Dienstag, 21. März 2017

Wo kommt der denn her?

Direkt unter der Gartenpforte ist über Nacht ein kleiner Berg gewachsen.
Als ich heute die Post hereinholte, was sah ich da direkt unter der Gartenpforte? Einen Maulwurfshaufen. Wie ist denn der dahingelangt? Unter der Pforte liegen doch Betonplatten. Ich untersuchte den kleinen Erdhügel und erstellte erstaunt fest: Der ganze Sand ist durch die schmale Fuge zwischen dem Trittstein aus Granit und der Gehwegplatte ans Tageslicht gekommen. Erstaunlich, was für eine Kraft die Maulwürfe doch haben, dass es ihnen gelingt, so viel Sand durch eine schmale Fuge zu pressen!
Schade nur, dass der Maulwurf erst jetzt an der Stelle aktiv geworden ist. Im Winter hätte ich den Auswurf gut gebrauchen können – als Streusand.

Sonntag, 12. März 2017

Flauschige Kätzchen

Die Weidenkätzchen verraten uns auch ohne einen Blick in den Kalender: Demnächst beginnt der Frühling. 
Die Schneeglöckchen und Krokusse haben wir hier schon willkommen geheißen. Heute sind die Weidenkätzchen an der Reihe. Auch sie gelten als Symbole des nahenden Frühlings.
Kätzchen ihr der Weide,
wie aus grüner Seide
wie aus grauern Samt!
Oh, ihr Silberkätzchen,
sagt mir doch
ihr Schätzchen
sagt, woher ihr stammt! 
Ebenso wie einst schon der Dichter Christian Morgenstern (1871-1914), von dem die zitierten Verse stammen, freuen auch wir uns jedes Jahr aufs Neue über die kleinen, pelzigen Frühlingsboten, die vor dem Laubaustrieb erscheinen. Aber die Blütenstände sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch eine erste wichtige Nahrungsquelle nach dem Winter für die Bienen. Deshalb sind sie geschützt. Mit Kätzchen besetzte Weidenzweige dürfen also nicht gepflückt werden.

Mittwoch, 8. März 2017

Viel los am Wegesrand

Hier eine Herde Schafe, dort ein Trupp Kraniche. Zurzeit scheint richtig viel los zu sein bei uns in der dünn besiedelten südlichen Lüneburger Heide. Solche Bilder konnten wir in den vergangenen Tagen gleich mehrfach aufnehmen:

Wer das Bild vergrößert betrachtet, wird feststellen: Auch das sprichwörtliche schwarze Schaf fehlt in dieser Herde nicht.
Die Kraniche rasten auf ihrem Zug nach Norden bevorzugt auf abgeernteten Maisfeldern, wo die noch etliche Körner finden können.



Sonntag, 5. März 2017

Frühlingsboten

Die ersten Farbtupfer dieses Frühlings am Wegesrand.
Auf unserer Sonntagstour mit den Hunden entdeckten wir heute am Wegesrand die ersten Frühlingsboten: Botanische Krokusse setzten kleine Farbtupfer in zartem Lila.
Sind nicht alle Krokusse botanisch? Ja, aber als botanische Krokusse werden die Wildarten bezeichnet – in Abgrenzung zu den Gartenkrokussen. Wild wachsend kommen Krokusse bei uns in Norddeutschland allerdings nicht vor. Es handelt sich in der Regel um verwilderte Pflanzen, deren Vorfahren einst in Gärten oder Parks standen.
Botanische Krokusse sind kleiner als Gartenkrokusse, blühen dafür aber früher – bei uns zeitlgleich mit den Schneeglöckchen.

Samstag, 4. März 2017

"Unsichtbarer" Sichtschutz

Eine Hainbuchenhecke soll künftig unseren Vorgarten von der Straße abschirmen. 
Das Bündel ist nicht sehr groß, lässt sich mit zwei Händen locker umfassen: 35 Hainbuchen, keine Containerware, sondern "wurzelnackt". So ohne Erdballen und ohne Laub an den kleinen Ästen sehen sie noch eher mickrig aus, aber das wird, da bin ich zuversichtlich.
So klein das Bündel auch sein mag, so ist es doch richtige Arbeit, 35 Einzelpflanzen in die Erde zu bekommen. Und das dort, wo noch vor ein paar Wochen unsere Riesenfichten ihre Wurzeln ausgestreckt haben.
Als Starthilfe bekommt jede Heckenpflanze 
eine Schippe beste Humuserde. 
Wir nehmen die Spitzhacke zu Hilfe, um die noch verbliebenen Wurzeln herauszubekommen, damit wir überhaupt Pflanzlöcher graben können. Während ich damit beschäftigt bin, schleppt Inka schon Gießkannen mit Wasser und insgesamt drei volle Schubkarren mit feinster Humuserde aus eigener Kompostierung heran. Mit dieser Starthilfe, so hoffen wir, werden sich die Pflänzchen gut entwickeln und vor allem schnell an Höhe gewinnen Der jetzt freie Blick auf die am Haus vorbeisausenden Autos und die beiden Häuser gegenüber ist für uns ungewohnt – und stört uns eher. Außerdem haben wir uns immer eine solche Hainbuchenhecke gewünscht, die mit den Jahren immer schöner und dichter wird und ein prima Versteck für Vögel ist. Selbst im Herbst und Winter noch, weil sie ihr dann schon braunes Laub noch lange festhält.
Die Hecke, außerdem zwei Haselnussbüsche und eine kleine Pflaume sind fast so eine Art private "Ersatzpflanzung", so wie man sie von öffentlichen Straßenbaumaßnahmen und ähnlichem kennt. Ersatzpflanzung für uns und unsere Vögel und Eichhörnchen, die die Fichten  gemocht hatten und denen es egal war, ob sie so dicht am Haus gut stehen oder nicht.
Dass das Wetter morgen schon wieder eher kalt und regnerisch werden soll, stört uns gar nicht. So haben die kleinen Pflänzchen ein bisschen mehr Zeit und Wasser von oben, um sich erst einmal einzugewöhnen. Bislang ist unser lebendiger Sichtschutz nämlich noch ziemlich unsichtbar ...

Mittwoch, 1. März 2017

Eng umschlungen

Jetzt im Winter kaufen wir etwa alle zwei Wochen einen neuen 25-Kilo-Sack Futtermöhren. Über die Möhren freuen sich die Pferde ebenso wie die Schafe und Ziegen.
Während im Supermarkt für ein Kilo Möhren etwa ein Euro verlangt wird, kosten 25 Futtermöhren lediglich fünf Euro. Die Qualität ist aber nicht schlechter als die der Möhren im Supermarkt. Es handelt sich um "ganz normale" Möhren und nicht etwa um speziell als Tierfutter angebaute Möhren.
Futtermöhren sind Möhren, die gewissermaßen durchs Raster gefallen sind – aussortiert, weil sie in Größe und Form nicht dem strengen EU-Standard entsprechen. Überwiegend handelt es sich um Möhren, die einfach nur zu groß geraten sind. Zuweilen entdecken wir in einem Sack aber auch so erstaunliche Kuriositäten wie diese beiden eng umschlungen Möhren:

Hier hat sich die Natur künstlerisch betätigt und eine bemerkenswerte Skulptur geschaffen.

Sie sind sind korkenzieherartig ineinander verdreht und lassen sich nur trennen, indem wir sie zerbrechen. "O, die mögen sich aber", lautete Marions spontaner Kommentar, als ich ihr das Möhren-Pärchen zeige.

Dienstag, 28. Februar 2017

Mit Astschere und Geduld

 Jeder einzelne Schnitt will gut überlegt sein.
Richtig warm ist es draußen, sogar die Sonne lässt sich sehen. Auch die nächsten Tage soll es eher mild bleiben, bevor es so richtig Frühling wird und sich die Aufgaben in Haus und Hof stapeln, ist es gut, schon einiges erledigt zu haben. Wie den alljährlichen Obstbaumschnitt.

Bevor alle Apfelbäume beschnitten sind, ist die
Sonne hinter einer Wolkenwand verschwunden
Wie geht es dem Apfel Jakob Lebel, der sich vor zwei Jahren "übertragen" hat, sodass viele Äste wie bei einer Trauerweide herunterhingen? Im vergangenen Jahr habe ich ihm notgedrungen einen Radikalschnitt verpasst. Das Ziel: Wieder neues Triebwachstum zu erzeugen und Äste aufzubauen, die tendenziell nach oben wachsen und stabil genug sind, in den nächsten Jahren wieder Äpfel zu tragen.
Die Schnittmaßnahme hat gefruchtet, neue Triebe sind fast überall an den Stellen gewachsen, wo ich es mir gewünscht habe. Nun also auswählen, was stehenbleiben darf und was besser nicht. Manchmal ist das gar nicht so einfach zu entscheiden, zum Beispiel, wenn sich an einer Stelle zwei Lösungen anbieten. Da hilft nur, das eine oder andere Mal um den ganzen Baum zu kreisen, seine Wuchsform aus verschiedenen Richtungen zu betrachten, um dann – hoffentlich – das Richtige zu tun.
Zum Glück sind Obstbäume kaum nachtragend, nur man selbst braucht Geduld, um einen komplett verschnittenen Pflegling wieder in Form zu bringen. Die Sauerkirsche, die woanders im Weg stand, und in arg gerupftem Zustand zu uns kam, hat mehrere Jahre gebraucht, aber so langsam sieht sie wie ein richtig schöner Baum aus.
Irgendwann merke ich, dass die Sonne verschwunden ist, mir ist kalt. Die Arbeit ist fast getan, nur die beiden "Riesen" im Obstbaumgarten haben noch eine Schonfrist – ihnen ist mit der Zwei-Meter-Klappleiter nicht mehr beizukommen ...