in früherer Zeit und ihrem Arbeitsalltag. In diesem Fall blickten wir auf unserer Radtour am Sonntag durch die zum Teil zerbrochenen Fenster einer Dorfschmiede, die schon vor vielen Jahren aufgegeben und verlassen worden ist.

Das alte, kaputte Werkstattfenster ermöglicht spannende Einblicke in eine vergangene Zeit.

Montag, 26. September 2016

Solche Bäume sieht man nur noch selten

Er ist so selten, dass er eigentlich auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen müsste, aber bei uns in der Heide sind noch einige durchaus stattliche Exemplare dieses Baumes zu bewundern: Es handelt sich um den Nummernbaum aus der Familie der Schilderbäume. Diese Baumart kommt kurioserweise nur in kleinen Dörfern vor. In größeren Orten sieht man sie nie.
Der Nummerbaum bevorzugt vollsonnige Standorte auf kargen Sandböden. Er gilt als absolut anspruchslos, braucht so gut wie kein Wasser, wächst aber auch extrem langsam. Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist er mit seinem verschwindend geringen Stammzuwachs uninteressant. Er zählt zu den wenigen Baumarten, die keine Photosynthese betreiben und daher unter Klimaschutzaspekten wertlos sind. Seine Krone spendet weder Schatten noch ist sie eine ästhetische Bereicherung des Ortsbildes. Somit gibt es eigentlich keinen Grund, ihn in ein Artenschutzprogramm aufzunehmen. Wären da nicht einige engagierte Mitglieder der Postgewerkschaft, die sich vehement für seinen Bestandschutz einsetzen, weil ihnen der Nummernbaum angeblich Orientierungshilfe im Arbeitsalltag gibt, wäre er wahrscheinlich längst aus unserer Kulturlandschaft verschwunden und wäre allenfalls noch als ein eindrucksvolles Beispiel für zeitgenössische Objektkunst im Museum zu bewundern.

Dieser Nummernbaum ist zwar etwas schief gewachsen, wirkt aber ansonsten recht vital. 


Sonntag, 25. September 2016

Farben des Frühlings

Nein, das ist kein Frühlingsfoto aus unserem Archiv, sondern wir haben es heute, am 25. September, aufgenommen.
Als wir heute mit unseren Fahrrädern unterwegs waren, kam es und so vor, als wäre noch einmal der Frühling ausgebrochen. Strahlend blauer Himmel und leuchtend gelbe Rapsfelder. 
Blühender Raps Ende September? Das kann doch nicht sein! Richtig, von weitem sah es genau so aus wie blühender Raps, aber aus der Nähe betrachtet war klar: Es ist Senf, der da blüht. Seit einigen Jahren wird er im großen Stil als Gründüngung eingesetzt. Sobald die Felder im Sommer abgeerntet sind, wird er eingesät und steht dann im Herbst in voller Blüte – bis der erste Frost kommt und die ganze Pracht zerstört. Da aber in Zeiten des Klimawandels auf den Frost kein Verlass mehr ist, kann es durchaus sein, dass der Senf – so wie im vergangenen  Jahr – auch noch im Dezember blüht.
Egal, ob Raps oder Senf, die optische Wirkung ist die gleiche. Anscheinend macht die Kombination aus leuchtendem Gelb und strahlendem Blau glücklich, zumindest haben wir diesen Effekt an uns festgestellt. Vielleicht haben die Schweden deshalb diese beiden Farben für ihre Flagge gewählt ...

Samstag, 24. September 2016

Den Herbst ins Haus geholt

Gäbe es einen Wettbewerb der schönsten Herbstblüher, kamen höchstwahrscheinlich Astern, Dahlien und Herbst-Anemonen ins Finale. Alle drei begeistern durch ihre Blütenpracht. Wer letztendlich das Rennen machen würde? Schwierige Frage. Ich würde für unentschieden plädieren, denn ich liebe sie alle drei.
In der Vase machen die üppigen Dahlienblüten vielleicht am meisten her. Sie sind schon alleine wegen ihrer Größe ein besonderer Hingucker. Heute haben wir uns mit einigen wunderschönen Dahlienblüten aus dem Garten gewissermaßen den Herbst ins Haus geholt.

Mit so einem kleinen Dahlienstrauß aus dem Garten geht im Haus die Sonne auf.

Freitag, 23. September 2016

Noch einmal ein bisschen Sommer

Kaum hat der Herbst begonnen, da meldet sich der Sommer noch einmal zurück. Zwar nur für ein paar Tage, aber immerhin! Einen kleinen Vorgeschmack gab es heute schon, und auch der Sonnenuntergang war vielversprechend. So können wir uns auf ein schönes Wochenende mit besten Voraussetzungen für Outdoor-Aktivitäten freuen.

Sonnenuntergang mit Pferd und Ziege. Wer sagt denn,  dass Bilder von 
Sonnenuntergängen immer im Panorama-Querformat sein müssen. 

Mittwoch, 21. September 2016

Nebulös

Heute Abend am Straßenrand: Anhalten, iPad zücken und schnell den ersten Herbstnebel fotografieren.
Pünktlich zum Herbstbeginn lagen heute Abend erste Nebelschwaden über den Wiesen, umschleierten Bäume, waberten über feuchtes Gras. Eine märchenhafte Stimmung liegt dann über der Landschaft, vereinzelt ist ein Vogelruf  zu hören, in weiter Ferne sehe ich ein Reh laufen.
Diese Stille, die sich dann ausbreitet, hat für mich nichts Trauriges oder Melancholisches an sich, eher etwas Geheimnisvolles. Es ist schön, Bekanntes in einem neuen Gewand zu sehen, das mal hier undurchdringlich weiß erscheint, an anderer Stelle hauchfein, fast durchsichtig, wie kurz vor dem Zerreißen. Die Luft ist klar und kalt, das letzte Licht des Abends schwindet. Zeit, sich loszureißen von dem schönen Anblick und nach Hause zu fahren ...

Montag, 19. September 2016

Zu winzig für den Winter

Kaum größer als ein Tennisball ist dieser junge Igel.
Was raschelt denn da noch durch den Vorgarten? Für unsere Blindschleichen ist es zu spät, die sind immer schon am Nachmittag unterwegs. Dann sehe ich ihn: einen winzig kleinen Igel. Höchstens 100 Gramm schwer, so meine Schätzung. Eine Hand voll Igel sozusagen. Er sieht eigentlich ganz munter aus.
Der Versuch, ihn nach dem "Fototermin" ein bisschen Katzenfutter schmackhaft zu machen, scheiterte. Igel, die – und sei es nur durch Menschenschritte – gestört werden, tun erst ganz cool, um dann in erstaunlich raschem Gang im Dickicht zu verschwinden. Da ich den Mini-Igel nun schon an zwei aufeinanderfolgenden Abenden an identischer Stelle gesehen habe, ist der Fahrplan für morgen fest: Da werden wir rechtzeitig am Abend auf seiner Laufroute Futter positionieren, noch ist es nicht unmöglich, ihm zu den zusätzlichen 150 bis 200 Gramm zu verhelfen, die er mindestens für eine erfolgreiche Überwinterung benötigt.