Samstag, 20. Februar 2016

Tiefer Einschnitt

Radikalkur: Um unseren Jakob Lebel zu retten, habe ich ihn rigoros zurück-
geschnitten.
Die Apfelernte im vergangenen Jahr war so groß wie nie, der Schaden, den sie hinterlassen hat, allerdings auch. Der Jakob Lebel sah, selbst nachdem keine einzige Frucht mehr an ihm hing, eher aus wie eine Trauerweide als ein Apfel. Ein dicker Zweig war unter der Last der Früchte fast ganz herausgebrochen, alle anderen neigten sich gen Boden, ja, der ganze Baum hatte Schieflage bekommen. Mit einem neuen Pflock und gespanntem Seil brachten wir ihn wieder in die Aufrechte, die abgesenkten Äste aber blieben hängen. Sie können sich nicht wieder aufrichten.
Gerade für diese Apfelsorte ist die breitausladende Krone mit ohnehin schon waagerechten Ästen charakteristisch. Und gerade an diesen Zweigen bilden sich viel mehr Blüten als an denen, die steil in den Himmel wachsen. Wahrscheinlich hätten wir etliche Miniäpfel gleich entfernen müssen, damit die Last nicht so groß wird, aber daran habe ich zugegebenermaßen gar nicht gedacht. So wurden die Äpfel immer dicker und die Äste immer schwerer.
Heute habe ich mir ein Herz genommen und den Baum rigoros zurückgestutzt, damit er wieder in Form kommt und neue und vor allem starke Äste bilden kann. Selbst nach dieser Radikalkur blieben doch noch ziemlich viele Blütenknospen übrig. Ganz ausfallen wird also auch die nächste Ernte nicht.

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