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Montag, 16. April 2018

Er ist wieder da!

Nein, keine Angst, gemeint ist in diesem Fall nicht der fiese Diktator aus dem gleichnamigen, 2015  verfilmten Roman von Bestseller-Roman von Timur Vermes. Es geht vielmehr um den Falken, der zum Nisten in den Schleiereulenkasten in Nachbars Scheune eingezogen ist. Bis vor einigen Jahren stritten sich in jedem Frühjahr die Falken uns Schleiereulen um den Kasten, und mal gewannen die einen, mal die anderen. Im vergangenen Jahr gab es dann nur noch Gerangel unter zwei Falkenpärchen. Die Schleiereulen kamen kamen erst später im Jahr, offenbar zur zweiten Brut. Wir sind gespannt, von wem und wie oft der beliebten Brutplatz in diesem Jahr genutzt werden wird.

In den Schleiereulenkasten in Nachbars Scheune sind wieder die Falken eingezogen. Das Blech ums Einflugloch soll Marder fernhalten.

Donnerstag, 5. April 2018

Alle Vögel sind schon da

Fünf Eier hat die Amsel in ihrem Nest. 
Zuerst kamen die Stare und bezogen ihren Kasten im an der nach Süden ausgerichteten Wand im Innenhof, und jetzt haben auch die Amseln mit dem Brüten begonnen – wieder, wie schon im Frühling des vergangenen Jahres, an der Westwand des Gartenschuppens, umgeben und halbwegs gut geschützt vom Geäst der Kletterhortensie. Und an den beiden Futterplätzen im Garten herrscht wie stets großer Andrang.

Sonntag, 11. Februar 2018

Pelztier im Bach

Auf unserer Sonntagstour mit den Hunden überquerten wir sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg die Aue, einen der Quellbäche der Ilmenau, und beide Male sahen wir drei Tiere im Wasser schwimmen, die wir leider nicht genau identifizieren konnten. Bevor ich die Kamera startklar hatte, waren schon zwei der Tiere im Bewuchs der Uferböschung verschwunden, sodass ich nur noch eines vor die Linse bekam. Den Schwanz konnten wir nicht genau erkennen, sonst hätten wir zweifelsfrei sagen können, ob es sich um Biber handelt oder nicht. Allerdings erschien uns der Bach ein wenig schmal für Biber. Außerdem waren die Tiere für Biber vielleicht doch etwas zu klein, für Bisamratten aber zu groß. So ist es am wahrscheinlichsten, dass wir es hier mit sogenannten Biberraten zu tun hatten, die auch als Nutrias bezeichnet werden. Sie haben wir in diesem Winter schon mehrfach beobachten können, immer in Bächen oder Gräben.
Schade, dass uns das Pelztier nicht die Zähne gezeigt hat. Die sind bei Nutrias (ebenso wie bei Bibern) orangefarben. Die Färbung kommt durch Eisenablagerungen zustande. Auf Nutria deutet auch die Gesichtsform hin, die an die eines Meerschweinchens erinnert.

Ein dickes Pelztier im Bach.
Nahaufnahmen von Nutrias bei Sonnenschein hatten wir vor knapp einem Jahr gemacht: "Biber-Safari wird zur Nutria-Safari".

Montag, 5. Februar 2018

So schön kann der Winter sein

Schnee und blauer Himmel – beste Voraussetzungen für einen traumhaft schönen Wintertag.
Morgens um sieben zeigt das Thermometer minus zwölf Grad an, und die gerade aufgehende Sonne verheißt einen wunderschönen Wintertag. Tatsächlich ist die Kombination von knackiger Kälte, reichlich Schnee und blauem Himmel das Beste, was der Winter zu bieten hat. Dann funkeln die Schneekristalle in der Sonne schöner als jeder Diamant, und das ohnehin schon strahlende Weiß wirkt noch weißer.

Marion und die Hunde genießen die Tour im Schnee.
Auf unserer Tour mit den Hunden genießen wir den traumhaften Wintertag aus vollen Zügen. Bewusst haben wir eine Strecke gewählt, die größtenteils nicht durch den Wald, sondern durch die offene Landschaft führt. Auf einer Weide steht unser alter Kumpel, ein dickes Fjordpferd, das wir nun schon seit mehr als 20 Jahren kennen. Wie es heißt, wissen wir allerdings immer noch nicht, aber das macht auch nichts. Heute haben wir dem Norweger ein vom Vorabend übrig gebliebenes und auf dem Ofen getrocknetes halbes Baguette mitgebracht. Eine Pferdedecke braucht der Hengst nicht, seine dicke Wolle schützt ihn perfekt gegen Kälte. Bei unseren beiden kurzhaarigen Hunden, Fiene und Fyffes, sind wir uns da nicht so sicher, und so haben wir ihnen ihre "Pferdedecken" übergeworfen. Fussel hingegen braucht keine Decke, ihr langes Fell ist ein ebensoguter Kälteschutz.

Der Norweger freut sich über ein halbes Baguette.

Montag, 29. Januar 2018

"Wächter" am Wegesrand

Zwei große alte Eichen markieren oft eine Hofeinfahrt oder einen abzweigenden Weg. Wächter am Wegesrand, wenn auch von ganz anderer Art, passieren wir stets an einer unserer Hunderunden: zwei stattliche Ameisenhügel. 
So akkurat, wie die kleinen Tierchen sie in geringer Entfernung zueinander und auf gleicher Höhe aus Fichtennadeln und kleineren Zweigen aufgeschichtet haben, sieht es fast so aus, als wollten sie den anderen Waldbewohnern zeigen, wo sich der "Zugang" hinein in den Wald befindet. Dieses Waldameisenvolk (zunächst gab es nur einen Wohnhügel) scheint sehr vermehrungsfreudig zu sein, denn außer dem zweiten Haufen gibt es wenig weiter noch einen dritten. 
Betrieb ist derzeit nicht. Die Ameisen halten Winterruhe. Auch sie überwintern als komplettes Volk mit Königin und vielen Arbeiterinnen, vergleichbar mit den Bienen. Anders als diese erzeugen sie aber keine Wärme, um kuschelig zu überwintern. Indem sie ihre Körperflüssigkeit auf eine Art dickflüssiges Konzentrat reduzieren, erhöhen sie damit gleichsam ihren körpereigenen Frostschutz und können so auch zweistellige Minusgrade überstehen.
Sobald die Temperaturen wieder steigen und die ersten richtigen Sonnenstrahlen das Nest erwärmen, erwachen sie wieder zu geschäftiger Betriebsamkeit. 
Bis dahin werden aber noch einige Wochen vergehen. Marion

Akkurat angelegt: Waldameisen haben hier nur wenige Meter voneinander entfernt ihre Wohnhügel aufgeschichtet. Betrieb ist derzeit nicht. Die Ameisen halten Winterruhe und warten auf wärmere Zeiten.

Dienstag, 16. Januar 2018

Schlechte Tischmanieren

Man muss schon etwas genauer hingucken, um den rätselhaften Hügel im Rasen 
zu erkennen, der sich unter dem Vogelhaus gebildet hat.
Nanu, was wölbt sich denn da für ein Hügel unter dem Vogelhaus im Apfelbaum? Vielleicht ein Maulwurfshügel? Nein, der Hügel ist das Resultat schlechter Tischmanieren. Die Vögel kleckern beim Fressen schlimmer als jedes Kleinkind. Kein Wunder, dass wir alle paar Wochen einen neuen 25-kg-Sack Sonnenblumenkerne bestellen müssen.
Die heruntergefallenen Sonnenblumenkerne haben sich zu oben erwähntem Hügel aufgetürmt, und darüber ist inzwischen Gras gewachsen.
Die schlechten Tischmanieren haben aber auch einen schönen Nebeneffekt: Im Sommer werden wieder, wie schon im vergangenen Jahr, etliche Sonnenblumen unter dem Vogelhaus sprießen.

Freitag, 29. September 2017

Der Tag der Schmetterlinge

Die blühenden Astern haben zwei Admirale angelockt.
Ja! Wir haben es geschafft! Das Ziel: Wir wollten in unserem Garten, der sich mangels Zeit und Durchsetzungsvermögen (ich lasse lieber kleine Pflänzchen stehen, als sie auszureißen) immer hart an der Grenze zum komplett ungezügelten Wildwuchs befindet, immer etwas blühen haben, das Schmetterlinge, Bienen und Hummeln lieben und wir selbst auch schön finden.
In diesen Tagen blühen noch immer ein paar Borretschpflanzen, Kapuzinerkresse, Nachtkerzen, Dahlien, Sedum, Steinkraut und nun auch die Astern, sie in frischer Pracht. An diesem schönen, milden Herbsttag lockten sie die Tagfalter an, wie unser Sommerflieder es in den Wochen davor getan hatte. Besonders zahlreich fanden sich heute Pfauenaugen und Admirale ein, die einen regelrechten Tanz über den Blüten aufführten.
Auch den Kohlweißlingen ist es gut ergangen, ihre Nachkommen haben bei uns keinen Kohl zum Knuspern gefunden, dafür aber die Blätter der kräftig-kresseartig schmeckenden Kapuzinerkresse komplett vertilgt. Die Raupen gediehen prächtig, die Kapuzinerkresse auch, sie erholte sich in kurzer Zeit, brachte neue Blätter hervor und sieht nun wieder aus wie zuvor.
Der Kreis ist geschlossen von den ersten Schneeglöckchen im Februar über Krokusse, Tulpen bis hin zu Rosen, Sonnenblumen, Malven, Wicken, Dahlien, Cosmeen und nun den Astern.
Wie schön – an jedem sonnigen Tag brummte, surrte und flatterte es vor unserem Haus. Genau das, was wir wollten. Und die Bestätigung dafür, dass es nur wenig Platz und Mühe braucht, um ein kleines Paradies zu schaffen. Nun werden wir noch ein paar Blumensamen einsammeln, damit wir im nächsten Jahr wieder ein neues Gartenbild malen können. Wir freuen uns schon!

Dienstag, 25. Juli 2017

Gut getarnt

Nicht jeder Raupe ist es vergönnt, sich irgendwann in einen Falter verwandeln. Viele von ihnen fallen zuvor den Vögeln zum Opfer, für die so eine Raupe buchstäblich eine fette Beute ist. Die beste Überlebensversicherung für eine Raupe ist eine gute Tarnung. Die des Exemplars auf unserem Foto, am Wochenende fotografiert in unserem Garten, ist geradezu perfekt:

Hoffentlich frisst die Raupe nicht das ganze Blatt auf. Dann wäre ihre Tarnung futsch.

Sonntag, 16. Juli 2017

Hechelnde Hunde

Die Hund versuchen, sich durch Hecheln etwas Kühlung zu verschaffen.
20 Grad – das ist doch eigentlich eine angenehme Temperatur zum Wandern. Aber nicht, wenn es so schwül ist wie heute. Die 20 Grad kamen uns gefühlt wie 30 Grad vor, und auch den Hunden war es eindeutig zu heiß, wir wir unschwer an den heraushängenden Zungen erkennen konnten. Deshalb haben wir heute eine nicht ganz so lange Tour gemacht wie sonst.
Doch das drückende Wetter hatte auch etwas Gutes: Es waren keine anderen Leute unterwegs, und wir hatten die Landschaft ganz für uns alleine.

Dienstag, 11. Juli 2017

Den Bock zum Gärtner machen?

Die Bienen und Hummeln freuen sich ebenso
wie 
wir über die vielen schönen Sonnenblu-
men im Garten.
Den Bock zum Gärtner machen? Nein, lieber nicht! Die Gefahr, dass das passiert, ist auf unserem Hof allgegenwärtig, vor allem seit Ziegenbock Linus zur Verstärkung zwei kleine Böckchen an seine Seite bekommen hat. Die liebe Minou, Mutter der beiden Kleinen, würde aber mindestens ebenso viel Schaden anrichten – wenn wir nicht stets darauf achten würden, dass alle Pforten zum Obst- und Gemüse- und Rosengarten fest verriegelt sind. Bei anderen Vertretern der Klasse der Wirbeltiere haben wir überhaupt nichts dagegen, wenn sie sich bei uns gärtnerisch betätigen. Bei den Vögeln hat die gärtnerische Betätigung auch gar nichts Destruktives. Im Gegenteil: Sie sorgen fleißig dafür, dass die sommerliche Blütenpracht im Garten besonders üppig ausfällt. Sie säen nämlich im großen Stil Sonnenblumen, und dafür sind wir ihnen durchaus dankbar, wenngleich wir uns schon ein bisschen ärgern, dass sie mit den Sonnenblumenkernen am Futterhaus – wir füttern bekanntlich ganzjährig – so 'rumsauen und wir ständig für Nachschub sorgen müssen. Aber die vielen Kerne im Gras sind nicht verloren. Etliche von ihnen keimen, und aus einigen wachsen dann schöne, große Sonnenblumen, und das an beiden Vogelfutterplätzen im Garten.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Auf die Hinterbeine

Schlimm genug, dass sich Minou immer wieder als Forstschädling betätigt, aber jetzt gibt sie auch noch ihren beiden Söhnen Anschauungsunterricht in dieser Disziplin. Zum Glück sind diese noch nicht ausgewachsen, und so wird es noch eine Weile dauern, bis sie wie ihre Mutter an die Zweige in zwei Meter Höhe herankommen. Wären die Ziegen nicht so liebenswert, würden wir uns schwertun, ihnen all den Schaden zu verzeihen, den sie auf dem Hof anrichten.

Wer sich auf die Hinterbeine stellt, kommt auch an höher hängende Zweige heran. Minou
zeigt dem 
Nachwuchs, wie es geht. 

Sonntag, 25. Juni 2017

Herr und Frau Gimpel geben sich die Ehre

Der Vogelschwund in Deutschland ist dramatisch. Ein Drittel aller Vogelarten zeigt seit Ende der 1990er Jahre "signifikante Bestandsabnahmen", teilte im Mai der NABU mit. Von der Bundesregierung offiziell bestätigten Zahlen zufolge gab es allein beim Kiebitz zwischen 1990 und 2013 einen Rückgang um 80 Prozent, beim Rebhuhn sogar um 84 Prozent. Verantwortlich für diese besorgniserregende Entwicklung insbesondere bei den Feld- und Wiesenvögeln ist die intensive Landwirtschaft, die vielen Arten den Lebensraum genommen hat. Indem wir Erzeugnisse aus ökologischem Landbau kaufen, können wir den Vogelschwund nicht stoppen, aber immerhin einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass er nicht immer noch schlimmer wird.
Und im eigenen Garten lässt sich immerhin für die Singvögel etwas tun, die ebenfalls buchstäblich auf dem absteigenden Ast sind. Statt großer Rasenflächen, die streng genommen nichts Anderes sind als die landwirtschaftlichen Monokulturen im Kleinen, können wir unsere Gärten vielfältig und vogelfreundlich gestalten. Darüber hinaus ist die Ganzjahresfütterung ein Erfolg versprechende Möglichkeit, die Artenvielfalt bei den Gartenvögeln zu erhöhen. Unser Selbstbedienungsrestaurant im Apfelbaum hat also 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Bis zu zwei Zentner Sonnenblumenkerne gehen dort im Jahr über die Theke.
Das Angebot nehmen Blaumeise, Kohlmeise, Weidenmeise, Buchfink, Kernbeißer, Kleiber, Grünfink, Rotkehlchen, Amsel und Wacholderdrossel dankbar an. Heute haben sich zwei neue Gäste am reich gedeckten Tisch eingefunden: Herr und Frau Gimpel kamen zu einem ausgiebigen Frühstück vorbei, und darüber haben wir uns riesig gefreut.

Ein Gimpelpaar hat sich in unserem Selbstbedienungsrestaurant eingefunden.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Romantischer Ratzeplatz

Ein nettes Sonnenplätzchen.
Nicht auf Rosen gebettet hat sich Parson-Russell-Terrier Viererlein, aber doch wenigstens an Rosen. Bei so schönem Sommerwetter legt er sich gern ins kühle Gras und macht ein Nickerchen, Wachhund bleibt er trotzdem. Die Stelle am – zugegebenermaßen – noch spärlich berankten Rosenbogen hat er strategisch günstig gewählt, denn er liegt ungefähr in der Mitte unserer Obstwiese, allzeit bereit, sofort aufzuspringen, wenn sich hinten bei den Pferden am Zaun oder vorn zur Straße hin etwas regt. Vorerst aber ratzt er nur. Erst nach einer guten halben Stunde wird es ihm zu heiß und er zieht in den Schatten um.
Die kleinblütige Ramblerrose, die in diesem Bild den malerischen Hintergrund bildet, heißt übrigens Maria Lisa. Sie blüht nur einmal im Jahr, dafür mit umso mehr kleinen Blütchen, denen später Hagebutten folgen. Gezüchtet hat sie der Augustinermönch Bruder Alfons im Jahr 1925. Benannt hat er sie nach zwei Frauen, die in seinem Kloster arbeiteten, was für eine hübsche Geste! Obwohl diese Rose, die noch sehr einer Wildrose ähnelt, grundsätzlich gern von Bienen besucht wird, haben die sich bei uns noch nicht sehen lassen, dafür aber viele kleine Käfer und noch manches andere Insektengetier. Ich habe diesen Neuzugang in unserem Garten jedenfalls schon jetzt ins Herz geschlossen, denn im ersten Jahr noch dazu nach diesem frostigen Mai hatte ich nicht mit so einer Blütenfülle gerechnet. Maria Lisa soll bis zu fünf Metern hoch werden, da hat sie noch etwas vor sich!

Samstag, 27. Mai 2017

Famlienglück

Die Amsel auf ihrem Nest in der Kletterhortensie an der Wand unseres Gartenschuppens.
Seitdem eine Amselfamilie im Schutz der Kletterhortensie, gleich bei der Regenwasserwanne, ihr Nest auf einem bisher nutzlosen alten Ochsenjoch, das seit Jahren zugewuchert an der Wand hing, bezogen hat, nehmen wir Anteil an ihrem Leben.
Wir bangten mit den Amseln, als das Gewitter vor mehr als einer Woche niederging und das Wasser über ihren Köpfen hinweg über das Dach auf den Hof schoss. Aber sie haben ihren Nistplatz gut gewählt, das Nest und die Kleinen blieben trocken. Vor knapp einer Woche sind die Amselküken geschlüpft. Vier Eier lagen bei meiner letzten Kontrolle, als gerade einmal "sturmfreie" Bude war und beide Elterntiere kurz unterwegs waren, im Nest. Jetzt sind wir am Rätseln, wie viele kleine Amseln dort nun eigentlich heranwachsen. Drei habe ich schon gesehen, Inka meint, es könnten auch fünf sein. Egal, es ist hinreißend mitzuerleben, wie sehr sich die Eltern für sie abrackern. Das Männchen brachte ständig Würmer für das noch brütende Weibchen herbei, bewachte das Nest aus der Ferne, bereit, jeden Eindringling im Revier hinfortzujagen. Sobald die Abendsonne herumkommt und heiß aufs Nest brennt, stellt sich das Weibchen mit aufgefächertem Flügel darüber und bietet den benötigten Sonnenschutz. Ich mag Regenwürmer sehr, dennoch bin ich immer froh, wenn ich die beiden Amseln mit vollem Schnabel von oben auf der Wiese oder von vorn unter den Apfelbäumen am Haus zum Nest zurückfliegen sehen.
Als ich gestern ausgiebig neu gepflanzte Blümchen und Bäume in unserem Vorgarten goss, wartete das Amselmännchen schon etwas abseits auf einem Zweig, kaum räumte ich mit der nun leeren Gießkanne das Feld, flog es herbei und suchte in der feuchten, warmen Erde nach Beute.
Ein Nest so direkt in unserem Umfeld und dabei noch fast auf Augenhöhe hatten wir noch nie, ich hoffe, dass dieser Plätz nun noch öfter gewählt wird und alles klappt mit dieser Amselbrut. Allgemein hatten es die Vögel so schwer in diesem Jahr mit diesem so eisekalten April und Maibeginn. Erst jetzt fliegt mehr kleines Getier herum. Zum Glück haben wir keinen Mangel an Regenwürmern, diesbezüglich haben es die Amseln einfacher als beispielsweise die Meisen.

Die hungrigen Jungvögel warten darauf, dass Mutter und Vater ihnen die Schnäbel stopfen.

Dienstag, 25. April 2017

Hin- und hergerissen

Einer der Falken, die unter dem Dach der Scheune im Hintergrund nisten, hat Beute gemacht.
Wenn ich so etwas beobachte wie heute, bin ich immer hin- und hergerissen zwischen Faszination und Ekel: Einer der beiden Falken, die – wie in jedem Frühjahr - ihr Nest unterm Dach von Nachbars Scheune bezogen haben, sitzt auf dem Schuppendach nebenan und zerrupft seine Beute – einen kleinen Vogel. Ja, so grausam geht es zu in der Natur, und Raubtiere müssen nun einmal Beute machen, um zu überleben und ihren frisch geschlüpften Nachwuchs vor dem Hungertod zu bewahren.
Trotzdem tut es mir leid, wenn die Singvögel, die wir mit unserem ganzjährig bestückten Futterhaus in unseren Garten locken, den Falken zum Opfer fallen. Sollen wir das Füttern vielleicht lieber lassen, damit die Singvögel wegbleiben? Nein, dann würden nicht nur viele Singvögel verhungern, sondern auch die Falken hätten weniger zu fressen. Wir werden also den Singvögeln weiterhin Futter anbieten und hoffen, dass die Singvogel-Population dadurch so groß und stark wird, dass sie einige Verluste durch die Falken verkraften können.
Wir Menschen richten ja sowieso mehr Schaden an als alle Raubtiere zusammen. Raubtiere jagen und töten, um zu überleben, und sie machen nicht mehr Beute, als sie zum Überleben benötigen. Das war einst auch bei den Menschen so üblich. Doch heutzutage werden Tiere aus Habgier getötet. Das fängt beim Wettangeln an und endet in den Tierfabriken, die der industriellen Fleischproduktion dienen. So gesehen ist der (Fleisch fressende) Mensch das schlimmste aller Raubtiere und sollte sich deshalb kein Urteil über das Jagdverhalten der Falken erlauben. Und auch ich werde mich, obwohl ich Veganerin bin, zurückhalten und mich aufs Beobachten und Fotografieren dieser Greifvögel beschränken.

Eine blutige Angelegenheit, aber im Gegensatz zu uns Menschen hat der Greifvogel keine Wahl bei der Zusammenstellung seines Speiseplans.

Samstag, 15. April 2017

Familienglück

Papa Linus (links) und Mama Minou mit den beiden Ziegenkindern.
Unser schönstes Ostergeschenk sind die zwei Ziegenlämmer, die Minou vor zwei Wochen zur Welt gebracht hat und die jetzt schon mit ihr und Papa Linus zusammen auf der Weide herumspringen. Stundenlang könnten wir ihnen dabei zuschauen, wie die Minis zirkusreif beim Brennholz auf den noch nicht gespaltenen Baumscheiben balancieren und sich gegenseitig zum Spielen herausfordern.

Jeden Tag werden die Lämmer größer und kräftiger,

Dienstag, 28. März 2017

Biber-Safari wird zur Nutria-Safari

Schwimmt da ein Biber in der Aller? Nein, am Schwanz lässt sich erkennen, dass es sich in diesem Fall um ein Exemplar der Gattung Myocastor (Nutria) handelt.
Hier lässt sich gut erkennen, dass dieses Nagetier keine bibertypische nackte "Ruderkelle", sondern einen ganzen normalen, behaarten Schwanz hat.
Am Wochenende hatten uns Freunde zu einer Biber-Safari am Oberlauf der Aller eingeladen. Bei schönstem Frühlingswetter wanderten wir am Ufer des sich durch grüne Wiesen schlängelnden Flusses entlang, der im Westen der Magdeburger Börde zwischen Oschersleben und Helmstedt entspringt und nach 260 Flusskilometern bei Verden in die Weser mündet. Wir sahen eine Biberburg, zwei Biberdämme von beeindruckender Größe und etliche von Bibern angenagte und gefällte Bäume, aber keinen einzigen Biber. Enttäuscht waren wir dennoch nicht, denn zum einen hatten wir doch auch nicht ernsthaft damit gerechnet, eines dieser scheuen Nagetiere zu entdecken, und zum anderen konnten wir auf der Tour aus nächster Nähe ein halbes Dutzend Nutrias beobachten, und die sehen ja den Bibern fast zum Verwechseln ähnlich, haben nur nicht den charakteristischen nackten, flossenartigen Schwanz (Kelle genannt), sondern eine "normale" behaarte Schnur.
Aufgrund der Ähnlichkeit werden die Nutrias auch Biberratten oder seltener Sumpfbiber oder Schweifbiber genannt. Und auch im zoologischen Namen Myocastor coypus steckt ein bisschen Biber (Castor).

Hier sieht man die nutriatypischen orangefarbenen  Nagezähne blitzen. Die Orangefärbung wird durch Eisenablagerungen hervorgerufen.
Im Gegensatz zu den Bibern sind die Nutrias überhaupt nicht scheu. Sie haben noch nicht einmal Angst vor (angeleinten) Hunden. Unterwegs trafen wir einen älteren Mann, der uns erzählte, dass einige Nutrias ihm sogar aus der Hand fressen. Er füttere sie zuweilen mit Äpfeln und Möhren, sagte er. Das sei auch gar nicht verwerflich, denn die Nutrias seien ja gar keine echten Wildtiere, sondern die Nachkommen von Nutrias aus Pelztierfarmen in der ehemaligen DDR. Nach der Wende sei die Pelztierzucht aufgegeben worden, und man habe damals die Tiere einfach freigelassen, und so seien sie mit den Jahren immer weiter nach Westen gewandert.

Hier kommt die Meerschweinchenverwandtschaft besonders gut zur Geltung.
Tatsächlich wurden in der DDR im großen Stil Nutrias gehalten, und zwar nicht nur als Pelzlieferanten, sondern auch, weil ihr Fleisch durchaus zart und wohlschmeckend sein soll. Bei Wikipedia fanden wir den Hinweis auf ein Fachbuch für Pelztierzüchter der DDR aus dem Jahr 1953, in dem die Verarbeitung der Nutrias zu Rouladen, Mettwurst und Räucherfleisch beschrieben wurde. Und in den Gefängnissen der DDR soll regelmäßig Nutria mit Pellkartoffeln auf der Speisekarte gestanden haben.

Als Veganerinnen lehnen wir es selbstverständlich ab, diesen possierlichen Tierchen, die uns wie Riesenmeerschweinchen vorkamen (und in der Zoologie tatsächlich auch zu den Meerschweinchenverwandten gezählt werden), auch nur ein Haar zu krümmen. Im Gegensatz zu den Bisamratten, die die Uferböschungen unterhöhlen, richten Nutrias offenbar auch kaum Schaden an. Gleichwohl ist die ursprünglich aus Südamerika stammende Tierart hierzulande nicht unbedingt gern gesehen. So stehen die Nutrias auf der EU-Liste der invasiven, gebietsfremden Arten, und ihre weitere Einfuhr und Zucht ist verboten.

Dienstag, 21. März 2017

Wo kommt der denn her?

Direkt unter der Gartenpforte ist über Nacht ein kleiner Berg gewachsen.
Als ich heute die Post hereinholte, was sah ich da direkt unter der Gartenpforte? Einen Maulwurfshaufen. Wie ist denn der dahingelangt? Unter der Pforte liegen doch Betonplatten. Ich untersuchte den kleinen Erdhügel und erstellte erstaunt fest: Der ganze Sand ist durch die schmale Fuge zwischen dem Trittstein aus Granit und der Gehwegplatte ans Tageslicht gekommen. Erstaunlich, was für eine Kraft die Maulwürfe doch haben, dass es ihnen gelingt, so viel Sand durch eine schmale Fuge zu pressen!
Schade nur, dass der Maulwurf erst jetzt an der Stelle aktiv geworden ist. Im Winter hätte ich den Auswurf gut gebrauchen können – als Streusand.

Mittwoch, 8. März 2017

Viel los am Wegesrand

Hier eine Herde Schafe, dort ein Trupp Kraniche. Zurzeit scheint richtig viel los zu sein bei uns in der dünn besiedelten südlichen Lüneburger Heide. Solche Bilder konnten wir in den vergangenen Tagen gleich mehrfach aufnehmen:

Wer das Bild vergrößert betrachtet, wird feststellen: Auch das sprichwörtliche schwarze Schaf fehlt in dieser Herde nicht.
Die Kraniche rasten auf ihrem Zug nach Norden bevorzugt auf abgeernteten Maisfeldern, wo die noch etliche Körner finden können.



Montag, 27. Februar 2017

Auf der Durchreise

Wenn die Kraniche gen Norden ziehen, kann der Frühling nicht mehr weit sein. Und tatsächlich beginnt er ja schon übermorgen, zumindest meteorologisch. Es ist zurzeit bei uns in der Gegend kaum möglich, einen kleinen Spaziergang zu machen, ohne dabei mindestens zwei Kraniche zu sehen. Und bevor man sie sieht, hört man sie, denn sie machen ja durch laute Rufe auf sich aufmerksam. Besonders eindrucksvoll ist es, wenn ein ganzer Trupp auf einem Feld landet, um hier für ein oder zwei Tage zu rasten. Dann hören wir die Rufe der Vögel sogar bei geschlossenen Fenstern im Haus.
Nicht alle Kraniche sind auf der Durchreise. Seitdem die Winter milder geworden sind, bleiben immer mehr von ihnen hier, brüten am Rand der Moore und ziehen hier ihren Nachwuchs groß.

Ein Trupp Kraniche hat sich einen Streifen Ackerland am Waldrand als Rastplatz ausgesucht.