Dienstag, 29. November 2016

Wer zu spät kommt, sieht keine Sonne mehr

Eigentlich hätte ich heute gar nicht zum Einkaufen fahren müssen, doch nachdem ich im Radio die Wettervorhersage gehört hatte, die für morgen Schneeregen und Sturmböen ankündigte, schwang ich mich am Nachmittag kurzentschlossen aufs Fahrrad und machte mich auf den Weg in den fünf Kilometer entfernten Hauptort unserer Samtgemeinde. Liebe Sonne und Kälte als Schmuddelwetter! Auf dem Hinweg hatte ich die Sonne im Rücken – und freute mich schon auf den Rückweg. Aber als ich aus dem Supermarkt kam, war die Sonne schon untergegangen und es wurde bereits dunkel. Wer hatte an der Uhr gedreht, war es wirklich schon so spät? Ich guckte erst aufs iPhone-Display, das mir 16:05 Uhr anzeigte, und dann auf den Himmel, wo der glutrote Sonnenball gerade hinter dem Waldrand verschwand. Da hatte ich mich wohl wieder einmal verrechnet, hätte lieber eine halbe Stunde früher zum Einkaufen starten sollen. Immerhin konnte ich mich auf der Rückfahrt mit einem schönen Himmelsaquarell trösten, das aussah wie das Werk eines genialen Malers, der nur wenige, schnelle Pinselstrichen benötigt, um auf großer Leinwand ein Bild zu erschaffen, das den Betrachter geradezu überwältigt.
Aber nicht nur der Blick zum Himmel lohnte sich. Am Boden breitete sich Nebel aus. Wie ein Wolkenteppich schwebte dieser vor der vom letzten Tageslicht spärlich beleuchteten Scherenschnitt-Szenerie.

Um 16:21 Uhr, exakt eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang, wirkte der Himmel heute wie von Künstlerhand gemalt. Am Boden waberte derweil Nebel.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen