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Dienstag, 30. April 2019

Ein Jahr später . . .

Au weia, jetzt ist doch tatsächlich schon ein ganzes Jahr vergangen, ohne dass wir hier etwas gebloggt haben. Wir hätten es gar nicht gemerkt, wenn wir nicht heute folgenden Kommentar auf unseren letzten Beitrag erhalten hätten: "Ein Jahr ohne Die Grashüpferinnen – schade :-(" schrieb unsere treue Leserin Maria.
Es freut uns durchaus, dass unsere Beiträge immerhin von einer Lesenden vermisst werden, wenngleich der Beweggrund dafür, dass wir das Bloggen hier an dieser Stelle (vorübergehend?) eingestellt haben, nicht etwa mangelndes Interesse seitens der Lesenden war. Nein, über die Zahl der Seitenaufrufe konnten wir uns nie beklagen. Der Grund für die Zurückhaltung ist vielmehr, dass wir ein wenig die Lust daran verloren haben, uns öffentlich mitzuteilen und Privates für alle zugänglich preiszugeben. Außerdem wollen wir nicht in den Verdacht geraten, eitle Selbstbespiegelung zu betreiben und der Sucht, die auf Neudeutsch Selfiemania heißt, erlegen zu sein. Selbstdarstellung gibt es auf Instagram, Facebook und anderen Zeiträuber-Plattformen ohnehin schon mehr als genug, sodass wir das Spielchen nicht auch noch dabei mitmachen müssen.
Statt zur allgemeinen Unterhaltung und Belustigung beizutragen, wollen wir unsere Energie lieber den wirklich wichtigen Dingen widmen, und am Allerwichtigsten ist es aktuell, den Leuten klarzumachen, dass die Folgen des Klimawandels für folgende Generationen dramatisch sein werden, wenn wir nicht endlich alle zusammen beginnen, unseren Lebensstil zu ändern. Die Friday-for-Future-Kids haben das offenbar begriffen, aber vor allem die Generation der Baby Boomer, der auch wir angehören, scheint nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" lieber weiter auf dem Vulkan tanzen zu wollen – zum Schaden ihrer Kinder und Enkelkinder. Wir haben weder Kinder noch Enkelkinder, und somit könnte es uns eigentlich auch egal sein, dass die Menschen ihre Lebensgrundlage zerstören und damit Gefahr laufen, sich selbst auszurotten. Selbst wenn uns die Menschheit egal wäre wäre, gibt es da immer noch die Tier- und Pflanzenwelt, deren Fortbestand es ebenso zu sichern und zu schützen gilt.
Da wir die Tier- und Pflanzenwelt auf unserem Hof und in der Umgebung seit Jahren sehr genau beobachten und darüber und auch zum Wetter Aufzeichnungen machen, ist es keine subjektive Einschätzung, wenn wir sagen: Die Folgen des Klimawandels sind schon jetzt deutlich sicht- und spürbar. Der Dürresommer 2018 sollte uns allen eine Warnung sein.
Dennoch wollen wir nicht jammern, sondern durch unser eigenes Verhalten und durch unsere journalistische Arbeit dazu beitragen, dass die Menschen begreifen, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind und wir alle nicht so egoistisch weiterleben können wir bisher. Wir werden uns weiter zu Wort melden und Beiträge schreiben – ob hier an dieser Stelle oder anderswo und in welcher Form, das wird sich zeigen.

Freitag, 12. Januar 2018

Mal den Mund halten . . .

Wenn wir draußen unterwegs sind, dann am liebsten nur zu zweit und natürlich mit den Hunden. Zum einen gehen wir schneller, als die meisten anderen – wir wollen schließlich wandern und nicht schlendern, zum anderen nervt es, in Begleitung von Leuten zu wandern, die nicht abschalten können und meinen, pausenlos quatschen zu müssen. Wenn es dabei wenigstens um Naturthemen, zum Beispiel um Beobachtungen am Wegesrand gehen würde. Aber nein, es wird von Freunden, Verwandten und Alltagsbegebenheiten erzählt, die auf einer Wandertour doch nur unnötiger Ballast sind. Diese Geschichten bleiben besser zu Hause, damit die Wandertour auch den gewünschten Erholungseffekt hat.

Wer beim Wandern zu viel quatscht, dem entgehen leicht so schöne Details am Wegesrand 
wie die Taubnessel, die  aus einer Birke herauswächst, deren Stamm nach Abbruch 
eines Astes einen klaffenden Spalt hat.
Wir haben festgestellt: Je länger wir wandern, desto ruhiger und entspannter werden wir. Nach acht bis zehn Kilometern stellt sich allmählich ein bestimmtes Glücksgefühl ein, und man wünscht sich, dass die Wanderung nie enden möge. Schwirren zunächst noch viele im Kopf herum, reduziert sich das Denken zugunsten einer intensiver werdenden Wahrnehmung der Natur. Um den Zustand des Nicht-Denkens zu erreichen, den buddhistische Mönche durch jahrelange Meditation anstreben, und damit die höchste Form der Freiheit zu erlangen, muss man allerdings sehr weit wandern, möglichst einen ganzen Tag lang durch eine Landschaft, die weitgehend unverbaut und von Verkehrs- und anderem Zivilisationslärm unbehelligt ist. Solche Voraussetzungen lassen sich hierzulande leider nur selten finden.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Lieber draußen als am Bildschirm

Blick über das zur Zeit ziemlich feuchte Schweimker Moor. Am Neujahrstag schien dort sogar die Sonne, was ja in diesem Winter bislang eher selten der Fall war.
Eine Eiche mit "nassen Füßen" am Rand
des Ochsenmoores bei Hankensbüttel.
Guter Vorsatz für das neue Jahr: Wir wollen wieder bloggen. In den vergangenen Wochen sind wir leider nicht dazu gekommen. Der Dezember ist für uns stets der arbeitsreichste Monat des Jahres, und diesmal gab es besonders viel zu tun. Immerhin hatten wir Weihnachten vier Tage am Stück, um uns zu erholen. Da wir Weihnachten generell nicht feiern, standen auch keinerlei Verpflichtungen auf dem Programm, und so nutzten wir die Gelegenheit, endlich wieder ausgiebig mit den lieben Hunden zu wandern. Am Ende des zweiten Weihnachtsfeiertages hatten wir etwas mehr als 50 km auf dem "GPS-Tacho". Das Draußensein und die Bewegung taten nach den sitzend vor dem Computerbildschirm verbrachten Arbeitswochen richtig gut, und auch die böse Bronchitis, die uns nacheinander beide erwischte, konnte den Genuss nur geringfügig trüben.
Zwischen Weihnachten und Neujahr mussten wir wieder arbeiten, aber das Jahreswechsel-Wochenende konnten wir dann wieder zum Wandern nutzen. Dabei stellten wir fest: Unser Land-unter Blogeintrag von Ende November ist aktueller denn je. Die Wege waren so aufgeweicht, dass wir froh waren, uns für wandertaugliche Gummistiefel entschieden zu haben.
Den Traum von einem weißen Winter mit knackigem Frost und blauem Himmel über der geschlossenen Schneedecke wollen wir nicht aufgeben, aber wahrscheinlich werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass die Winter infolge des Klimawandels meistens so nass und trüb sind.

Samstag, 31. Dezember 2016

Alles Gute für 2017!

Ein passendes Bild zum Jahreswechsel? 
Statt eines fröhlichen Fotos gibt es diesmal zum Jahresausklang ein etwas düsteres Bild, aufgenommen heute bei unserer Tour mit den Hunden durchs Moor. Ein schwarzer Vogel – ob Rabe oder Krähe konnte ich aus der Ferne nicht erkennen – sitzt oben auf einem der halbtoten Obstbäume am Wegesrand und blickt durch das Dezembergrau über die Moorwiesen. Für mich symbolisiert dieses Bild den Ausblick in eine ungewissen Zukunft. Das Jahr 2016 mit all seinen schrecklichen Ereignissen – als Stichwörter nenne ich nur Aleppo und die Terroranschläge – liegt endlich hinter uns, und das wäre wahrlich ein Grund zum Feiern, aber wer sagt denn, dass in 2017 alles besser wird!? Wer sich auch nur wenig für Politik interessiert, kann gar nicht anders, als sorgenvoll in die Zukunft zu blicken.
Die Experten sind sich einig: 2017 wird das Schicksalsjahr der Europäischen Union, und das hat gar nichts mit dem bevorstehenden Brexit zu tun. Bereits im Frühjahr wird in den Niederlanden und in Frankreich gewählt. Sollte auch nur in einem der beiden Länder die Rechtspopulisten siegen, droht der Zerfall der EU. Ein Wahlsieg der Antidemokraten hätte nicht nur eine Signalwirkung für die Bundestagswahlen im Herbst 2017, sondern würde auch Putin stärkeren Einfluss in Europa verschaffen.
Wie sich die Staatsfinanzen in Italien entwickeln, ist ebensowenig vorhersehbar wie die Politik der neuen US-Regierung mit einem völlig unberechenbaren Mann an der Spitze, mit dem sich die bisherige Weltordnung verschieben könnte – zu Lasten Europas. Für einen weiteren Unsicherheitsfaktor sorgt der türkische Präsident Erdogan.
Während die Politik den Rückwärtsgang eingelegt zu haben scheint, geht der Klimawandel munter weiter. Das Eis an den Polkappen schmilzt mit beängstigender Geschwindigkeit, und auch in den gemäßigten Zonen gibt es bereits irreversible Verschiebungen in der Tier- und Pflanzenwelt.
Natürlich können wir uns damit trösten, dass die Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache auf die gute wirtschaftliche Lage und geringe Arbeitslosigkeit in Deutschland verweist, aber die Situation kann sich auch hierzulande ganz schnell ändern, und die Probleme in Europa und der Welt werden durch ein paar halbherzige Gesetzesänderungen auf nationaler Ebene sicher nicht gelöst.
Doch wir sollten nicht jammern und uns von der berühmten "German Angst" blockieren lassen, sondern trotz allem optimistisch in die Zukunft blicken und die Gegenwart mit dem Ziel gestalten, ein friedliches Miteinander alles Menschen, Tiere und Pflanzen zu erreichen. Und damit fangen wir am besten bei uns selbst und in unserem direkten Umfeld an. Wir können nicht von heute auf morgen die Welt verändern, aber wir können alle dazu beitragen, sie ein bisschen besser zu machen.
Alles Gute fürs neue Jahr!

Dienstag, 6. Dezember 2016

Lieber doch nicht in die Regenbogenpresse

Wir lieben Regenbögen – wo dieser die Erde "berührt",
liegt, versteckt hinter den Bäumen, unser Hof –, aber
ge
genüber der Regenbogenpresse sind wir doch lieber
etwas 
zurückhaltend. 
Durch die Geschichte in der "ma vie" über uns und unsere lieben Tiere aufmerksam geworden, meldete sich gestern eine Redakteurin der Zeitschrift "Bild der Frau" bei uns. Sie würde gerne in "Bild der Frau" eine Geschichte über uns veröffentlichen, schrieb sie. Das Thema wäre: „Dann  habe ich es einfach gemacht“.  Sie suche, so die Redakteurin weiter, dafür Frauen, "die sich einen Traum erfüllt haben und erzählen, warum es gut tut, dass auch zu wagen". Sie würde sich riesig freuen, wenn wir uns bei ihr melden würden und wir am Telefon die Details besprechen könnten.
Ja, wir haben uns heute gemeldet. Allerdings nicht, um zuzusagen, sondern um zum Ausdruck zu bringen, dass wir uns in der Regenbogenpresse wahrscheinlich nich so gut aufgehoben fühlen würden.
Es wird also keine Geschichte über uns in "Bild der Frau" geben. Die Enttäuschung darüber dürfte allerdings bei den meisten von Euch nicht so groß sein, denn Ihr gehört doch wahrscheinlich sowieso nicht zur Zielgruppe der "bunten Blätter" und greift allenfalls beim Arzt im Wartezimmer mal zu einer dieser Zeitschriften.
Wir freuen uns durchaus über Anfragen von anderen Medien, die eine Geschichte über uns bringen wollen. Aber das Medium muss auch zu uns passen.

Samstag, 3. September 2016

Die Grashüpferinnen sind ins Zeitschriftenregal gehüpft

Damit wir beide gleichzeitig in der ma vie lesen können , haben wir uns heute gleich noch ein zweites Exemplar gekauft.
Ein komisches Gefühl – sind wir es doch gewohnt, über andere zu schreiben, das ist unser Beruf,  und über uns selbst aus Spaß an der Freude in diesem Blog. Doch dieses Mal soll es genau umgekehrt sein, jemand möchte über uns schreiben.
Denn eines Tages kommt da dieser Anruf: Oliver Wibihal meldet sich, er sei Redakteur bei ma vie, einem Magazin, das "Die Kunst, sich Zeit zu nehmen" zelebriert und in einer Auflage von 70.000 Exemplaren (Verlagsangabe) in der Verlagsgruppe Burda erscheint. Über unser Grashüferinnenblog ist er auf uns aufmerksam geworden, möchte gern ein Porträt über uns, unsere Tiere, unser Leben schreiben. Wir sind überrascht, auch ein bisschen geschmeichelt und ein bisschen misstrauisch, denn so etwas schiefgehen, besonders, da wir Oliver nicht kennen. Aber nach kurzem Überlegen lassen wir uns darauf ein.
Das Gespräch, das wir schließlich miteinander haben, ist von gegenseitigen Verständnis und Herzenswärme erfüllt. Oliver versteht, was wir ihm sagen wollen, ja, scheint fast ein bisschen seelenverwandt zu sein. Danach heißt es warten. Mit jedem Tag, der dem Erscheinungsdatum von ma vie näherrückt, werden wir etwas nervöser, die Spannung steigt. Bis zu diesem Wochenende, als das Belegexemplar im Postkasten steckt.
Wir blättern, bis wir auf Seite 88 plötzlich unser Minischwein Lilli entdecken. Wir sind wirklich angetan, Oliver hat uns nicht enttäuscht, der Beitrag mit dem Titel "Tierisch beste Freunde" ist schön geworden, wir finden uns und unsere Ansichten darin wieder. Aber darüber hinaus gefällt uns ma vie richtig gut, wir kannten dieses Magazin bisher nicht, sind aber begeistert von der liebevollen Aufmachung, der aufwendigen Gestaltung, den inspirierenden Artikeln darin.
Eine schöne Entdeckung! Wir freuen uns schon auf die weiteren Ausgaben von ma vie.
Vielen Dank, lieber Oliver! Und vielen Dank auch Dir, liebe Christine Knäble! Du hast als Bildredakteurin eine schöne Auswahl aus unseren Blogfotos getroffen und die Geschichte ansprechend in Szene gesetzt. Und liebe Grüße an das gesamte ma vie-Team in Offenburg!

Auf Seite 88 in der neuen ma vie beginnt die Geschichte "Tierisch beste Freunde" über uns und unseren kleinen Hof.
Viel Raum in Text und Bild widmet der Beitrag unseren lieben Schafen. 
Insgesamt fünfeinhalb Seiten lang ist die Geschichte über uns.

Samstag, 2. Juli 2016

Himmlische Ruhe

Während die meisten anderen Menschen in diesem Land heute vor dem Bildschirm gehockt und die erste Halbzeit des Viertelfinales in Bordeaux verfolgt haben, haben wir auf unserem Abendspaziergang solche Bilder wie dieses genossen.
Wir lieben Fußball! Wie bitte? Ja, doch, denn bei solch wichtigen Spielen wie dem heute Abend sitzt die ganze Nation vor dem Fernseher – und wir haben freie Bahn, können mit den Hunden einen ausgedehnten Abendspaziergang machen und die himmlische Ruhe genießen. Es ist fast so, als hätten wir die Welt ganz für uns allein. Kaum ein Auto ist unterwegs, und das Dorf wirkt wie ausgestorben. Dass es das nicht ist, verrät nur das bläulich flackernde Licht der TV-Geräte hinter den Fenstern.
Schade, dass nur alle zwei Jahre eine Fußball-WM oder -EM stattfindet. Man sollte solche Turniere viel öfter austragen, mindestens einmal im Jahr. Dumm nur, dass es im Falle eines Sieges der deutschen Mannschaft schlagartig vorbei ist mit der Stille. Dann cruisen wieder grölende, Fahnen schwenkende Fußballfans durch die Straßen. Ob es heute dazu kommt, ist natürlich fraglich. Wir werden sehen – oder vielmehr hören ...

Golden blitzt die Sonne hinter den Bäumen hervor ...

Donnerstag, 17. März 2016

Synchrongähnen

Hier üben sich die Katzen beim Sonnennbaden im Synchrongähnen.
Ja, so ein Sonnenbad macht müde, vor allem wenn es das erste nach dem Winter ist und man es noch nicht wieder gewohnt ist. Die beiden Katzen, die offenbar außer dem Sonnenbaden auch das Synchrongähnen als Hobby haben, waren aber nicht die einzigen, die das traumhafte Wetter heute genossen haben. Auch all die anderen Tiere auf unserem Hof lagen faul herum und ließen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Da war ich, muss ich gestehen, etwas neidisch. Auch ich hätte mich gerne in die Sonne gelegt, zumal ich jetzt schon seit fast zwei Wochen nur noch vier Stunden in der Nacht zum Schlafen komme und entsprechend müde bin. Aber zurzeit ist im Job mal wieder so viel zu tun, dass ich auch nachts arbeiten muss und deshalb auch kaum zum Bloggen komme. Sorry! Wenn man selbstständig ist, neigt man leider dazu, sich selbst auszubeuten. Das geht den meisten anderen Selbstständigen, die ich kenne, auch so, und von daher gehe ich davon aus, dass es ganz normal ist. Dennoch würde ich nie tauschen und Angestellte werden wollen. Auf gar keinen Fall! Zum Glück ist am 10. April Deadline für zwei Projekte, sodass ich danach hoffentlich endlich auch mal in der Sonne liegen und mit den Katzen um die Wette gähnen kann.

Montag, 1. Februar 2016

Von Hunden, JFK und Schaukelstühlen

Was haben wir mit John F. Kennedy gemeinsam? Wie er lieben wir rocking chairs! Drei verschiedene Exemplare haben sich mittlerweile in unseren Haus angesammelt. JFK besaß wahrscheinlich noch mehr, er hatte ja sogar einen zusammenlegbaren Schaukelstuhl, den er auf Reisen mitnahm. Der Schaukelstuhl war für ihn gewissermaßen ein medizinisches Hilfsmittel. Im Gegensatz zum 35. Präsident der Vereinigten Staaten plagen uns glücklicherweise (noch) keine Rückenprobleme, aber Schaukelstühle sind auch für uns mehr als nur komfortable Sitzmöbel. Sie sind auch ungemein praktisch, da es die einzigen Stühle und Sessel sind, die wir nicht an unsere lieben Hunde abtreten müssen. Würden wir einen Sessel kaufen, der nicht schaukelt, können wir ziemlich sicher sein, dass er schon wenige Minuten, nachdem wir ihn aufgestellt haben, von einem der Hunde annektiert ist.
Klar, wir könnten die Hunde auch von den Sesseln vertreiben, aber wie gemein wäre denn das!
Deshalb haben wir Schaukelstühle gekauft. Die Hunde meiden diese schwankenden Sitzmöbel, da sie auf ihnen wahrscheinlich seekrank werden. Auf jeden Fall ist es ihnen unheimlich, dass sich diese Stühle bewegen, wenn sie auf die Sitzflächen hopsen. Nur, wenn wir in den Schaukelstühlen sitzen, trauen sich die Hunde auch hinauf. Sie legen sich auf unseren Schoß, und dann stört es sie überhaupt nicht mehr, wenn wir schaukeln.

Fussel liegt lieber unter dem Schaukelstuhl als auf ihm. Selbstverständlich steht ihr auch ein Sessel, der nicht schaukelt, zur Verfügung, und den nutzt sie auch gerne. Aber manchmal, wenn es ihr zu heiß ist (weil wir mal wieder im Kaminofen zu kräftig eingeheizt haben), legt sie sich auf den härteren, aber kühleren Fußboden.

Sonntag, 31. Januar 2016

Kaum länger als eine Minute

Von der Brücke aus lauschen wir dem Plätschern
des Wassers.
Wenn wir, wie gestern, in die nahe gelegene Kleinstadt fahren, weil wir etwas aus dem Drogeriemarkt oder der Baustoffhandlung brauchen, kommen wir im Nachbardorf durch eine Senke, durch die ein Bach fließt. Am Bachufer stehen Schwarzerlen und auf den feuchten Wiesen wachsen Binsen. Die schmale Straße führt über eine Brücke mit Holzgeländer, und dort halten wir gerne kurz an, um auf den Bach zu sehen und dem Plätschern des Wasser zu lauschen. Ein Stopp von kaum mehr als einer Minute, aber uns kommt er viel länger vor. Es tut gut, einfach mal kurz innezuhalten und von der Brücke auf den Bach zu blicken und dabei ganz still zu sein – ein kleiner Moment des Glücks.
Wer ständig unter Strom steht, von einem Termin zum nächsten hetzt und dabei immer nur geradeaus, aber nie nach links oder rechts schaut, wird den Bach gar nicht wahrnehmen oder ihn zumindest nicht beachten.  Man muss, und das gilt auch im übertragenen Sinn, einen Gang herunterschalten und das Tempo drosseln oder, um einen Modebegriff zu gebrauchen, entschleunigen, um solche kleinen Glücksmomente erleben zu können. Es lohnt sich, das einmal auszuprobieren.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Das letzte Tageslicht . . .

... des Jahres 2015 war, zumindest hier bei uns, von der freundlichen Sorte. Nachdem es den ganzen Tag zum Teil heftig geregnet hatte – was uns allerdings nicht von einem schönen langen Hundespaziergang abhalten konnte –, kam am Nachmittag doch tatsächlich kurz die Sonne heraus, um schon wenige Minuten später hinter dem Horizont zu verschwinden. Uns schien es fast so wie eine versöhnliche Geste des alten Jahres – damit wir es trotz der zahlreichen Krisen und des Terrors in guter Erinnerung behalten.

Der letzte Sonnenuntergang des Jahres 2015 konnte sich sehen lassen.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs alles Gute fürs neue Jahr!

Freitag, 18. Dezember 2015

Weihnachtsmodus: off

Gar nicht weihnachtlich und dennoch 
stimmungsvoll.
"Wir haben uns einen Kaminofen einbauen lassen", erzählte mir der Kollege, aber es klang nicht so, als würde er sich darüber freuen. "Ach, das ist doch schön", antwortete ich, und das meinte ich auch ganz ehrlich und aufrichtig, denn ich liebe es, am warmen Ofen zu sitzen und durch die Scheibe das Spiel der Flammen zu beobachten. "Ja, generell schon", entgegnete der Kollege, "aber da es jetzt so warm draußen ist, können wir das gute Stück gar nicht benutzen. Und Weihnachtsstimmung will bei so einem Wetter auch nicht aufkommen."
Das stimmt. Auch mir ist überhaupt nicht nach Weihnachten zumute. Weihnachten muss ja nicht unbedingt weiß sein, aber zumindest ein bisschen kalt sollte es sein. Lauwarme Weihnachten? Ne, das klingt ja schon irgendwie aufgewärmt. Jedenfalls nicht nach etwas, auf das man sich freut. Klar, man könnte auf den nächstbesten Weihnachtsmarkt gehen und sich mit dampfenden Glühwein Weihnachtsstimmung antrinken und darüber vergessen, dass man eigentlich mehr Lust auf ein Kaltgetränk hätte. Aber ob das eine gute Idee ist?
Es zwingt uns doch niemand, Weihnachten zu feiern. Wenn uns nicht danach ist, sollten wir auch den Mut haben, es einfach ausfallen zu lassen und uns stattdessen ein paar schöne Tage zu machen, zumal die meisten von uns Weihnachten ohnehin nicht mehr als christliches, sondern als säkularisiertes Fest feiern. Es besteht also gar kein Druck, sich emotional unter Druck zu setzen und zwanghaft in den Weihnachtsmodus zu schalten. Aber anscheinend ist das leichter gesagt als getan. Neulich las ich in einer großen, überregionalen Tageszeitung einen Kommentar, in dem sich der Autor darüber wunderte, dass wir Deutschen Weihnachten als ernste Angelegenheit betrachten, die in aller Stille im Familienkreis zelebriert wird, während die meisten unserer europäischen Nachbarn zu Weihnachten ein viel lockeres Verhältnis haben und das Fest mit Freunden feiern, gerne auch in Cafés und Kneipen.
Wir haben die Weihnachtsdeko gar nicht erst hervorgeholt – und vermissen sie auch gar nicht. Da wir in der dunklen Jahreszeit abends sowieso immer diverse Kerzen brennen haben, ist stets für stimmungsvolle Beleuchtung gesorgt, ohne dass damit "Weihnachtszauber" heraufbeschworen werden soll.

Mittwoch, 25. November 2015

Glücksgriff

Anstatt im neuen Glücksatlas lese ich lieber in diesem
"Glücksbuch".
Heute ist der Glücksatlas 2015 vorgestellt worden, aber davon wusste ich zunächst nichts. Es war Zufall, dass mir am Nachmittag das Büchlein "Jeder Tag ein Weg zum Glück" aus meinem reichen Fundus in die Hände gefallen war, und ich darin blätterte. Der kleine Band versammelt Gedanken und Lebensweisheiten des deutschen Benediktinerpaters Anselm Grün. Für ihn bedeutet Glück auch die Nähe zu Gott, aber nicht nur. Es geht um den Einklang mit sich selbst, den Ort der Ruhe und Kraft in sich zu suchen und vor allem zu finden. Ruhe statt Gehetze, Aufmerksamkeit statt Abgestumpftheit, Neugier statt Überdruss.
"Viele warten auf das große Glück. Sie sind enttäuscht, dass es nicht kommt. Bei ihrer Suche nach dem großen Glück übersehen sie die kleinen Freuden, die auf dem Weg ihres Lebens bereit liegen", schreibt Anselm Grün. Daran sollte man sich öfter einmal erinnern, wenn einen der Alltagsärger gerade wieder überwältigen will und und den Blick auf den perfekten Augenblick trübt.
In der Glücksstudie schneidet Niedersachsen (der Norden) gar nicht so schlecht ab im bundesdeutschen Vergleich, liegt auf Platz drei hinter Baden und Sieger Schleswig-Holstein. An die Küste müsste man also ziehen, um dem großen Glück näher zu kommen – oder noch ein bisschen bei Anselm Grün nachlesen, denn das Glück, so sagt er, liegt in uns. Wir müssen es nicht suchen, es ist schon da.

Samstag, 21. November 2015

Je mehr Wind, desto öfter Stillstand

Blick von unserer Pferdeweide auf den Windpark.
Von unserer Pferdeweide aus sehe ich jeden Abend die Sonne über dem Windpark untergehen – und wundere mich. An windarmen Tagen drehen sich die Windräder ohne Pause, aber wenn mehrere Tage hintereinander stürmt, stehen die Rotoren still. Das liegt, wie ich jetzt gelesen habe, ganz einfach daran, dass das Stromleitungsnetz überlastet ist, wenn zu viel Windenergie eingespeist wird. Im Süden der Republik könnte man den hier im Norden produzierten Strom zwar gut gebrauchen, aber dummerweise reichen die bestehenden Leitungen nicht aus, um den Strom von Nord nach Süd zu transportieren. Den Windparkbetreibern kann das egal sein. Sie müssen nämlich von den Netzbetreibern entschädigt werden, wenn ihre Anlagen zwangsweise abgeschaltet werden. Die Entschädigungszahlungen fließen in die Netzkosten ein, die auf uns alle umgelegt werden. Trotz fallender Einkaufspreise an der Strombörse werden deshalb die meisten Stromanbieter zum Jahreswechsel ihre Preise erhöhen. Das hat jetzt eine Auswertung des unabhängigen Verbraucherportals Verivox ergeben. Teurer wird es auch deshalb, weil zusätzlich die EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien um 0,184 Cent auf 6,354 Cent je Kilowattstunde steigt. Dass die EEG-Umlage erhöht wird, ist ja noch halbwegs nachvollziehbar, aber dafür, dass es mit dem Netzausbau nicht vorangeht, fehlt mir jegliches Verständnis. Es gab ja sogar schon Fälle, dass Offshore-Windparks nicht ans Netz gehen konnten, weil die Stromleitungen fehlten. Ich meine, der Staat sollte den Netzausbau nicht irgendwelchen privaten Netzbetreibern überlassen, die aus Kostengründen kein gesteigertes Interesse habe, neue Leitungen zu verlegen, sondern es selbst in die Hand nehmen. Wenn der Staat es als seine Aufgabe betrachtet, Autobahnen zu bauen, dann ist er erst recht gefordert, wenn es darum geht, funktionierende Strom- und Datenleitungsnetze zu schaffen. Diese gehören doch schließlich zur Grundversorgung. Und wenn der Staat die Leitungen verlegen würde, wäre es auch einfacher, durchzusetzen, dass diese alle unterirdisch verlegt werden und nicht als kostengünstige, an Gittermasten hängende Freileitungen.

Sonntag, 15. November 2015

Statt eines Regenbildes ...

Was für ein Wetter! Dauerregen den ganzen Tag! Wenn das Bild nicht inzwischen so abgegriffen wäre, würde ich sagen: Der Himmel hat fürchterlich geweint – darüber, dass die Menschen auf dieser Welt anscheinend nicht in Frieden leben können, sondern sich ständig irgendwo gegenseitig umbringen. Immer noch ganz geschockt von den abscheulichen Terroranschlägen in Paris, fiel uns heute, ehrlich gesagt, nichts Schönes zum Bloggen ein. Deshalb zeigen wir heute nur das Stillleben mit Rosen und der rosa Laterne in unserem Wohnzimmer. Die Kerze in der Laterne brennt in diesen Tagen im Gedenken an die Opfer in Paris. Und schöner als ein Foto vom grauen, trüben November draußen ist dieses Arrangement doch allemal.

Trost spendendes Stillleben mit Rosen und rosa Laterne.

Samstag, 14. November 2015

Der Baum der Freiheit

Was soll man an so einem Tag posten? Am Tag 1 nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris. Lieber gar nichts? Nein, den Kopf in den Sand zu stecken, das ist keine Lösung. Wie aber können wir unsere Trauer, unser tiefes Mitgefühl und unsere Solidarität mit unseren lieben Nachbarn in Frankreich zum Ausdruck bringen? Vielleicht am besten, indem wir ein Zeichen der Hoffnung setzen und einen Baum pflanzen. Heute Abend ist das leider nicht mehr möglich, da wir gerade keinen Baum zur Hand haben, den wir pflanzen könnten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Stattdessen posten wir heute an dieser Stelle ein Bild von Jean-Baptiste Lesueur (1749-1826), einem Zeitzeugen der Französischen Revolution. Es zeigt Revolutionäre beim Pflanzen eines "Baumes der Freiheit".

Ein "Baum der Freiheit" wird gepflanzt – ein schönes Bild aus der Zeit der Französischen Revolution, das auch heute noch eine starke Symbolkraft hat.
Schon Martin Luther soll ja seinerzeit empfohlen haben, in Anbetracht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Der erste "Baum der Freiheit" war allerdings kein Apfelbaum, sondern eine Ulme. Sie stand in Boston und wurde zum Erkennungssymbol der "Sons of Liberty", einer Gruppe amerikanischer Kolonisten, die sich gegen das englische Mutterland auflehnte.
Angeblich war es der Marquis de La Fayette, der den Brauch, Bäume als Symbole der Freiheit zu pflanzen und sie mit Bändern und Fahnen zu schmücken, nach Frankreich brachte. Auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution errichteten die Jakobiner 1790 in Paris den ersten "l'arbe de la liberté, krönten ihn mit einer Freiheitsmütze und tanzten, Revolutionslieder singend, um ihn herum. Zwei Jahre später sollen schon in rund 60.000 Orten der Republik "Bäume der Freiheit" gestanden haben, und auch in Deutschland kam es bald in Mode, Freiheitsbäume zu pflanzen.
Viele von uns kennen den "arbre de la liberté" von den französischen Euro-Münzen in Verbindung mit der Parole "Liberté, Egalité, Fraternité". Lange, bevor die Euro-Münzen in den Umlauf kamen, haben wir auf einer unserer zahlreichen Frankreich-Reisen Ende der 1980er Jahre Bekanntschaft mit diesem Symbol gemacht: Irgendwo in der französischen Provinz kauften wir in einer kleiner Manufaktur, in der handgeschöpftes Papier hergestellt wurde, einen Druck, der Menschen zeigt, die um einen mit Bändern in den französischen Nationalfarben geschmückten, frisch gepflanzten Freiheitsbaum Baum herum tanzten. Ein fröhliches, hoffnungsvolles Bild. Es begleitete uns Jahrzehnte lang, hing bei uns gerahmt an der Wand, zog mehrfach mit uns um. Leider wurde es eines Tages infolge eines Wasserschadens wellig und verfärbte sich gelb. Als es sich in seine Bestandteile aufzulösen drohte, warfen wir es schließlich schweren Herzens weg.
In Anbetracht der schrecklichen Ereignisse in Paris, die ein barbarischer Angriff auf die Freiheit nicht nur in Frankreich, sondern auch in ganz Europa waren, kam es uns heute wieder in den Sinn. Der "arbre de la liberté" als Symbol der Freiheit und der Hoffnung auf eine bessere Welt ist heute nicht weniger aktuell als vor 225 Jahren. Möge er den Franzosen Trost spenden und Kraft geben für den Kampf gegen den Terror!

Samstag, 17. Oktober 2015

Klein, aber mein

Historische Postkarte mit einer kleinen Botschaft ...
Endlich hat mein kleiner Flohmarktfund, eine Postkarte vermutlich aus den 1950er, vielleicht 1960er Jahren mit einer gezeichneten Linea Borealis den passenden Rahmen gefunden. Dieses Blümchen ist ein ganz besonderes, sie war die Lieblingsblume des noch heute bekannten schwedischen Botanikers und Systematikers Carl von Linné. Nur im hohen Norden ist sie zu finden, wo sie als Halbstrauch kriechend wächst. Unscheinbar, ja "unansehnlich" soll sie sein, auf jeden Fall keine auf den ersten Blick auffallende Schönheit, weil sie nur circa 20 Zentimeter hoch wächst.
Die Schweden sind stolz auf ihren Landsmann Carl von Linné und halten es für eine typisch småländische Eigenschaft, dass er sich ein so bescheidenes Blümchen ausgesucht hat, das seinen berühmten Namen tragen soll. "Herba nostra" – "meine Blume" steht als Erklärungstext auf dieser (schwedischen) Postkarte. Er hat die Linea borealis übrigens nicht selbst nach sich benannt, sondern einen Gönner von ihm darum gebeten.
Für mich hat diese schöne Blumendarstellung eine besondere Bedeutung: Nur wenn wir genau hinschauen und uns nicht blenden lassen, entdecken wir die Schönheit, die uns umgibt, auch dort, wo wir sie gar nicht vermuten.

Sonntag, 26. Juli 2015

Erst rennen, dann ratzen!

Sonntagsspaziergang mit der Russell-Bande.
Sonntag ist für uns Ausflugstag. Aber nicht nur für uns, die Hündchen sind schon immer ganz aufgeregt, wenn Inka den Rucksack herausholt, wir Kamera und Jacken zusammensuchen. Dann wissen sie: Jetzt ist die Zeit für die große Hunderunde gekommen!
Vergangenen Sonntag waren wir im Wald, heute haben wir den Weg hinunter in die Moorwiesen genommen. Wegen des freien Blicks kann man dort das Wechselspiel von Sonne und Wolken am Himmel besonders schön sehen, dazu die grünen Wiesen, leider aber auch etliche von Sturmtief Siegfried am 5. Juli "gefällte" Bäume, die nun noch immer mit vertrocknetem Laub am Boden liegen.
Die Hündchen tobten begeistert neben uns her. Nur einmal galt noch einmal ein selbstauferlegter "Leinenzwang", als wir in einiger Entfernung am Waldrand zwei junge Rehe entdeckten, da wollten wir lieber auf Nummer sicher gehen. Die Hunde haben sich sicher gewundert, was das soll, sie haben die Rehe nicht einmal bemerkt.
Etliche dunkle Wolken zogen über den Himmel, als wir losgingen, aber schon bald gewann die Sonne Oberhand, wir zogen unsere Jacken aus, und die Hunde kamen ins Hecheln. Sie waren zufrieden, als wir wieder zu Hause ankamen, noch schnell einen Hundekuchen abstauben und dann ab ins Körbchen – zum ausgiebigen Mittagsschlaf!

Donnerstag, 23. Juli 2015

Der Igel hat Schwein gehabt

Frisörtermin im Vorgarten: Der dicke Buchsbaum wird
mit der Schere in Form gebracht.
Unsere Schafe sind geschoren, unsere Buchsbäume nicht. Die sind ziemlich aus der (Kugel-)Form geraten. Erst war es zu heiß, dann hat es zu doll geregnet, dann hatte ich keine Zeit und dann keine Ausrede mehr: Jetzt musst Du endlich die Buchsbäume schneiden.
Also los – Frisörtermin im Vorgarten. Mit der kleinen Handschere geht es wunderbar, klipp, klapp, die kleinen Ästchen fliegen um mich her. Wir haben nur ein Dutzend Buchsbäume, keine lange Hecke, der Arbeitsaufwand ist also überschaubar. An einer Stelle stehen zwei etwas dickere Kugeln – noch nicht komplett zusammengewachsen – und ein winziger Sproß aus einem Steckling gezogen, an der Spitze. Ich schaue mir das Trio an und beschließe spontan, daraus einen Igel zu schneiden.
Der kleine Buchsbaum wird die Schnauze, die beiden Kugeln dahinter der Stachelkörper. Ich schneide und schneide, mein Werk nimmt Form an. Allerdings keine perfekte, weil die Einschnürung zwischen den beiden größeren Buchsbäumen noch das Gesamtbild stört. Mit der Schnauzenpartie inklusive Übergang zum Körper bin ich hingegen ganz zufrieden. Am Abend nach getaner Arbeit schleppe ich Inka in den Vorgarten. "Weißt Du, was das sein soll?", frage ich. "Klar, das sieht man doch ganz deutlich: ein Schwein!"

Montag, 20. Juli 2015

Leuchtende Plastik-Piepmätze

Hier befestige ich gerade die Leuchtvögel am Birnbaum.
Manchmal geht es mit mir durch, dann mache ich Sachen, die bei näherer Betrachtung völlig idiotisch sind. Jüngstes Beispiel: Neulich bei Ikea entdeckte ich bei den Solarlichterketten welche mit kleinen Plastikvögeln. Zum Glück nur noch in Grün und Gelb, der Ausverkauf war in vollem Gang. Grüne oder gelbe Vögel fand ich blöd, weiße hätte ich sofort genommen – allein der Leuchtkraft wegen.
Die Freude ist groß, als die Vögel am Abend tatsächlich 
zu leuchten beginnen.
Wir waren bei unserem Rundgang schon wieder aus der Fundgrube heraus und auf dem Weg zur Kasse, da traue ich meinen Augen nicht: Da hat doch jemand ein Paket mit weißen Solar-Leuchtvögeln auf einem Kistenstapel liegenlassen. Jetzt komme ich in Bedrängnis, die kitschigen Vögelchen mitnehmen? Oder vernünftig sein und die China-Spielerei da lassen, wo sie hingehört?
Es ist zu ahnen, wie mein innerer Kampf ausgeht; ich sortiere zwei verzichtbare Mitbringsel aus meiner gelben Ikea-Tasche aus und stecke stattdessen die Kiste mit den Vögeln hinein.
Am nächsten Tag komme ich mir vor, als sei schon Weihnachten, als ich die Plastik-Piepmätze an die Äste unseres Winzig-Birnbaums klippe, die Zuleitung mit dem Solarpanel verbinde und dieses wiederum auf seinem Erdspieß im Gemüsebeet versenke. Den Sonntagvormittag über regnet es, danach ist es bedeckt und im Birnbaum tut sich, auch als es langsam dämmrig wird, nichts. Die Pufferbatterie ist wohl leer, die blöde Lichterkette funktioniert nicht, denke ich, und dann dämmert es (mir) plötzlich doch: Die Vögel beginnen zu leuchten, erst ein wenig zaghaft, dann reinweiß.
Ich finde es total klasse, auch noch heute Abend, als uns die leuchtenden Vögelchen aus dem Birnbaum nach der Rückkehr vom Hundespaziergang begrüßen ...