Dienstag, 16. September 2014

Wildlinge herzlich willkommen!

Warten auf den großen Augenblick, wenn sich die nächste Blüte wie von Zauberhand öffnet.
Neulich gab es bei einem Discounter "bienenfreundliche Stauden". Viele davon gehören sowieso zur Standard-Ausstattung im Staudenbeet und sind fast schon ein bisschen langweilig: Mädchenauge etwa oder Lavendel bei den Rosen. Auf jeden Fall bienen- und/oder schmetterlingsfreundlich sind alle Wildblumen, nur dass die mitunter machen, was sie wollen, besonders diejenigen, die sich selbst aussamen. Fingerhut ist so ein Kandidat, der sich gern "dünn" macht, um dann, oft genug massenweise an einer Stelle wieder aufzutauchen. Im Blumenbeet ist es nicht anders wie im Wald, ein freier Fleck, wo zum Beispiel eine Pflanze ausgebuddelt worden ist, setzt ein wahres Feuerwerk der Keimung aller möglichen Samen, die da verborgen in der Erde geschlummert haben, frei: Lupinen, Margeriten, Ringelblumen, Akeleien, Bartnelken und was sich da sonst noch im Garten aussäen kann, und manchmal nutzen völlig unbekannte und weit gereiste Gewächse die Lücke  (eine Felsenbirne oder Vogelbeere etwa).
Ungewöhnliche Rosenunterpflanzung: Neu gekeimte Nacht-
kerzen. Sie blühen erst im nächsten Sommer.
Die wunderbar duftenden Nachtkerzen schienen bei uns im Garten schon völlig verschwunden, bis wir ein neues Beet anlegten. Unter Rosen hat sich jetzt etwas angesiedelt, dass ein bisschen an Salat erinnert: Nachtkerzen zuhauf. Auf diese Idee – gelbblühende Nachtkerzen neben rosafarbenen Rosen – kann nur ein mutiger oder ein farbenblinder Gartenplaner oder eben die Natur kommen. Die Nachtfalter im nächsten Jahr dürfen sich jedenfalls freuen ...
Die Pflanzenarrangements, die sich mitunter zusammenfinden, können optisch durchaus ungewöhnlich daherkommen, aber gesund sind diese Sämlinge und Wohngemeinschaften eigentlich immer, wachsen sie doch selbstbestimmt am für sie richtigen Ort. Wildlinge sind immer gut – für eine Überraschung und auf jeden Fall für Insekten.

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