Montag, 24. April 2017

Alles andere als langweilig

Der Himmel verheißt nichts Gutes, sorgt aber für starke Kontraste und reizvolle Bilder.
Für Meteorologen gibt es nichts Langweiligeres als stabile Hochdrucklagen mit Sonne satt und strahlend blauem Himmel. Wir können das gut nachvollziehen, und deshalb schimpfen wir auch nicht über das ach so schlimme Aprilwetter, sondern genießen sogar ein bisschen den ständigen Wetterwechsel, der ja auch durchaus etwas Spannendes hat. Und aus fotografischer Sicht ist das Aprilwetter allemal attraktiver als die typische Himmelskulisse für die Schönwetterfotografie.
Bei unserer gestrigen Tour mit den Hunden erlebten wir wunderbar dramatische Szenen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten, dank derer die Farben des Frühlings noch intensiver leuchteten.
Wir wanderten knapp zwölfeinhalb Kilometer durch eine nahezu menschenleere Landschaft mit weiten, unverbauten Ausblicken. Die meisten der dicken, schwarzen Regenwolken zogen über uns hinweg, ohne sich zu entleeren. Nur eine einzigen kurzen Schauer bekamen wir in den zwei Stunden ab, und das war weniger, als wir erwartet oder, besser gesagt, befürchtet hatten. Wegen des kalten Windes behielten wir zwar die meiste Zeit unsere Kapuzen auf, aber sobald zwischendurch wieder einmal die Sonne herauskam, wurde es richtig warm, und wir streiften die Kapuzen vom Kopf und öffneten unsere Parkas.
Ja, man muss sich bei diesem Wetter vielleicht ein wenig überwinden, aber es lohnt sich doch, für mehr als nur für einen Augenblick nach draußen zu gehen. Schon allein wegen der wunderbar klaren und frischen Luft, die sich so anfühlt, als würde sie direkt vom Meer kommen.

Nur ein paar Sekunden nach der Aufnahme oben entstand dieses Bild, vom selben Standpunkt aus, nur in eine andere Himmelsrichtung fotografiert. Über den blühenden Pflaumenbäumen am Bach ist tatsächlich reichlich blauer Himmel zu sehen, aber die nächsten Wolken sind im Anmarsch. 

Mittwoch, 19. April 2017

Frostschutz mit künstlerischer Note

Nicht schön, aber hoffentlich wirkungsvoll: In Frostschutzvlies eingepackte Pflanzen.
Ich komme mir vor wie Verpackungskünstler Christo. Nur, dass ich mir nicht das Brandenburger Tor, sondern unseren Garten vorgenommen habe. Minus vier Grad soll es heute Nacht geben, zu kalt für all die vielen Bäume und Sträucher, die wir gerade erst gepflanzt haben und die jetzt ihre ersten Blätter bekommen. Vom Landhandel habe ich heute Schutzvlies von der Rolle mitgenommen, 50 Meter, besser als nichts, und – das ist das Wichtigste – es soll Nachtfröste abhalten.
Gar nicht so einfach, 20 Meter Hainbuchenhecke damit einzupacken, der Wind macht mein Werk immer wieder zunichte, bis ich das Vlies mit Wäscheklammern befestigt, mit Holzlatten an den Enden beschwert, alle kleinen Äste darunter versteckt habe.
Für die Obstbäume bastele ich kleine Hauben, mangels anderer Schnur mit Geschenkband oben und unten verschnürt, sieht lustig aus. Dann verschwindet der Beetstreifen am Haus mit den neu gepflanzten Rosen unter der weißen, hauchdünnen Decke, den Rosenstöcken etwas weiter stülpe ich Eimer über den Kopf, schleppe Töpfe mit Rosmarin, Kamelien und noch nicht gepflanzten Beerensträuchern herein. In der Diele sieht es jetzt aus wie in einer Gärtnerei. Ein paar kleineren Pflänzchen setze ich noch schnell Zeitungspapierhauben auf, auch die Rosen an ihrem metallenen Bogen bekommt noch etwas wärmenden Lesestoff verpasst.
Über den blühenden Pflaumen und Kirschen funkeln Sterne am schwarzen Nachthimmel, sie müssen ohne Hilfe diese bitterkalte Nacht überstehen. Ob das Vlies den Frost genug abhalten kann, weiß ich nicht, aber wenigstens habe ich es versucht.

Verpackungskunst im Vorgarten à la Christo.

Dienstag, 18. April 2017

Das Beständige ist das Unbeständige

In Zeiten des Klimawandels ist es irgendwie auch beruhigend, dass wenigstens auf den April noch Verlass ist. Der April macht, was er will, hieß es schon, als wir Kinder waren. Und daran hat sich (zum Glück!) bis heute nichts geändert. Das Beständige ist das Unbeständige. Sonne, Wolken, Regen, Hagel, Gewitter und sogar ein bisschen Schnee und dazu reichlich Wind haben wir in den ersten 18 Tagen dieses Monats schon erlebt. Und jetzt soll auch noch Frost kommen, und wir sorgen uns um die Blüten unserer Obstbäume und all die Pflanzen, die gerade erst aus ihrer Winterstarre erwacht sind, aber jetzt schon wieder von der Kälte heimgesucht werden. So gesehen wäre es vielleicht doch besser, wenn der April nicht so hartnäckig dem Klimawandel trotzen würde ...

Nach einem kühlen, trüben Apriltag gab es heute einen durchaus dramatischen Sonnenuntergang mit schwarzen Wolken
vor blauem Himmel.

Samstag, 15. April 2017

Familienglück

Papa Linus (links) und Mama Minou mit den beiden Ziegenkindern.
Unser schönstes Ostergeschenk sind die zwei Ziegenlämmer, die Minou vor zwei Wochen zur Welt gebracht hat und die jetzt schon mit ihr und Papa Linus zusammen auf der Weide herumspringen. Stundenlang könnten wir ihnen dabei zuschauen, wie die Minis zirkusreif beim Brennholz auf den noch nicht gespaltenen Baumscheiben balancieren und sich gegenseitig zum Spielen herausfordern.

Jeden Tag werden die Lämmer größer und kräftiger,

Freitag, 14. April 2017

Vom Sauerklee zum Rhabarberkuchen

Die Blüten des Waldsauerklees sind von violetten Äderchen durchzogen.
Während wir heute mit den Hunden auf Waldwegen wanderten, die mit weißen Blütenteppichen gesäumt waren, wartete zu Hause frischgebackener Rhabarberkuchen auf uns. Kurioserweise gibt es etwas, was beide verbindet: Sowohl der Rhabarber als auch der Waldsauerklee, der die kleinen, weißen Blüten hervorbringt, enthält Oxalsäure, und das kann man auch schmecken.
Die kleeartig gefiederten Blätter des Waldsauerklees (Oxalis acetosella) schmecken tatsächlich ähnlich säuerlich wie die roten Blattstiele des Rhabarbers (Rheum rhabarbarum). Für Kuchen würden wir sie zwar nicht verwenden, aber für Salate oder grüne Smoothies lassen sie sich durchaus verwenden. Man müsste schon sehr große Mengen verzehren, um sich mit der enthaltenden Oxalsäure zu vergiften.

Waldsauerklee besiedelt auch gerne die Moospolster, die sich auf Baumstümpfen gebildet haben.

Sonntag, 9. April 2017

Die Schlehen blühen

Auf unserer Radtour kamen wir heute an vielen blühenden Schlehenhecken vorbei.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? Nein, heute machten wir es genau umgekehrt. Nach dem Frühstück starteten wir zu einer kleinen Radtour, und den Nachmittag – nach einer Kaffeepause mit selbstgebackenem Rhabarberkuchen – nutzten wir zum Arbeiten auf dem Hof und im Garten. Für die Radtour wählten wir überwiegend kleine Nebenstraßen (asphaltierte Wirtschaftswege), um unterwegs möglichst wenigen Auto zu begegnen. Viele dieser Straßen sind gesäumt mit Wildgehölzhecken, in denen jetzt wunderschön die Schlehen blühen.

Über die Blüten freuten nicht nur wir uns, sondern auch die Bienen.

Donnerstag, 6. April 2017

Blütenweiß

Exotische Schönheit im Vorgarten: Die Sternmagnolie hat ihre weißen Blüten entfaltet.
Bei uns im Garten hat der Frühling gerade seine weiße Phase. Im Vorgarten unter der großen Kastanie  blühen die Krokusse Miss Vain und die Sternmagnolie um die Wette, und weiter hinten im Garten bei den Obstbäumen zeigen sich die kleinen Blüten der Mirabelle. Nur die Kastanienblüte lässt noch auf sich warten.
Wir lieben die weißen Blüten. Sie sind wirken so zart, rein und edel. Nicht umsonst gilt das Blütenweiß als der Inbegriff der Reinheit.

Die Mirabelle hat schon eine Wildbiene angelockt.
Wie kleine Spiegeleier mit einem gelben Farbklecks in der Mitte: Krokusse der Sorte Miss Vain.