Sonntag, 14. September 2014

Kleine Herbstskizze vom Kletterkünstler

Die Walnussernte ist in vollem Gange, nur wir werden wohl wieder kaum etwas abbekommen.
Irgendjemand sitzt oben bei uns im Nussbaum, einen Zeichenblock hat er wohl vor sich und schon wieder nur eine schiefe Bleistiftlinie aufs Papier gebracht, aber wozu gibt es Radiergummis? Der da oben im Baum hat eines dabei, laut und deutlich ist das quietschende Geräusch zu hören – nur den unzufriedenen Zeichner, den sehe ich nicht.
Am Stamm hoch und 'runter, so geht das den ganzen Tag.
Das "Radiergummigeräusch" kündigt bei uns den Herbst an. Nein, da sitzt natürlich niemand oben in der Baumkrone und verzeichnet sich ständig. Es sind die Eichhörnchen, die es nicht abwarten können, bis die Walnüsse freiwillig aus ihren grünen Hüllen fallen. Die Eichhörnchen helfen also nach, knabbern und quietschen sich durch die dicke, grüne Fruchthülle, die die noch etwas weiche Nuss umgibt.
Die Eichhörnchen sind nicht leise, rascheln durchs Laub, flitzen Stamm und Äste hinauf und hinunter. Nur zum Fotografieren halten sie nicht still, obwohl ich bei meiner "Fotosafari" geduldig am geöffneten  Fenster ausharre.
Die Vorbesitzer des Hauses schwärmten von  kistenweise Walnüssen in manchen Jahren, hatten einen langen Stock an der Hauswand lehnen, um mit einem Schlag an die Äste die Ernte etwas zu erleichtern. Früher scheint es hier keine Eichhörnchen gegeben zu haben, unsere lassen uns jedenfalls nur zufällig etwas übrig. Und fällt ihnen eine Nuss aus den Händen, dann landet die bestimmt nicht auf dem Rasen, sondern garantiert im Schweineauslauf, dann haben wir wieder das Nachsehen. Lilli lässt nichts umkommen.
Süß sind sie, die kleinen rotbraunen Kletterkünstler, allein wegen ihnen ist es schön, einen Walnussbaum im Garten zu haben.

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