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Dienstag, 6. Februar 2018

Sonnenuntergang über dem Meer

Bei so einem Wetter kommt doch bei der Fährschiffpassage auf der Ostsee tatsächlich etwas Kreuzfahrtfeeling auf. Als das Schiff den Wolkensaum im Hintergrund erreicht, ist die Sonne längst untergegangen. Das rechts neben der Brücke ist  übrigens kein heller Fleck, sondern der Mond.

Montag, 5. Februar 2018

So schön kann der Winter sein

Schnee und blauer Himmel – beste Voraussetzungen für einen traumhaft schönen Wintertag.
Morgens um sieben zeigt das Thermometer minus zwölf Grad an, und die gerade aufgehende Sonne verheißt einen wunderschönen Wintertag. Tatsächlich ist die Kombination von knackiger Kälte, reichlich Schnee und blauem Himmel das Beste, was der Winter zu bieten hat. Dann funkeln die Schneekristalle in der Sonne schöner als jeder Diamant, und das ohnehin schon strahlende Weiß wirkt noch weißer.

Marion und die Hunde genießen die Tour im Schnee.
Auf unserer Tour mit den Hunden genießen wir den traumhaften Wintertag aus vollen Zügen. Bewusst haben wir eine Strecke gewählt, die größtenteils nicht durch den Wald, sondern durch die offene Landschaft führt. Auf einer Weide steht unser alter Kumpel, ein dickes Fjordpferd, das wir nun schon seit mehr als 20 Jahren kennen. Wie es heißt, wissen wir allerdings immer noch nicht, aber das macht auch nichts. Heute haben wir dem Norweger ein vom Vorabend übrig gebliebenes und auf dem Ofen getrocknetes halbes Baguette mitgebracht. Eine Pferdedecke braucht der Hengst nicht, seine dicke Wolle schützt ihn perfekt gegen Kälte. Bei unseren beiden kurzhaarigen Hunden, Fiene und Fyffes, sind wir uns da nicht so sicher, und so haben wir ihnen ihre "Pferdedecken" übergeworfen. Fussel hingegen braucht keine Decke, ihr langes Fell ist ein ebensoguter Kälteschutz.

Der Norweger freut sich über ein halbes Baguette.

Sonntag, 4. Februar 2018

. . . und noch mehr Schnee

Marion mit (von links) Fyffes, Fiene und Fussel im unberührten Neuschnee.
Die Minifichte hat einen
Schneeball gefangen.
Nachdem es in der Nacht noch einmal geschneit hatte, waren heute Morgen alle Spuren im Schnee verschwunden. Es ist schon eine besondere Freude, stundenlang durch unberührten Schnee zu stapfen und allenfalls ein paar Elchspuren zu sehen, aber nicht einen einzigen menschlichen Fußabdruck. Allerdings wird das Wandern auch anstrengender, je mehr Schnee liegt. Unser kurzbeinigen Jack-Russell-Hündin Fiene reichte der Schnee bis zum Bauch, aber ihr schien es zu gefallen, durch die weiße Pracht zu pflügen. Etwas einfacher hatten es die hochbeinigen Parson-Russell-Terrier Fyffes und Fussel.
Ach, wenn doch von Weihnachten bis zum Frühlingsbeginn im März immer so viel Schnee liegen würden, dann wäre der Winter das reinste Vergnügen.

Inka stapft durch den Schnee.
Bergan geht es im tiefen Schnee nur mühsam voran.

Samstag, 3. Februar 2018

Da biegen sich die Birken

Fiene unterm Birkentor
Besonders die Birken scheint der viele Schnee zu belasten. Auf unserer Tour mit den Hunden durch die tief verschneite Winterlandschaft sahen wir etliche Birken, die sich unter der Schneelast quer über den Weg bogen, sodass sie einen natürlichen Torbogen bildeten. Manche Birken berührten mit ihren Kronen sogar den Boden. Und in der kommenden Nacht soll es erneut schneien. Arme Birken!

Im Hintergrund ein weiteres Birkentor.

Hier berühren die Birken mit ihren Kronen schon den Boden.



Freitag, 2. Februar 2018

Ganz in Weiß

Unterwegs in der weißen Winterlandschaft
Innerhalb weniger Stunden hat sich die Landschaft heute weiß eingefärbt und präsentiert sich nun in einem märchenhaften schönen Winterkleid. Wir lieben Schnee! Er bringt Helligkeit in die dunkle Landschaft, dämpft die Geräusche, und bedeckt all die von Menschen geschaffenen Hässlichkeiten unter einer weißen Decke.
Auch die Hunde sind ganz begeistert. Ausgelassen toben sie durch den Schnee und wälzen sich darin wie sonst nur im Moos.

Blick über ein Weidetor zum Waldrand.
Schneebedeckte Feldsteinmauer am Wegesrand

Donnerstag, 1. Februar 2018

Rutschpartie im Reservat

Geschafft! Der rutschige Steg über den Bach ist erfolgreich überquert.
Mit Trippelschritten über die spiegelglatten
Bohlen des Holzstegs.
Als wir gestern durch den XXL-Sportladen schlenderten, kamen wir an einer mannshohen Plexiglassäule vorbei, die randvoll mit Spikes zum Unterschnallen unter die Schuhe gefüllt waren. Umgerechnet fünf Euro sollte ein Paar dieser Glatteis-Gehhilfen kosten. Wir haben keine gekauft. Seit der Winter infolge des Klimawandels auch nicht mehr das ist, was er mal war, kommt Glatteis ja nicht mehr allzu häufig vor.
Heute hätten wir die Unterschnallspikes gut gebrauchen können. Nicht etwa, weil die Wege plötzlich vereist waren, sondern weil wir in dem Naturreservat, durch das wir einen kleinen Streifzug machten, auf Holzbohlen Bäche über- und Moorbereiche durchqueren mussten. Nach den ergiebigen Regenfällen der vergangenen Wochen war das Holz glatt wie Schmierseife, und wir hatten Mühe, die Balance zu halten. Vielleicht hätten wir es Fussel nachmachen sollen, die auf ihren vier Pfoten über die glitschigen Balken flitzte, ohne auch nur einmal auszurutschen. Bei dem Übergang über den Zaun an der Reservatgrenze wollte Fussel allerdings nicht weiter. Die Holzstufen des Übergangs waren mit rutschhemmenden Maschendraht bezogen, und der war offenbar unangenehm für Fussels Füße. Also trugen wir Fussel über das Hindernis hinweg.

Hier ist zum Glück Maschendraht über die rutschigen Holzstufen gespannt. Den mag Fussel aber
gar nicht, und so lässt sie sich lieber über das Hindernis tragen.

Dienstag, 30. Januar 2018

Wasser im Überfluss

Regelrecht abgesoffen ist dieses sonst ziemlich trockene Birkenwäldchen am Wegesrand.
Auf unserer heutigen Runde haben wir Wasser im Überfluss gesehen, und das im wahrsten Sinne des Wortes: Das normalerweise trockene Birkenwäldchen am Wegesrand ist regelrecht abgesoffen, und weil der Boden all das viele Wasser gar nicht aufnehmen kann, ist der neu entstandene See sogleich über die Ufer getreten. Das Wasser hat einen Bach gebildet, der quer über den Weg verläuft. Gut, dass wir halbwegs wasserdichte Wanderstiefel trugen. Sonst hätten wir garantiert nasse Füße bekommen. Wenn es morgen Nachmittag, wie vorhergesagt, kräftig regnet und danach ausgiebig schneit und der Schnee dann bald auch schon wieder schmilzt, werden wir an dieser Stelle auf dem Waldweg wohl nur noch mit Gummistiefeln trockenen Fußes weiterkommen.

Keine Pfütze mehr, sondern schon ein kleiner Bach, der von links aus dem überfluten Birkenwald nach rechts in ein tiefer liegendes Fichtenwäldchen fließt.

Samstag, 17. Oktober 2015

Klein, aber mein

Historische Postkarte mit einer kleinen Botschaft ...
Endlich hat mein kleiner Flohmarktfund, eine Postkarte vermutlich aus den 1950er, vielleicht 1960er Jahren mit einer gezeichneten Linea Borealis den passenden Rahmen gefunden. Dieses Blümchen ist ein ganz besonderes, sie war die Lieblingsblume des noch heute bekannten schwedischen Botanikers und Systematikers Carl von Linné. Nur im hohen Norden ist sie zu finden, wo sie als Halbstrauch kriechend wächst. Unscheinbar, ja "unansehnlich" soll sie sein, auf jeden Fall keine auf den ersten Blick auffallende Schönheit, weil sie nur circa 20 Zentimeter hoch wächst.
Die Schweden sind stolz auf ihren Landsmann Carl von Linné und halten es für eine typisch småländische Eigenschaft, dass er sich ein so bescheidenes Blümchen ausgesucht hat, das seinen berühmten Namen tragen soll. "Herba nostra" – "meine Blume" steht als Erklärungstext auf dieser (schwedischen) Postkarte. Er hat die Linea borealis übrigens nicht selbst nach sich benannt, sondern einen Gönner von ihm darum gebeten.
Für mich hat diese schöne Blumendarstellung eine besondere Bedeutung: Nur wenn wir genau hinschauen und uns nicht blenden lassen, entdecken wir die Schönheit, die uns umgibt, auch dort, wo wir sie gar nicht vermuten.

Samstag, 3. Oktober 2015

Abendsonne über dem Meer

In Dänemark liegen zwar keine Felsen an der Küste herum, aber der Blick übers Meer ist ebenso schön wie in Schweden.

Unser zweiwöchiger Urlaub ist leider schon wieder vorbei. Traurig und in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen haben wir heute Mittag nach unserer allmorgendlichen Tour mit den Hunden unser Haus abgeschlossen und uns auf die Rückreise begeben. Bei dem sommerlich warmen Wetter heute fiel uns das besonders schwer, und wir hatten beide keine Lust auf eine lange Autofahrt, wenngleich wir uns natürlich auch auf unsere vielen lieben Tiere zuhause freuen.
Über die Öresundbrücke gelangten wir schnell nach Dänemark und machten dort auf halber Strecke eine Pause an der Steilküste, damit sich Fyffes, Foxy und Fussel etwas austoben können. Jetzt sind wir auf dem Fährschiff von Rødby nach Puttgarden und haben gerade einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer erlebt.
Von Puttgarden sind es noch knapp 300 Kilometer bis nach Hause.

Marion mit Fyffes, Foxy und Fussel an der Steilküste.


Freitag, 2. Oktober 2015

King Edward an Bord

Wir lieben mehlig kochende Kartoffeln, aber dummerweise bevorzugen die Norddeutschen fest kochende Kartoffeln, und daher sind gute mehlig kochende Sorten bei uns zuhause nur schwer zu bekommen. Dort gelten schon vorwiegend fest kochende Kartoffeln als mehlig. In vielen kleineren Lebensmittelläden sind mehlig kochende Kartoffeln überhaupt nicht zu bekommen. Die einzige annähernd mehlig kochende Sorte, die wir bislang in zwei Märkten ausfindig gemacht haben, ist die Lilly.
Hier in Schweden ist es ganz anders: Hier bevorzugt man traditionell mehlig kochende Kartoffeln, aber nicht irgendwelche, sondern eine ganz bestimmte Sorte; King Edward, leicht zu erkennen an der gelben Schale mit der charakteristischen roten Maserung der Augen. Anhand des Namens kann man schon erahnen, woher diese Kartoffelsorte kommt: In England steht sie seit mehr als 100 Jahren am Markt und nach wie vor sehr beliebt.
In Schweden wird mit diesem Kartoffelklassiker vor allem das allseits beliebte King Edward mos zubereitet. Dieses leckere Kartoffelpüree wird zu allen möglichen Gerichten serviert. Sogar an Imbissbuden ist es erhältlich, wird dort vorzugsweise mit Bratwurst, Ketchup und Röstzwiebeln verlangt – aus der Sicht eines King-Edward-Gourmets ein Frevel.
Wir essen King-Edward-Kartoffeln am liebsten gekocht und klein gewürfelt zu Gemüsepfannen. Mit einer Kochzeit von weniger als zehn Minuten sind solche Kartoffelwürfel sehr energiesparend gar zu bekommen.

Auf dem Erntemarkt wurden heute alte Erntenaschinen vorgeführt.

Damit wir nicht nur in Schweden, sondern auch zuhause in Norddeutschland in den Genuss unserer geliebten KIng-Edward-Kartoffeln kommen, haben wir heute auf dem Erntemarkt im Hauptort unserer Kommune, einen 25-Kilo-Sack gekauft. Mit King Edward an Bord unseres Pickups werden wir morgen die Heimreise antreten.
Der Besuch des alljährlichen Erntemarktes lohnt sich aber nicht nur wegen der Kartoffeln, sondern auch wegen der vielen anderen landwirtschaftlichen Produkte aus regionaler Erzeugung, die hier in großen Säcken für wenig Geld angeboten werden, zum Beispiel Äpfel, Zwiebeln, Lauch, Möhren, Pastinaken und andere Wurzelgemüse. Man kann frisch gebackenes Brot, Kringlor und Kanelsnäckor und frische Heringe kaufen, und außerdem kann man uralte Erntemaschinen in Einsatz erleben, Rinder mit Respekt einflößenden Hörnern streicheln, auf Ponys reiten und sich mit der Pferdekutsche durch den Ort chauffieren lassen. Die hiesige Landbevölkerung nutzt den Erntemarkt einerseits, um sich mit Obst und Gemüse zu bevorraten, andererseits um mal wieder mit den Nachbarn, die anders als in Deutschland nicht nebenan, sondern teilweise einen halben Kilometer weit weg wohnen, ins Gespräch zu kommen. 

Auch der alte Dorfladen war anlässlich des Erntemarktes wieder einmal geöffnet.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Steine waren heute unser roter Faden

Gesteinsschutt erinnert daran, dass auf der Insel einst mehrere Steinbrüche betrieben wurden.

Steine waren der Rote Faden unseres heutigen Ausflugs. Als erste Station hatten wir uns einen riesigen bronzezeitlichen Grabhügel auf einer an der südschwedischen Schärenküste weit in die Ostsee hineinragenden Halbinsel ausgesucht. Der Grabhügel liegt auf dem höchsten Punkt (50 Meter über dem Meerespiegel) der Halbinsel, und es war ein steiler Anstieg bis dort hinauf, aber es hat sich gelohnt. Auf Fotos sieht der Grabhügel gar nicht so groß aus. Erst, wenn man direkt davor steht und ihn zu Fuß umrundet, kann man seine Dimensionen so richtig erfassen. Beim Abstieg auf der anderen Seite der Halbinsel kamen wir an zahlreichen uralten Steinbrüchen vorbei, in denen Berge von Granitschutt erahnen lassen, wie viel Gestein hier einst in mühevoller Handarbeit mit Hammer und Meißel dem felsigen Untergrund abgetrotzt wurde. Am Fuße der alten Steinbrüche sahen wir einen modernen Steinbruch mit gigantischen Ausmaßen. Die dicken Lastwagen am Fuße des in den Fels gesprengten Kraters wirkten von oben wie Spielzeugautos.

Bronzezeitlicher Grabhügel auf dem höchsten Punkt der Halbinsel.

Unsere nächste Station auf der Spur der Steine war eine kleine Insel, die über einen Damm und eine schmale Fußgängerbrücke von der Halbinsel aus zu erreichen ist. Auch auf dieser Insel wurden früher Steine geklopft, und zwar wurden hier vor allem die kleinen, quadratischen Granitklötze hergestellt, die für Kopfsteinpflaster benötigt wurden. Außerdem sahen wir am Ufer der Insel einige riesige Felsbrocken aus rotem Granit, der dort natürlich gar nicht vorkommt. Die Felsbrocken wanderten einst mit dem Eis über mehrere hundert Kilometer aus dem Inland an die Küste.

Hier wurden vor allem die quadratischen Klötze für Kopfsteinpflaster produziert.

An der einen Spitze der Insel kletterten wir durch die steinernen Wälle einer  aus dem 16. Jahrhundert, von der aus die Einfahrt in den Hafen von Karlshamn gesichert wurde. Im 20. Jahrhundert wurden auf der Insel zahlreiche militärische Befestigungsanlagen aus Beton errichtet, die teilweise bis Anfang der 1980er Jahre genutzt wurden. Seitdem herrscht friedliche Ruhe auf der Insel, die nur gelegentlich gestört wird, wenn auf der Halbinsel nebenan im Steinbruch Sprengladungen gezündet werden, um auf diese Weise neues Gesteinsmaterial zu gewinnen.

Pause auf einer Bank aus Treibholz. 

Zu guter Letzt führte unsere Wanderung am ummauerten Friedhof der Festungskommandaten und an den Fundamenten eines ehemaligen Lotsenhauses vorbei. Die Schärenküste mit ihren unzähligen kleinen Felseninseln ist ein besonders tückisches Fahrwasser, und auch heute, im Zeitalter der Satellitennavigation, sind die Lotsen unerlässlich, um größere Schiffe sicher in den Hafen zu bringen. 

Mittwoch, 30. September 2015

In Schwedens sonnigster Stadt

Nach einem Platz an der Sonne mit Blick aufs Meer und die historischen Bauten der Weltkulturerbe-Stadt muss man in Karlskrona nicht lange suchen.

In den vergangenen zwei Jahren war Karlskrona, traumhaft schön im Schärengarten an der Ostsee gelegen, die von der Sonne am meisten verwöhnte Stadt Schwedens, und es ist gut möglich, dass sie es auch in diesem Jahr wieder wird. Heute zumindest waren die Bedingungen dafür perfekt: Blauer Himmel und fast sommerliche Temperaturen. In der Umgebung der Stadt, die König Karl XI im Jahr 1680 auf mehreren, der Küste vorgelagerten Felseninseln als stark besfestigte Marinebasis nach streng geometrischem Muster anlegen ließ und die 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wächst dank des milden Klimas sogar Wein. Das Anbaugebiet ist mit 5000 Rebstöcken gar nicht mal so klein, und der Wein ist immerhin so gut, dass er schon Auszeichnungen erhalten hat.
Wir waren heute nicht wegen des Weins in Karlskrona, wohl aber wegen des milden Klimas, vor allem aber, um um die besondere Atmospähre dieser Stadt zu genießen, die uns mit ihren großen Plätzen, Boulevards mit auf die Straße hinaus gebauten Cafés nach Pariser Vorbild, ihren vollständig erhaltenen alten Festungsanlagen und ihrem maritimen Flair immer wieder begeistert. Man müsste lange suchen, um eine Küstenstadt mit einer ähnlich hohen Lebensqualität zu finden.

Rechts hinter dem Leuchturm haben wir heute Mittag eine Picknickpause am Wasser gemacht.

Früher ein Arme-Leute-Viertel, in dem die Werftarbeiter wohnten, heute chic und so begehrt, dass der Wohnraum hier kaum bezahlbar ist. 

Fast 300 Jahre lang war Karlskrona ein stark befestigter Marinestützpunkt, und auch heute noch gehören Marineangehörige in Uniform zum Stadtbild.

Die meisten der ehemaligen Marinegebäude sind inzwischen zu Wohnhäusern umgebaut. Die Bewohner haben statt eines Autos ein Boot vor der Tür.

Segelschiff am Kai des Marinemuseums, das gerade wieder zum Museum des Jahres gewählt worden ist.

Dienstag, 29. September 2015

Schreck beim Snack

Wegen dieser Aussicht liebten wir den Picknickplatz an der Brücke zwischen den beiden Inseln. Allerdings werden wir die Aussicht dort künfttig lieber vom Auto aus genießen.

Au weia, das hätte beinahe Ärger gegeben! Auf dem Weg durch das riesige Åsnen-Seengebiet bei uns in der Nähe steuerten wir heute gegen Mittag einen unserer Lieblings-Picknickplätze an. Er liegt am Damm einer Brücke zwischen zwei Inseln. Man kann dort prima auf den großen, warmen Steinen am Ufer siitzen und aufs Wasser hinaus schauen, und genau das taten wir auch. 
Der heiße (Lupinen-)Kaffee aus der Thermoskanne dampfte im Becher, und auch unser kleiner Snack war schon ausgepackt. Aber irgendwie waren die Steine, die wir uns zum Sitzen ausgesucht hatten, nicht so bequem, wie sie zunächst schienen, und so schlug Marion vor, den Platz zu wechseln: "Lass und ein paar Meter weiter nach rechts umziehen. Dort können wir besser sitzen." 
Kaum waren wir aufgestanden und hatten, den Kaffeebecher in der Hand balancierend, gerade den ersten Schritt gemacht, da hörten wir es zischen, und eine große Schlange wand sich direkt vor unseren Füßen. Mit einem Satz waren wir oben auf dem Damm, nur der Inhalt des Kaffeebechers blieb unten. 
Nachdem wir uns von dem Schreck beim Snack erholt hatten, wagte sich Marion an die Kante des Damms, während ich aus sicherer Entfernung rief: "Pass auf! Sei vorsichtig!" Marion war sichtlich beeindruckt von dem, was sie dort auf den Steinen sah, auf die wir uns gerade setzen wollten: Die dicke Kreuzotter war nicht allein. Um sie herum schlängelten sich fünf deutlich kleinere Exemplare dieser Giftschlange – offenbar eine Mutter mit ihrem Nachwuchs, der das Sonnenplätzchen am Ufer offenbar genauso gut gefiel wie uns. 
Wir waren froh, dass wir diesmal nicht die Hunde dabei hatten – sie erholten sich zuhause von der morgendlichen Wanderung –, denn mit einer Giftschlange, die ihre Kinder dabei hat, ist nicht zu spaßen. Sie hätte, um den Nachwuchs zu verteidigen, wahrscheinlich sofort zugebissen.
Nachdem wir Reißaus genommen hatten, fiel uns ein, dass es wahrscheinlich gut gewesen wäre, wenn wir einen Zettel mit einer Warnung vor den Schlangen an der Brücke angebracht hätten, denn wir sind nicht die einzigen, die den eigentlich traumhaft schönen Ort als Picknickplatz für sich entdeckt haben, und auch bei Anglern ist die Brücke sehr beliebt. Aber im Zeitalter von iPad und iPhone hatten wir sowieso weder Stift noch Papier dabei.
Kreuzottern kommen in Skandinavien zwar recht häufig vor – ständig sehen wir überfahrene Schlangen auf der Straße –, aber dass man gleich auf eine ganze Familie dieser Schlangen trifft, ist zum Glück die Ausnahme.
PS: Auf ein Foto von den Schlangen haben wir hier verzichtet. Bei aller Tierliebe, eine ausgewachsene Kreuzotter mit fünf Jungtieren würden wir nicht unbedingt als niedlich bezeichnen.

Montag, 28. September 2015

Bergauf bergab von Bucht zu Bucht

Marion heute an der Schärenküste bei Järnavik.

Obwohl die "Berge" an der Schärenküste zwischen Karlshamn und Karlskrona kaum höher sind als 40 Meter, kam uns die heutige Radtour dort vor wie eine der gefürchteten Bergetappen bei der Tour de France. Kein Wunder, denn es geht von Meereshöhe ständig steil bergauf und wieder bergab. Puh, das war ganz schön anstrengend, aber immerhin wurden auf den rasanten Abfahrten die Bremsen mehr gefordert als unsere Muskeln in den Beinen. Am Ende jeder Abfahrt, und davon gab es einige, erwartete uns eine traumhafte Bucht oder ein malerischer Fjord. An einem Fjord machten wir direkt am Wasser eine Picknickpause und ließen uns dabei die Sonne ins Gesicht scheinen. Gesellschaft leistete uns dort ein Seehund, der sich dekorativ auf einem Stein sonnte. Leider war der Seehund nur aus Bronze oder Keramik.
Am Nachmittag bummelten wir noch durch das historische Holzhausviertel von Ronneby. 

Inka genießt bei der Picknickpause die Aussicht über den Fjord.

Bei unserer Picknickpause am Fjord leistete uns ein (leider nicht echter) Seehund Gesellschaft.

Haus in der Altstadt von Ronneby.

Sonntag, 27. September 2015

Ein magischer Ort am Fluss

Ein großer See speist diesen Fluss, dessen Wasserkraft einst die Schmiedehämmer eines Eisenwerkes antrieben.

Nur das rauschende Wasser, dass aus dem See über mehrere Stufen in den Fluss stürzt, um sich am Ende seiner Reise in die Ostsee zu ergießen, stört die himmlische Ruhe, wobei wir es nicht als Störung auffassen. Nein, es ist geradezu Musik in unseren Ohren.
Wir sind wieder einmal zu einem unserer Lieblingsplätze in der Umgebung unseres Hauses in Småland gewandert. Die Ruinen eines Eisenwerkes aus dem 17. Jahrhundert - genau genommen handelte es sich um eine Stangeneisen-Hammerschmiede, in der Nägel und Werkzzeuge für Haus, Hof und Garten hergestellt wurden – machen die Stelle an dem Fluss zu einem magischen Ort mit einer ganz besonderen Atmospähre.

Reste des alten Eisenwerkes. In diesen Ösen war vermutlich eine Maschine verankert.

Jahrhunderte lang übertönte der Lärm der Schmiedehämmer das Rauschen des Wassers, war wahrscheinlich sogar noch auf der anderen Seite des großen Sees zu hören. Um das Eisenwerk herum waren zahlreiche weitere Gebäude errichtet worden, die der Versorgung der Hüttenarbeiter dienten. So gab es zum Beispiel ein Backhaus und eine Schnapsbrennerei. Als sich im 19. Jahrhundert die Eisenverarbeitung in den småländischen Wäldern nicht mehr lohnte, wurde auf Holzverarbeitung umgestellt. Um 1950 endete die Geschichte dieses Industriestandortes, und seitdem herrscht hier Stille. Die Natur hat sich vieles zurückgeholt, was ihr einst entrissen worden war, und die aus Granit gehauenen Fundamentblöcke der Fabrikgebäude, die aus Holz gebaut waren, fügen sich harmonisch in die Landschaft ein – steinerne Zeugen aus der Frühzeit der Industriealisierung. Heute ist das Gelände Naturreservat ausgwiesen und vor menschlichen Eingriffen geschützt.

Hier stand einst das Eisenlager. Von dem Gebäude sind nur noch die Fundamentsteine erhalten.

Samstag, 26. September 2015

Mit dem Fahrrad durch den See

Immer geradeaus ohne nennenswerte Steigungen: Mit dem Fahrrad unterwegs auf einem alten Bahndamm.

Das Schöne an alten Bahntrassen, die zur Fahrradwegen umfunktioniert worden sind, ist das Fehlen nennenswerter Steigungen. Man kann also ganz entspannt geradeaus fahren und dabei die Landschaft rechts und links des einstigen Bahndamms genießen. Obwohl die Bahnlinie direkt am Ufer des riesigen Åsnen-See schon 1970 stillgelegt worden ist, sind viele der alten Bahnhofsgebäude aus der Mitte des 19. Jahrhunderts noch gut erhalten und zum Teil aufwändig restauriert und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden. Man kommt sich also ein wenig vor wie auf einer Zeitreise.
Die Etappe, die wir für unsere heutige Radtour gewählt hatten, ist besonders reizvoll, da sie kilometerweit auf einem schmalen Damm durch den See führt – links und rechts Wasser. Um den Schiffsverkehr durch den Bahndamm nicht abzuschneiden, hatten die Erbauer der Bahnlinie in den Bahndamm eine Drehbrücke eingebaut, die bei Bedarf mit einer Handkurbel zur Seite gedreht wurde, um die kleinen Dampfschiffe, die einst auf dem See unterwegs waren, passieren zu lassen.
Auf dem Banvallsleden (Bahndammweg) waren wir schon einmal mit dem Fahrrad unterwegs, das ist aber schon mehr als 15 Jahre her. Außer, dass die Beschilderung erneuert worden ist, hat sich seitdem entlang dem Weg eigentlich nichts geändert. Die traumhafte Landschaft hat nichts von ihrer Schönheit eingebüßt und uns wie damals fasziniert.

Kleiner Stopp auf der alten Eisenbahnbrücke.

Unter der Holzkonstruktion verbirgt sich eine historische Eisenbahn-Drehbrücke.

Da der Åsnen nur etwa zwei Meter tief ist, erwärmt sich das Wasser relativ schnell, und auch die Luft über dem Wassser wird aufgeheizt, sodass man über dem See meistens blauen Himmel sehen kann, während es an Land ziemlich bewölkt ist. 

Freitag, 25. September 2015

On the Rocks

Marion an der Schärenkäste – on the rocks.

Heute waren wir bei bestem Wetter an der Schärenküste, die nur etwas mehr als 40 Kilometer von unserem Haus im südlichen Småland entfernt ist. Wir sind um eine Halbinsel herum, die weit in die Ostsee hineinreicht, von Felsen zu Felsen gesprungen und geklettert, was einen Riesenspaß gemacht hat und zugleich eine spannende sportliche Betätigung war. Manchmal schien es nicht mehr weiter zu gehen, weil die Felsen einfach zu groß waren, aber dann entdeckten wir doch noch eine Möglichkeit, auch dieses Hindernis zu überwinden. Gut, dass es nicht gerade vorher geregnet hatte, denn dann wären die Felsen nass und rutschig gewesen und wir hätten trotz der Trailrunningschuhe mit den Super-Grip-Sohlen keinen Halt gefunden, und das Springen und Klettern on the rocks wäre dann auch zu gefährlich gewesen.
Nach diesem kleinen Abenteuer haben wir noch einen Bummel durch den Yachthafen und den kleinen Fischereihafen gemacht, um Boote anzugucken, und dann sind wir kurz in die Stadt, um etwas fürs Picknick am Wasser einzukaufen. Ein schöner Tag am Meer ...

Blick auf eine der Küste vorgelagerte Schäreninsel und die Ostsee.

Donnerstag, 24. September 2015

Mut zu mehr Farbe

Ein typisches schwedisches Haus auf dem Land ist traditionell in Falunrot gestrichen.

Hier im ländlichen Småland sind die Häuser normalerweise in Falunrot gestrichen. Das Pigment für diese Farbe ist gewissermaßen ein Abfallprodukt der Kupfergewinnung in den Gruben der mittelschwedischen Stadt Falun. Da es Eisenvitriol enthält, konserviert es das Holz, und ein Anstrich mit dieser natürlichen Holzschutzfarbe, die mit Leinöl und Stärke angerührt ist, hält etwa 30 Jahre. Falunrot wurde einst so beliebt, weil es billig war und sich damit das Ziegelrot mitteleuropäischer Backsteinhäuser nachahmen ließ. Zumindest in ländlichen Regionen sieht man auch heute noch überwiegend falunrote Häuser. Lediglich repräsentative Gutshäuser sind traditionell in Gelb gestrichen. Umso mehr fällt es auf, wenn ein Haus farblich aus der Reihe tanzt. Bei uns in der Nähe entdeckten wir heute ein Bauernhaus, das frisch gestrichen worden ist – in Hellblau! Hässlich ist das nicht – und auf jeden Fall ein Hingucker, insbesondere mit den farblich wunderbar zum hellblauen Haus passenden Grassilage-Rundballen, die in rosafarbene Folie verpackt sind. Meines Wissens nach ist in Deutschland solche Folie nur in Weiß und in Grün erhältlich, und ich wette, es wäre auch jedem Landwirt ziemlich peinlich, würde er im Agrarfachhandel nach rosafarbener Folie fragen. Das Gespött der Verkäufer und anderen Bauern wäre ihm sicher.
Offenbar sind schwedischer Bauern zumindest in Bezug auf Farben mutiger ...

Hier hat der Bauer Mut zur Farbe bewiesen: Hellblaues Haus und in rosafarbene Folie verpackte Grassilageballen.