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Wir wollen uns mit diesem Foto keinesfalls über Waldbesitzer lustig machen, die Probleme mit
der Rechtschreibung haben, aber über das Schild zu schmunzeln, ist doch erlaubt, oder?
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Zwei Frauen, ein altes Haus, ein Garten, viele Tiere und der Traum vom guten Leben auf dem Land
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Freitag, 23. Februar 2018
Schönes Schild
Verbotsschilder sind etwas typisch Deutsches. Immer und überall gibt es hierzulande etwas zu regeln, und weil Deutschland so dicht besiedelt ist, will man sich auf diese Weise fremde Leute auf Abstand halten. Selbstverständlich auch im Wald. Dort kommt es selten vor, dass uns ein Verbotsschild belustigt, denn wenn ein Waldbesitzer meint, mit dem Schild "Privatweg Durchgang verboten" das allgemeine Waldbetretungsrecht einschränken zu können, hört der Spaß auf. In diesem Fall jedoch ist das Verbotsschild die reinste Freude – nicht das gelbe, sondern das vom Waldbesitzer selbstgestaltete darunter. Es hat sich, fanden wir, gelohnt, das Schild aus der Nähe zu betrachten und den Text zu lesen. Auch können wir in diesem Fall die Verärgerung des Schildermalers durchaus nachvollziehen, denn das illegale Entsorgen von Gartenabfällen im Wald ist eine weit verbreitete Unsitte, die obendrein zur Flora-Verfälschung beiträgt, weil aus vielen Abfallhaufen allerlei exotische Pflanzen sprießen. Nur wenige Meter neben diesem Schild entdeckten wir übrigens einen solchen Abfallhaufen.
Dienstag, 13. Februar 2018
Nur ein Schritt vom Sommer in den Winter und zurück
Am Sonntag hörte ich im Radio eine Reportage über eine Reise entlang des Äquators durch Südamerika – und fühlte mich heute beim Hundespaziergang daran erinnert. Clevere Tourismus-Manager entlang der Null-Linie bewerben gezielt die Möglichkeit, mit einem Bein auf der Nord- und einem Bein auf der Südhalbkugel der Erde stehen zu können, und tatsächlich lockt die Aussicht auf diesen Spaß viele Urlauber in die Orte am Äquator.
Ich hätte heute die Möglichkeit vermarkten können, mit dem einem Bein im Sommer und dem anderen im Sommer stehen zu können. Mit Fiene und Fyffes spazierte ich durch die baumlose Agrarsteppe westlich unserer Pferdeweiden, um wenigstens etwas den sonnigen Nachmittag zu genießen. Wow, dachte ich, die Sonne hat ja schon wieder richtig viel Kraft! Vielleicht hätte ich doch eine etwas dünnere Jacke wählen sollen.
Aber dann kamen wir an dem kleinen Park der örtlichen Fachklinik vorbei, und plötzlich war tiefster Winter: die schmale Straße schneebedeckt und vereist, und jetzt war ich doch froh, mich für den Winterparka entschieden zu haben.
Die baumbestandene Nordseite des Parks lag den ganzen Tag lang im Schatten, und so konnte ich dort mit nur einem Schritt konnte ich vom Sommer in den Winter wechseln und umgekehrt.
Ich hätte heute die Möglichkeit vermarkten können, mit dem einem Bein im Sommer und dem anderen im Sommer stehen zu können. Mit Fiene und Fyffes spazierte ich durch die baumlose Agrarsteppe westlich unserer Pferdeweiden, um wenigstens etwas den sonnigen Nachmittag zu genießen. Wow, dachte ich, die Sonne hat ja schon wieder richtig viel Kraft! Vielleicht hätte ich doch eine etwas dünnere Jacke wählen sollen.
Aber dann kamen wir an dem kleinen Park der örtlichen Fachklinik vorbei, und plötzlich war tiefster Winter: die schmale Straße schneebedeckt und vereist, und jetzt war ich doch froh, mich für den Winterparka entschieden zu haben.
Die baumbestandene Nordseite des Parks lag den ganzen Tag lang im Schatten, und so konnte ich dort mit nur einem Schritt konnte ich vom Sommer in den Winter wechseln und umgekehrt.
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Auf der Nordseite des Parks, im Schatten der Bäume herrschte heute noch tiefster Winter,
während es sonst schon fast sommerlich warm war.
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Mittwoch, 11. Oktober 2017
Auf der Bank sitzt eine Buche
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| Wo einst Wanderer rasteten und dabei die Aussicht genossen, wächst heute eine Buche. |
Wo einst müde Wanderer rasteten, wächst heute eine Buche. Auch wenn der Sitzplatz nicht mehr sehr einladend wirkt, zeichnet ihn doch ein gewisser morbider Charme aus. Außerdem sehenswert: Vor und neben der Bank fällt das Gelände so steil ab, wie man es sonst nur aus gebirgigen Gegenden kennt.
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| Hier kann man sehr schön erkennen, dass das Gelände neben der Bank steil abfällt. |
Samstag, 7. Oktober 2017
Perfekt für faule Pilzsammler
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| Wer sich hier setzen will, muss erst einmal Pilze ernten. |
Eine Pilzbank ist so etwas wie eine Bank für faule Pilzsammler. Man muss die Pilze nicht lange suchen und sich dabei bewegen, sondern kann sie praktisch im Sitzen ernten. Wir haben es allerdings nicht getan und uns stattdessen lieber an dem kuriosen Anblick erfreut. Außerdem waren wir uns nicht sicher, ob die Pilze überhaupt genießbar sind.
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| Und auch auf dem Picknicktisch vor der Bank wachsen Pilze – manche sogar in der Waagerechten, wie links im Bild zu sehen ist. |
PS: In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle ein weiteres Bild einer besonderen Bank, die wir auf derselben Wanderung fotografiert haben.
Sonntag, 30. Oktober 2016
Verkehrte Welt: Apfelblüte Ende Oktober
Liegt es am Klimawandel? Heute haben wir jedenfalls eine verkehrte Welt erlebt. Auf unseren Sonntagswanderungen kommen wir häufiger an einem Apfelbaum vorbei. Er ist nicht uralt, 15 Jahre vielleicht, steht an einer Ecke, wo ein Feldweg auf den anderen trifft. Irgendwann ist wohl mal jemand mit schweren Ackergerät dagegengekracht, deshalb steht er nun etwas schräg, ein dicker Ast liegt abgebrochen im Gras. Dieses Szenario kennen wir, doch etwas störte heute das Bild: Wir blieben wie angewurzelt stehen. Kann das sein? Neben roten Äpfeln trägt der Baum an seinen ansonsten schon seit Wochen blattlosen Ästen einige neue grüne Blätter und – ganz unzweifelhaft – rosa überhauchte Apfelblüten!
Inka holt den Fotoapparat heraus, ich beginne zu grübeln: Was ist hier passiert? Einige "verirrte" Blüten im Herbst, die habe ich schon an Magnolien oder auch Forsythien gesehen. Auch das Phänomen der "Notblüte" gibt es, spürt eine Pflanze, dass ihr Leben bedroht ist, so versucht sie noch schnell, sich zu vermehren, bildet Blüten und möglichst sogar Früchte aus.
In der Tat sieht der Baum nicht gesund aus, hat lange vor der Zeit in diesem besonders trockenen Spätsommer seine Blätter abgeworfen. Vielleicht sind die Blüten im Herbst ein Zeichen von Trockenstress, vielleicht stirbt der Baum tatsächlich ab. Seine Äste sehen aus wie verdorrt. Ich breche eine Blattknospe, die im nächsten Frühjahr treiben müsste, ab und bin erstaunt: Sie ist innen grün, hier ist – auch wenn es oberflächlich nicht so aussieht – noch Leben drin.
Das rätselhafte Bäumchen werden wir im Auge behalten.
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| Blüten und Früchte zeitgleich an einem Baum – wie kann denn so etwas passieren? |
In der Tat sieht der Baum nicht gesund aus, hat lange vor der Zeit in diesem besonders trockenen Spätsommer seine Blätter abgeworfen. Vielleicht sind die Blüten im Herbst ein Zeichen von Trockenstress, vielleicht stirbt der Baum tatsächlich ab. Seine Äste sehen aus wie verdorrt. Ich breche eine Blattknospe, die im nächsten Frühjahr treiben müsste, ab und bin erstaunt: Sie ist innen grün, hier ist – auch wenn es oberflächlich nicht so aussieht – noch Leben drin.
Das rätselhafte Bäumchen werden wir im Auge behalten.
Montag, 26. September 2016
Solche Bäume sieht man nur noch selten
Er ist so selten, dass er eigentlich auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen müsste, aber bei uns in der Heide sind noch einige durchaus stattliche Exemplare dieses Baumes zu bewundern: Es handelt sich um den Nummernbaum aus der Familie der Schilderbäume. Diese Baumart kommt kurioserweise nur in kleinen Dörfern vor. In größeren Orten sieht man sie nie.
Der Nummerbaum bevorzugt vollsonnige Standorte auf kargen Sandböden. Er gilt als absolut anspruchslos, braucht so gut wie kein Wasser, wächst aber auch extrem langsam. Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist er mit seinem verschwindend geringen Stammzuwachs uninteressant. Er zählt zu den wenigen Baumarten, die keine Photosynthese betreiben und daher unter Klimaschutzaspekten wertlos sind. Seine Krone spendet weder Schatten noch ist sie eine ästhetische Bereicherung des Ortsbildes. Somit gibt es eigentlich keinen Grund, ihn in ein Artenschutzprogramm aufzunehmen. Wären da nicht einige engagierte Mitglieder der Postgewerkschaft, die sich vehement für seinen Bestandschutz einsetzen, weil ihnen der Nummernbaum angeblich Orientierungshilfe im Arbeitsalltag gibt, wäre er wahrscheinlich längst aus unserer Kulturlandschaft verschwunden und wäre allenfalls noch als ein eindrucksvolles Beispiel für zeitgenössische Objektkunst im Museum zu bewundern.
Der Nummerbaum bevorzugt vollsonnige Standorte auf kargen Sandböden. Er gilt als absolut anspruchslos, braucht so gut wie kein Wasser, wächst aber auch extrem langsam. Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist er mit seinem verschwindend geringen Stammzuwachs uninteressant. Er zählt zu den wenigen Baumarten, die keine Photosynthese betreiben und daher unter Klimaschutzaspekten wertlos sind. Seine Krone spendet weder Schatten noch ist sie eine ästhetische Bereicherung des Ortsbildes. Somit gibt es eigentlich keinen Grund, ihn in ein Artenschutzprogramm aufzunehmen. Wären da nicht einige engagierte Mitglieder der Postgewerkschaft, die sich vehement für seinen Bestandschutz einsetzen, weil ihnen der Nummernbaum angeblich Orientierungshilfe im Arbeitsalltag gibt, wäre er wahrscheinlich längst aus unserer Kulturlandschaft verschwunden und wäre allenfalls noch als ein eindrucksvolles Beispiel für zeitgenössische Objektkunst im Museum zu bewundern.
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| Dieser Nummernbaum ist zwar etwas schief gewachsen, wirkt aber ansonsten recht vital. |
Montag, 29. August 2016
Diese Riesen sind noch Zwerge
Einer ist schon unter die Hufe gekommen, aber zwei andere Riesenboviste (Calvatia gigantea) stehen noch auf unserer Pferdeweide und wachsen munter weiter. Wir hielten sie für ziemlich groß – bis wir im Internet Fotos von Exemplaren fanden, die so groß wie Kürbisse waren und rund 20 kg wogen. Dagegen sind unsere Riesenboviste noch Zwerge, aber vielleicht legen sie ja noch an Gewicht und Umfang zu, wenn sie nicht vorher von den Pferden zertrampelt werden.
Essbar sind Riesenboviste übrigens nur im jungen Stadium, wenn sie im Anschnitt noch weiß sind. Angeblich wurde er zur Zeit des Kaiserreiches "Beamtenschnitzel" genannt, da er einer vielköpfigen Familie eine kostenlose Mahlzeit liefern konnte.
Das weiße Innere verfärbt sich mit zunehmenden Alter – zunächst wird es gelblich, dann bräunlich – und irgendwann platzt die Hülle und Millionen von Sporen verbreiten sich in Form einer großen Staubwolke.
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| Kein großer Champignon, sondern ein Riesenbovist, der zur Gattung der Großstäublinge in der Familie der Champignonverwandten zählt. |
Das weiße Innere verfärbt sich mit zunehmenden Alter – zunächst wird es gelblich, dann bräunlich – und irgendwann platzt die Hülle und Millionen von Sporen verbreiten sich in Form einer großen Staubwolke.
Samstag, 16. Juli 2016
Vielseitige Entdeckung
Am Wegesrand gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Meist betrachten wir in diesem Blog Pflanzen und zuweilen auch Tiere, aber wir sind ja vielseitig, und genau das ist das Stichwort. Die Entdeckung am Wegesrand ist buchstäblich vielseitig, denn es handelt sich um ein gut sortiertes Antiquariat mit vielen Büchern, und die haben bekanntlich viele Seiten.
Das Schöne an diesem Buchladen ist, dass er rund um die Uhr geöffnet hat und dass der Inhaber seinen potenziellen Kunden nicht mit Argwohn, sondern mit grenzemlosen Vertrauen begegnet. Er glänzt nämlich durch Abwesenheit. Die ehrlichen Kunden, die ein Buch erwerben möchten, stecken das Geld – die Bücher haben alle Preisetiketten – durch einen Schlitz in eine Geldkassette. Man sollte also Bargeld dabei haben. Kartenzahlung funktioniert in diesem Fall nicht.
Für diesen wunderbaren Buchladen machen wir an dieser Stelle gerne etwas Werbung: Er befindet sich in Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg, genauert gesagt im Ortsteil Bahnhof. Vom Buchladen sind es nur wenige Schritte bis zum Bahnsteig. Schnega ist ein Haltepunkt an der legendären, nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung reaktivierten Amerika-Linie. Sie verband schon im Kaiserreich die Hauptstadt Berlin und Mitteldeutschland mit den Seehäfen an der Deutschen Bucht. Vor allem von Bremerhaven aus machten sich einst die Bahnreisenden, unter ihnen auch Tausende von Auswanderen, mit dem Schiff auf die lange und beschwerliche Seereise nach Amerika.
Der immer geöffnete Buchladen steht natürlich nicht nur Bahnreisenden zur Verfügung, sondern auch – wie in unserem Fall – Radfahrern.
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| Schöne Idee: Immer geöffneter Buchladen am Straßenrand. |
Das Schöne an diesem Buchladen ist, dass er rund um die Uhr geöffnet hat und dass der Inhaber seinen potenziellen Kunden nicht mit Argwohn, sondern mit grenzemlosen Vertrauen begegnet. Er glänzt nämlich durch Abwesenheit. Die ehrlichen Kunden, die ein Buch erwerben möchten, stecken das Geld – die Bücher haben alle Preisetiketten – durch einen Schlitz in eine Geldkassette. Man sollte also Bargeld dabei haben. Kartenzahlung funktioniert in diesem Fall nicht.
Für diesen wunderbaren Buchladen machen wir an dieser Stelle gerne etwas Werbung: Er befindet sich in Schnega im Landkreis Lüchow-Dannenberg, genauert gesagt im Ortsteil Bahnhof. Vom Buchladen sind es nur wenige Schritte bis zum Bahnsteig. Schnega ist ein Haltepunkt an der legendären, nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung reaktivierten Amerika-Linie. Sie verband schon im Kaiserreich die Hauptstadt Berlin und Mitteldeutschland mit den Seehäfen an der Deutschen Bucht. Vor allem von Bremerhaven aus machten sich einst die Bahnreisenden, unter ihnen auch Tausende von Auswanderen, mit dem Schiff auf die lange und beschwerliche Seereise nach Amerika.
Der immer geöffnete Buchladen steht natürlich nicht nur Bahnreisenden zur Verfügung, sondern auch – wie in unserem Fall – Radfahrern.
Donnerstag, 14. Juli 2016
Mediterranes Flair . . .
... in der Lüneburger Heide. Auf einer Radtour entdeckten wir diese mit Blumen geschmückten Fenster, die uns an Italien und Südfrankreich erinnerten. Sie gehören zur Wassermühle in Lüder.
Der im Jahr 1910 anstelle des alten Mühlengebäudes errichtete, viergeschossige Backsteinbau ist ein schönes Beispiel dafür, dass Industriearchitektur nicht unbedingt kalt und abweisend wirken muss, sondern durchaus ansprechend sein kann.
Der Neubau des Mühlengebäudes war notwendig geworden, weil die Mühle auf die damals moderne Turbinentechnik umgerüstet werden sollte. Mit der Turbine hielt elektrisches Licht Einzug in dem kleinen Heidedorf. 40 Jahre lang versorgte die Turbine den Ort mit Strom. In den 1970er Jahren, nachdem Lüder an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen worden war, wurde die Mühle stillgelegt. Heute beherbergt sie Wohn-, Atelier- und Ausstellungsräume.
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| Wie irgendwo im Süden (nur die Sonne des Südens fehlt). |
Der im Jahr 1910 anstelle des alten Mühlengebäudes errichtete, viergeschossige Backsteinbau ist ein schönes Beispiel dafür, dass Industriearchitektur nicht unbedingt kalt und abweisend wirken muss, sondern durchaus ansprechend sein kann.
Der Neubau des Mühlengebäudes war notwendig geworden, weil die Mühle auf die damals moderne Turbinentechnik umgerüstet werden sollte. Mit der Turbine hielt elektrisches Licht Einzug in dem kleinen Heidedorf. 40 Jahre lang versorgte die Turbine den Ort mit Strom. In den 1970er Jahren, nachdem Lüder an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen worden war, wurde die Mühle stillgelegt. Heute beherbergt sie Wohn-, Atelier- und Ausstellungsräume.
Mittwoch, 30. März 2016
Zur Nachahmung empfohlen
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| Ein liebenswert unaufdringlicher Protest am Rande eines Parkplatzes vor einem Lebensmittel-Discounter. |
In nahezu jeder Stadt stehen sie dutzendfach auf den Parkstreifen an den Straßenrändern herum: kleine Autoanhänger, deren Hochplanen mit Werbebotschaften beklebt sind. Händler, Handwerker und Dienstleister betreiben so kostengünstig Werbung mit hohem Aufmerksamkeitswert. So ein kleiner Anhänger ist ja im Baumarkt schon für 500 Euro zu haben. Das ist auf Dauer erheblich billiger, als eine Plakatwand oder eine Litfaßsäule zu mieten.
Und das steht auf dem Schild auf der rechten Seite des
Gepäckträgers.
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Offenbar von den als mehr oder weniger mobile Werbeträger dienenden Autoanhängern inspiriert, nutzt die Vegan-Bewegung jetzt Fahrräder, um Menschen zum Nachdenken über ihre Ernährungsgewohnheiten anzuregen. Auf dem Parkplatz vor einer Filiale eines Lebensmittel-Discounters entdeckten wir heute ein – gut sichtbar für die Kunden – an einen Schilderpfahl angekettetes altes Damenrad mit gemalten Schildern am Gepäckträger, die gegen Fleischkonsum und für veganes Leben werben. Eine pfiffige Idee und eine charmante, Art der freien Meinungsäußerung und des stillen, unaufdringlichen Protestes, die wir hier ausdrücklich zur Nachahmung empfehlen. Die (nicht ganz) unbekannte Urheberin der Aktion – wir glauben zu wissen, um wen es sich handelt – zeigt, dass es nicht unbedingt immer großer, medienwirksamer Aktionen bedarf, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
Samstag, 13. Februar 2016
Auf Augenhöhe mit dem Bonsai-Biotop
Wow, wie schön ist das denn, dachte ich, als wir heute vom Einkaufen kamen und ich hinter dem abgestellten Auto das Hoftor schloss. Die Sonnenstrahlen fielen direkt auf einen der beiden aus Backsteinen gemauerten Pfeiler und ließ das "Bonsai-Biotop" obendrauf leuchten. Ich ging in die Knie und betrachtete die Mini-Moose und -Gräser, die dort wachsen, auf Augenhöhe – und sah die Welt aus der Perspektive eines kleinen Käfers.
Es gibt so viel Faszinierendes zu entdecken – man muss nur genau hinschauen.
Es gibt so viel Faszinierendes zu entdecken – man muss nur genau hinschauen.
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| "Bonsai-Biotop" auf dem Pfeiler am Hoftor aus der Perspektive eines Käfers betrachtet. |
Dienstag, 26. Januar 2016
Eine Katze und zwei Schwäne
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| Erkennst du die Katze und die beiden Schwäne? |
Manche Leute brauchen irgendwelche Drogen, um solche Bilder zu sehen. Dabei müssten sie nur lernen, den Blick für die "tausend tollen Sachen" um sie herum zu schärfen. Das ist gar nicht so schwer.
Wenn es nicht gelingen will, hilft vielleicht die geradezu flehentliche Bitte, mit der jede Folge der täglichen Comedy "Wir sind die Freeses" auf dem öffentlich-rechtlichen Pop-Dudelsender NDR2 beginnt: "Leg doch mal das Handy weg!"
Freitag, 15. Januar 2016
Sonnenaufgang im Teeregal
Wie halten sich die Grashüpferinnen an trüben Wintertagen bei Laune? Mit Bio-Tees aus Bristol, die tatsächlich so gut sind wie sie aussehen. Wobei sich das Aussehen natürlich nicht auf die schlichten Teebeutel bezieht, die übrigens ohne Metallklammern auskommen und zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind, sondern auf die Verpackung. Wenn wir mit unseren Teetassen am Küchentisch sitzen und auf das Regal mit den kunstvoll gestalteteten Teeschachteln blicken, ist es immer ein bisschen so, als würde die Sonne aufgehen. Am liebsten würden wir uns von alle 36 Sorten, die es von dieser Marke gibt, eine Packung ins Regal stellen – einfach nur deshalb, weil sie so schön sind. Vielleicht sollten wir tatsächlich mal die knapp 150 Euro dafür investieren. Wegen des Inhalts der Schachteln würde es sich allemal lohnen, aber da wir unsere Lieblingssorten haben, bleibt die Sortenvielfalt im Regal überschaubar.
Bei diesem wunderbaren Tee hat die Produktwerbung, für die wir selbstverständlich keinen Cent bekommen, überhaupt keinen schalen Beigeschmack. In einer Welt, in der weniger Wert auf Qualität als auf den Preis gelegt wird, tut es gut zu wissen, dass es sie doch noch gibt, die guten Dinge, und dazu zählen auch diese Tees. Sie sind gewiss nicht billig, aber preiswert – soll heißen: ihren Preis wert. Wir mögen gar keinen anderen Tee mehr trinken.
Entdeckt haben wir das englische Label in Schweden. Glücklicherweise sind die Tees inzwischen auch in den meisten deutschen Biomärkten erhältlich.
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| Ein Blick in unser Teeregal reicht, damit sich an trüben Wintertagen die Stimmung aufhellt. Die Tees sind tatsächlich so gut wie die Verpackungen aussehen. |
Entdeckt haben wir das englische Label in Schweden. Glücklicherweise sind die Tees inzwischen auch in den meisten deutschen Biomärkten erhältlich.
Mittwoch, 30. Dezember 2015
Zitrone oder Orange? Egal!
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| Unsere Zitrone blüht. Die Kübelpflanze überwintert im Wohnzimmer. |
Samstag, 26. Dezember 2015
Wer sucht, der findet
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| Kein Schnee in Sicht, aber immerhin Schneebeeren. |
Die Schneebeere staammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber schon lange auch in Europa weit verbreitet. Früher war sie als Ziergehölz in Gärten, Parks und Rabatten sehr beliebt, und Generationen von Kindern pflückten nach der Schule auf dem Nachhauseweg die weißen Früchte, um sie zu drücken, bis sie mit lautem Knall platzten – daher der Name Knallerbsenstrauch. Aber seit dem Raab-Song scheint dieser Strauch ein wenig aus der Mode gekommen zu sein.
Donnerstag, 24. Dezember 2015
Giraffe zieht die Blicke auf sich
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Eine Giraffe als Krippenfigur im Kloster. Sie ist schon uralt, ein Ohr fehlt
bereits, und der Hals ist auch schon mit Klebeband umwickelt, aber sie
findet alle Jahre wieder neue Bewunderer.
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Und weil die Giraffe in dem Szenario ziemlich exotisch ist und obendrein auch alle anderen Figuren überragt, steht sie mehr im Fokus als das Jesuskind in der Krippe.
Montag, 21. Dezember 2015
Wo wohnen die Wichtel?
Für alle, die sich das auch schon einmal gefragt haben, ist hier die Antwort: Ihre Adresse lautet Waldweg 7. Woher wir das wissen? Auf unserem jüngsten Hundespaziergang sind wir an ihrem "Baumhaus" vorbeigekommen. Leider hatten wir keine Taschenlampe dabei, um in die dunkle Wohnung am Fuß der knorrigen Eiche zu leuchten. Aber es wäre vielleicht auch etwas aufdringlich gewesen, wenn wir uns vor dem Eingang auf den Bauch gelegt und frech in die Wichtel-Wohnung gelinst hätten. Als Journalistinnen sind wir zwar von Berufs wegen neugierig, aber zuweilen muss man seine Neugier auch zügeln können. Wahrscheinlich wäre es besser, den Wichteln zunächst einen lieben Brief zu schreiben und vorsichtig anzufragen, ob unser Besuch auch wirklich erwünscht ist. Ihre Adresse haben wir jetzt ja (siehe oben).
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In Deutschland hat alles seine Ordnung, und deshalb haben selbstverständlich auch die Wichtel-Wohnungen am
Waldweg Hausnummern.
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Samstag, 12. Dezember 2015
Dieses Häuschen ist der Hit
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Ebenso fasziniert wie wir beobachten unsere Hunde,
wie es mächtig aus dem Schornstein des Blech-
häuschens schlotet.
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Im Gegensatz zu den verschiedenen Räuchermännchen, die wir in den vergangenen Jahren zur Weihnachtszeit im Einsatz hatten, funktioniert das nostalgisch wirkende Häuschen, das an das Blechspielzeug unserer Großeltern erinnert, erstaunlicherweise ohne Einschränkungen. Wahrscheinlich liegt es an dem speziellen Räucherkerzenhalter, in den die Räucherkerzen mit der Spitze nach unten eingesetzt werden.
Nach wenigen Minuten hat es sich zwar schon ausgeschlotet, aber dafür hängt der weihnachtliche Duft noch lange in der Luft.
Mittwoch, 9. Dezember 2015
Kunst am Wegesrand?
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| Sieht irgendwie skurril aus, erfüllt aber offenbar seinen Zweck. |
Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um sogenannte Wuchshüllen. Wer es genau wissen will: Die Teile heißen Plant Saver® Wuchshülle "Microvent VarioWING". Woher ich das weiß? Ich hab's gegoogelt. Freundlicherweise hatte der Hersteller seine Internetadresse auf die Pfosten gedruckt.
Die Manschetten aus lichtdurchlässigem Kunststoff sollen verhindern, dass die jungen Bäumchen, die der Bauer hier auf einer Brachfläche neben seinem Acker gepflanzt hat, von hungrigen Rehen angeknabbert werden. Verbissschutz nennt man das. So etwas hätten wir vor zehn Jahren auch gebraucht, als wir unsere Obstbaumwiese angelegt hatten und unsere Ziege Paulinchen eines Tages durch ein Loch im Drahtzaun schlüpfte und sich die zarten Zweige der kleinen Bäumchen schmecken ließ.
Montag, 30. November 2015
Zeit der Verwandlung
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Aus einem Baumstumpf wächst ein neuer
Baum.
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Um sich aufzumuntern, sind jetzt ein schönes Kaminofenfeuer, ein gutes Buch, eine Tasse Tee und viele Kerzen ein gutes Rezept. Oder einfach allen Mut zusammennehmen, die dicke Regenjacke anziehen und hinausgehen. Dieser Monat, in dem alles so tot und leblos wirkt, ist doch nur eine Pause, ein Schlaf. Überall sind die Zeichen des Lebens auszumachen, nicht nur, weil vorwitzige Krokusse wegen der vorangegangenen warmen Wochen hier und da aus der Erde schauen.
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| Wie in einem Blumentopf. |
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