Mittwoch, 27. August 2014

Beeren, die gar keine sind

Das sind doch eindeutig Beeren, oder etwa doch nicht?
Das sind, obwohl sie auf den ersten Blick so aussehen, keine Blau- oder Heidelbeeren. Nein, es sind überhaupt keine Beeren, sondern Zapfen. Sie gehören nämlich zum bei uns in der Heide weit verbreiteten Wacholder. Der Wacholder zählt zu den Zypressengewächsen, die eine Familie in der Ordnung der Nadelhölze (Koniferen) bilden. Da ich mich in der Schule fünf Jahre mit Latein quälen musste, habe ich noch in Erinnerung, dass "Conus" auf deutsch "Kegel" oder "Zapfen" bedeutet – daher kommt auch der Begriff "konisch" (zulaufend) – und "fere" von "ferre" abgeleitet ist, und das heißt "tragen". Konifere heißt also auf Deutsch Zapfenträger und nicht etwa Beerenträger. Unter Botanikern erlaubt ist es aber, die Zapfen des Wacholders als beerenförmig zu beschreiben.
Da ich aber nur Hobby-Botanikerin bin, nehme ich mir die Freiheit heraus, die Zapfen des Wacholders weiterhin als Beeren zu bezeichnen. Denn wenn ich gegenüber Nicht-Botanikern die blauen "Beeren" korrekterweise als Zapfen bezeichnen würde, müsste ich mir wahrscheinlich den Vowurf gefallen lassen, ich hätte zu viel Gin oder Genever getrunken (dabei trinke ich gar keinen Alkohol). Das sind nämlich die beiden bekanntesten Wacholder-Spirituosen. Die Namen leiten sich vom niederländischen "Jenever" und dem französischen „genévrier“ ab, und das heißt auf Deutsch nichts anderes als Wacholder.

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