Samstag, 23. August 2014

Auf Wiedersehen, liebe Jacky!

Jacky im vergangenen Herbst in Schweden, schon
krank und dünn, aber noch voller Lebensfreude.
Die Welt ist voller wunderbarer und einzigartiger Hunde, die uns auf unseren Wegen begleiten, unsere Gefühle, manchmal auch unsere Gedanken lesen können.
Unter den wunderbaren Hunden gibt es für uns einen, der ganz besonders ist: Jacky. Heute habe ich sie einschläfern lassen. Die dicke Schwellung an ihrem Kiefer war kein vereiterter Zahn, sondern eine Krebsgeschwulst, die da schon lange vor sich hingewuchert hatte, nun aber innerhalb von nur zwei Tagen wie ein Abzess gewachsen war. Nichts Ungewöhnliches für diese Art von Krebs, versicherte mir die Tierärztin, die mich ins Behandlungszimmer gerufen hatte, um mir zu zeigen, warum Jacky nicht mehr zu retten ist. Schon vorher hatten sich die unguten Anzeichen gemehrt. Aber wir wussten nicht, dass der Abschied so nah ist und dass er so weh tun würde.
Aus ihrer Narkose für die vermeintliche Zahn-OP ist sie nun nicht mehr aufgewacht, war vorher in meinen Armen sanft weggedämmert. Gerade fünfeinhalb Kilo wog sie noch, früher fast das Doppelte. Ihre zunehmende Gebrechlichkeit hatte uns gerührt, so klein, so verletzlich war sie geworden.
Fast 14 Jahre war sie die Freundin an unserer Seite, unser erster Hund. Wenn ich an sie denke, denke ich an all das Schöne, was wir miteinander erlebt haben: lange Fahrradtouren mit ihr im Anhänger, auf Flüssen und Seen im Paddelboot oder Kajak – Jacky immer an Bord. Sie liebte das Wasser, hatte ihr Seehundpatent gemacht. Ungezählte Stunden mit Jacky auf dem Sessel oder unter der Bettdecke. Jacky, die mich stets freudig begrüßte und nie von meiner Seite weichen wollte. Kilometerlange Wanderungen durch Schwedens Wälder oder durch Tiefschnee Richtung Brockengipfel. Dann Jacky als Mutter, vier Welpen, von denen  zwei bei uns, die anderen beiden bei Freunden leben. Keiner ist so zierlich und elegant geraten wie sie, aber ihrer Tochter Foxy hat sie die kajalumrandeten, großen dunklen Augen vererbt.
Wir sind dankbar dafür, dass wir unser Leben mit ihre teilen durften, sind dankbar für all die vielen schönen Stunden mit ihr. Sie wird uns sehr fehlen.
Ihr Grab ist am großen Kirschbaum, die weiße Klosterrose daneben wird bald noch einmal blühen. 

Kommentare:

  1. Ihr Lieben

    Das tut mir schrecklich leid. Deine Worte Marion rühren mich sehr. Aus ihnen spricht die tiefe Verbundenheit, die ihr zu euren Tieren habt und trotz aller Liebe habt ihr zwischen leiden lassen und erlösen richtig entschieden.

    Ich wünsche euch viele schönen Studen voller Erinnerungen
    Livia

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    1. Liebe Livia,
      danke für deine tröstenden Worte. Es ist nicht schön, über Leben und Tod zu entscheiden. Was mich wirklich für sie freut ist, dass es ihr die letzten Wochen ihres Lebens noch einmal richtig gut gegangen ist, das war ein würdiger Abschluss.
      Marion

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  2. Ihr Lieben! Das ist so traurig! Aber auch wenn sie nicht mehr ist, wo sie war,ist sie doch überall,wo Ihr seid! Ihr durftet die meiste Zeit ihres Lebens bei ihr sein,mehr geht nicht. Ich hoffe Ihr werdet noch oft lächeln können,bei den schönen Erinnerungen mit ihr!
    Ganz liebe Grüße,Mandy.

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  3. Liebe Mandy,
    ich muss zwar schon wieder weinen, aber es stimmt, es ist, als würde ich ihre leichten Schritte hören. Sie ist weg, aber doch ganz nah. Auf ihrem Grab habe ich heute lauter Blumensamen verteilt, ich hoffe, der Gruß erreicht sie.

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