Freitag, 13. Juni 2014

Riesen-Radieschen mit Riesen-Geschmack

Ich hätte ein Maßband neben das Radieschen halten sollen,
damit man sieht, wie riesig es ist – definitiv größer als ein '
Tischtennisball.
Kaum bin ich unter die (Hobby-)Bauern gegangen, könnte ich ordentlich jammern: Unser neuer "Selbstversorger-Garten" ist eine einzige Enttäuschung. Weder versorgt er sich selbst, noch uns. Gießwasser anschleppen, Pflänzchen vorziehen, Unkraut jäten. Die Ernte? Die hat bislang vor allem der Selbstversorgung der Nacktschnecken gedient, wir gingen zunächst leer aus.
Aber langsam wendet sich das Blatt. Die zweite, zum Teil dritte Nachsaat wächst und gedeiht, die ersten eigenen Erdbeeren sind ein Traum, Zucchini und Tomaten beginnen zu blühen, die Salaternte steht an und demnächst gibt es frische Johannisbeeren.
Heute Abend dann ein neuerliches Erfolgserlebnis, das zunächst mit Erstaunen begann: Hatte ich etwa aus Versehen Rote Beete, statt Radieschen gesät? Aber Rote Beete im Juni? Wohl eher nicht! Der dicke rote Ball, der da aus der Erde lugt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als "Riesen-Radieschen". Viel größer als selbst die dickste Murmel, größer als ein Tischtennisball, wenn auch nicht so groß wie ein Tennisball. Das "Riesen-Radieschen" haben die Schnecken wohl übersehen, es stammt noch aus der ersten Aussaat und ist dann unbemerkt gewachsen. Gentechnik oder sonst irgendein fragwürdiger Hokuspokus ist jedenfalls nicht im Spiel.
Ich wage den Geschmackstest. In der Optik-Note gibt es Abzüge für einen Riss, in der Geschmacksnote dafür ein dickes Plus. Obwohl scharfes Essen gewohnt, muss ich ein bisschen nach Luft schnappen, so scharf-würzig schmeckt die rote Kugel. Kein Vergleich mit den eher wässrigen Exemplaren aus dem Supermarkt. Und keine Made, was mich als Veganerin besonders freut. Toll, ich bin wieder versöhnt mit unserem zarten Pflänzchen namens "Selbstversorger-Garten".
Und wie war das gleich? Die dümmste Bäuerin erntet doch immer die dicksten Radieschen!

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