Freitag, 5. August 2016

Archäologische Ausgrabungen

Einst reichte der Rasen bis ans Haus heran. Mittlerweile haben wir schon ein Teil des alten Kopfsteinpflasters darunter freigelegt. Wir sind gespannt, wie weit es sich auf der linken Seite noch unter dem Gras erstreckt. Den gesamten Rasen wollen wir allerdings nicht opfern.
Nicht nur unser 120 Jahre altes Fachwerkhaus steckt voller Überraschungen, sondern auch der Hof. Ob wir einen Zaunpfahl setzen oder einen Baumpflanzen wollen, fast immer kommt, wenn wir ein Loch ausheben, irgendetwas zum Vorschein, was die Menschen, die früher einmal auf dem Hof lebten, weggeworfen haben. Viel Glas und Keramik haben wir schon gefunden, vor allem Plopp-Flaschenverschlüsse aus weißem Porzellan mit den verblassten Logos längst nicht mehr existierender Brauereien und Mostereien. Aber auch Messer, Gabeln und Löffel kamen zum Vorschein – Silberbesteck war allerdings nicht darunter.
Alte, rostige Zange, beim Freilegen des Kopfsteinpflasters
unter dem Rasen gefunden.
Dafür legen wir nach und nach einen anderen Schatz frei, von dessen Existenz wir, als wir vor elf Jahren den Hof übernahmen, noch gar nichts wussten. Wir wunderten uns nur, dass wir bei jedem Spatenstich auf Stein stießen. Irgendwann beschlossen wir, einmal genauer nachzuschauen und hoben mit der Schaufel ein Stück vom Rasen, der bis an den Dieleneingang reichte, ab – und siehe da, darunter kam wunderschönes, altes Kopfsteinpflaster zum Vorschein.
Mittlerweile haben wir schon etliche Quadratmeter freigelegt und sind dabei an der Westseite sogar schon bis zur Abschlusskante der Hofpflasterung gelangt. Wie weit das Pflaster in nördliche Richtung geht, wissen wir noch nicht – wir lassen uns überraschen. Wir kommen uns ein wenig vor wie Archäologen, wenn wir uns langsam mit Schaufel und Fugenkratzer vortasten.
Als wir jetzt wieder zwei Quadratmeter freilegten, stießen wir auf eine rostige Zange. Wie lange mag die wohl unter dem Rasen gelegen haben?

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