Au weia, jetzt ist doch tatsächlich schon ein ganzes Jahr vergangen, ohne dass wir hier etwas gebloggt haben. Wir hätten es gar nicht gemerkt, wenn wir nicht heute folgenden Kommentar auf unseren letzten Beitrag erhalten hätten: "Ein Jahr ohne Die Grashüpferinnen – schade :-(" schrieb unsere treue Leserin Maria.
Es freut uns durchaus, dass unsere Beiträge immerhin von einer Lesenden vermisst werden, wenngleich der Beweggrund dafür, dass wir das Bloggen hier an dieser Stelle (vorübergehend?) eingestellt haben, nicht etwa mangelndes Interesse seitens der Lesenden war. Nein, über die Zahl der Seitenaufrufe konnten wir uns nie beklagen. Der Grund für die Zurückhaltung ist vielmehr, dass wir ein wenig die Lust daran verloren haben, uns öffentlich mitzuteilen und Privates für alle zugänglich preiszugeben. Außerdem wollen wir nicht in den Verdacht geraten, eitle Selbstbespiegelung zu betreiben und der Sucht, die auf Neudeutsch Selfiemania heißt, erlegen zu sein. Selbstdarstellung gibt es auf Instagram, Facebook und anderen Zeiträuber-Plattformen ohnehin schon mehr als genug, sodass wir das Spielchen nicht auch noch dabei mitmachen müssen.
Statt zur allgemeinen Unterhaltung und Belustigung beizutragen, wollen wir unsere Energie lieber den wirklich wichtigen Dingen widmen, und am Allerwichtigsten ist es aktuell, den Leuten klarzumachen, dass die Folgen des Klimawandels für folgende Generationen dramatisch sein werden, wenn wir nicht endlich alle zusammen beginnen, unseren Lebensstil zu ändern. Die Friday-for-Future-Kids haben das offenbar begriffen, aber vor allem die Generation der Baby Boomer, der auch wir angehören, scheint nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" lieber weiter auf dem Vulkan tanzen zu wollen – zum Schaden ihrer Kinder und Enkelkinder. Wir haben weder Kinder noch Enkelkinder, und somit könnte es uns eigentlich auch egal sein, dass die Menschen ihre Lebensgrundlage zerstören und damit Gefahr laufen, sich selbst auszurotten. Selbst wenn uns die Menschheit egal wäre wäre, gibt es da immer noch die Tier- und Pflanzenwelt, deren Fortbestand es ebenso zu sichern und zu schützen gilt.
Da wir die Tier- und Pflanzenwelt auf unserem Hof und in der Umgebung seit Jahren sehr genau beobachten und darüber und auch zum Wetter Aufzeichnungen machen, ist es keine subjektive Einschätzung, wenn wir sagen: Die Folgen des Klimawandels sind schon jetzt deutlich sicht- und spürbar. Der Dürresommer 2018 sollte uns allen eine Warnung sein.
Dennoch wollen wir nicht jammern, sondern durch unser eigenes Verhalten und durch unsere journalistische Arbeit dazu beitragen, dass die Menschen begreifen, dass die Grenzen des Wachstums erreicht sind und wir alle nicht so egoistisch weiterleben können wir bisher. Wir werden uns weiter zu Wort melden und Beiträge schreiben – ob hier an dieser Stelle oder anderswo und in welcher Form, das wird sich zeigen.
Zwei Frauen, ein altes Haus, ein Garten, viele Tiere und der Traum vom guten Leben auf dem Land
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Dienstag, 30. April 2019
Freitag, 12. Januar 2018
Mal den Mund halten . . .
Wenn wir draußen unterwegs sind, dann am liebsten nur zu zweit und natürlich mit den Hunden. Zum einen gehen wir schneller, als die meisten anderen – wir wollen schließlich wandern und nicht schlendern, zum anderen nervt es, in Begleitung von Leuten zu wandern, die nicht abschalten können und meinen, pausenlos quatschen zu müssen. Wenn es dabei wenigstens um Naturthemen, zum Beispiel um Beobachtungen am Wegesrand gehen würde. Aber nein, es wird von Freunden, Verwandten und Alltagsbegebenheiten erzählt, die auf einer Wandertour doch nur unnötiger Ballast sind. Diese Geschichten bleiben besser zu Hause, damit die Wandertour auch den gewünschten Erholungseffekt hat.
Donnerstag, 11. Januar 2018
Lieber draußen als am Bildschirm
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| Blick über das zur Zeit ziemlich feuchte Schweimker Moor. Am Neujahrstag schien dort sogar die Sonne, was ja in diesem Winter bislang eher selten der Fall war. |
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Eine Eiche mit "nassen Füßen" am Rand
des Ochsenmoores bei Hankensbüttel.
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Zwischen Weihnachten und Neujahr mussten wir wieder arbeiten, aber das Jahreswechsel-Wochenende konnten wir dann wieder zum Wandern nutzen. Dabei stellten wir fest: Unser Land-unter Blogeintrag von Ende November ist aktueller denn je. Die Wege waren so aufgeweicht, dass wir froh waren, uns für wandertaugliche Gummistiefel entschieden zu haben.
Den Traum von einem weißen Winter mit knackigem Frost und blauem Himmel über der geschlossenen Schneedecke wollen wir nicht aufgeben, aber wahrscheinlich werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass die Winter infolge des Klimawandels meistens so nass und trüb sind.
Samstag, 31. Dezember 2016
Alles Gute für 2017!
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| Ein passendes Bild zum Jahreswechsel? |
Die Experten sind sich einig: 2017 wird das Schicksalsjahr der Europäischen Union, und das hat gar nichts mit dem bevorstehenden Brexit zu tun. Bereits im Frühjahr wird in den Niederlanden und in Frankreich gewählt. Sollte auch nur in einem der beiden Länder die Rechtspopulisten siegen, droht der Zerfall der EU. Ein Wahlsieg der Antidemokraten hätte nicht nur eine Signalwirkung für die Bundestagswahlen im Herbst 2017, sondern würde auch Putin stärkeren Einfluss in Europa verschaffen.
Wie sich die Staatsfinanzen in Italien entwickeln, ist ebensowenig vorhersehbar wie die Politik der neuen US-Regierung mit einem völlig unberechenbaren Mann an der Spitze, mit dem sich die bisherige Weltordnung verschieben könnte – zu Lasten Europas. Für einen weiteren Unsicherheitsfaktor sorgt der türkische Präsident Erdogan.
Während die Politik den Rückwärtsgang eingelegt zu haben scheint, geht der Klimawandel munter weiter. Das Eis an den Polkappen schmilzt mit beängstigender Geschwindigkeit, und auch in den gemäßigten Zonen gibt es bereits irreversible Verschiebungen in der Tier- und Pflanzenwelt.
Natürlich können wir uns damit trösten, dass die Kanzlerin in ihrer Neujahrsansprache auf die gute wirtschaftliche Lage und geringe Arbeitslosigkeit in Deutschland verweist, aber die Situation kann sich auch hierzulande ganz schnell ändern, und die Probleme in Europa und der Welt werden durch ein paar halbherzige Gesetzesänderungen auf nationaler Ebene sicher nicht gelöst.
Doch wir sollten nicht jammern und uns von der berühmten "German Angst" blockieren lassen, sondern trotz allem optimistisch in die Zukunft blicken und die Gegenwart mit dem Ziel gestalten, ein friedliches Miteinander alles Menschen, Tiere und Pflanzen zu erreichen. Und damit fangen wir am besten bei uns selbst und in unserem direkten Umfeld an. Wir können nicht von heute auf morgen die Welt verändern, aber wir können alle dazu beitragen, sie ein bisschen besser zu machen.
Alles Gute fürs neue Jahr!
Dienstag, 6. Dezember 2016
Lieber doch nicht in die Regenbogenpresse
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Wir lieben Regenbögen – wo dieser die Erde "berührt",
liegt, versteckt hinter den Bäumen, unser Hof –, aber
gegenüber der Regenbogenpresse sind wir doch lieber etwas zurückhaltend. |
Ja, wir haben uns heute gemeldet. Allerdings nicht, um zuzusagen, sondern um zum Ausdruck zu bringen, dass wir uns in der Regenbogenpresse wahrscheinlich nich so gut aufgehoben fühlen würden.
Es wird also keine Geschichte über uns in "Bild der Frau" geben. Die Enttäuschung darüber dürfte allerdings bei den meisten von Euch nicht so groß sein, denn Ihr gehört doch wahrscheinlich sowieso nicht zur Zielgruppe der "bunten Blätter" und greift allenfalls beim Arzt im Wartezimmer mal zu einer dieser Zeitschriften.
Wir freuen uns durchaus über Anfragen von anderen Medien, die eine Geschichte über uns bringen wollen. Aber das Medium muss auch zu uns passen.
Samstag, 3. September 2016
Die Grashüpferinnen sind ins Zeitschriftenregal gehüpft
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| Damit wir beide gleichzeitig in der ma vie lesen können , haben wir uns heute gleich noch ein zweites Exemplar gekauft. |
Denn eines Tages kommt da dieser Anruf: Oliver Wibihal meldet sich, er sei Redakteur bei ma vie, einem Magazin, das "Die Kunst, sich Zeit zu nehmen" zelebriert und in einer Auflage von 70.000 Exemplaren (Verlagsangabe) in der Verlagsgruppe Burda erscheint. Über unser Grashüferinnenblog ist er auf uns aufmerksam geworden, möchte gern ein Porträt über uns, unsere Tiere, unser Leben schreiben. Wir sind überrascht, auch ein bisschen geschmeichelt und ein bisschen misstrauisch, denn so etwas schiefgehen, besonders, da wir Oliver nicht kennen. Aber nach kurzem Überlegen lassen wir uns darauf ein.
Das Gespräch, das wir schließlich miteinander haben, ist von gegenseitigen Verständnis und Herzenswärme erfüllt. Oliver versteht, was wir ihm sagen wollen, ja, scheint fast ein bisschen seelenverwandt zu sein. Danach heißt es warten. Mit jedem Tag, der dem Erscheinungsdatum von ma vie näherrückt, werden wir etwas nervöser, die Spannung steigt. Bis zu diesem Wochenende, als das Belegexemplar im Postkasten steckt.
Wir blättern, bis wir auf Seite 88 plötzlich unser Minischwein Lilli entdecken. Wir sind wirklich angetan, Oliver hat uns nicht enttäuscht, der Beitrag mit dem Titel "Tierisch beste Freunde" ist schön geworden, wir finden uns und unsere Ansichten darin wieder. Aber darüber hinaus gefällt uns ma vie richtig gut, wir kannten dieses Magazin bisher nicht, sind aber begeistert von der liebevollen Aufmachung, der aufwendigen Gestaltung, den inspirierenden Artikeln darin.
Eine schöne Entdeckung! Wir freuen uns schon auf die weiteren Ausgaben von ma vie.
Vielen Dank, lieber Oliver! Und vielen Dank auch Dir, liebe Christine Knäble! Du hast als Bildredakteurin eine schöne Auswahl aus unseren Blogfotos getroffen und die Geschichte ansprechend in Szene gesetzt. Und liebe Grüße an das gesamte ma vie-Team in Offenburg!
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| Auf Seite 88 in der neuen ma vie beginnt die Geschichte "Tierisch beste Freunde" über uns und unseren kleinen Hof. |
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| Viel Raum in Text und Bild widmet der Beitrag unseren lieben Schafen. |
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| Insgesamt fünfeinhalb Seiten lang ist die Geschichte über uns. |
Samstag, 2. Juli 2016
Himmlische Ruhe
Schade, dass nur alle zwei Jahre eine Fußball-WM oder -EM stattfindet. Man sollte solche Turniere viel öfter austragen, mindestens einmal im Jahr. Dumm nur, dass es im Falle eines Sieges der deutschen Mannschaft schlagartig vorbei ist mit der Stille. Dann cruisen wieder grölende, Fahnen schwenkende Fußballfans durch die Straßen. Ob es heute dazu kommt, ist natürlich fraglich. Wir werden sehen – oder vielmehr hören ...
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| Golden blitzt die Sonne hinter den Bäumen hervor ... |
Donnerstag, 17. März 2016
Synchrongähnen
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| Hier üben sich die Katzen beim Sonnennbaden im Synchrongähnen. |
Montag, 1. Februar 2016
Von Hunden, JFK und Schaukelstühlen
Was haben wir mit John F. Kennedy gemeinsam? Wie er lieben wir rocking chairs! Drei verschiedene Exemplare haben sich mittlerweile in unseren Haus angesammelt. JFK besaß wahrscheinlich noch mehr, er hatte ja sogar einen zusammenlegbaren Schaukelstuhl, den er auf Reisen mitnahm. Der Schaukelstuhl war für ihn gewissermaßen ein medizinisches Hilfsmittel. Im Gegensatz zum 35. Präsident der Vereinigten Staaten plagen uns glücklicherweise (noch) keine Rückenprobleme, aber Schaukelstühle sind auch für uns mehr als nur komfortable Sitzmöbel. Sie sind auch ungemein praktisch, da es die einzigen Stühle und Sessel sind, die wir nicht an unsere lieben Hunde abtreten müssen. Würden wir einen Sessel kaufen, der nicht schaukelt, können wir ziemlich sicher sein, dass er schon wenige Minuten, nachdem wir ihn aufgestellt haben, von einem der Hunde annektiert ist.
Klar, wir könnten die Hunde auch von den Sesseln vertreiben, aber wie gemein wäre denn das!
Deshalb haben wir Schaukelstühle gekauft. Die Hunde meiden diese schwankenden Sitzmöbel, da sie auf ihnen wahrscheinlich seekrank werden. Auf jeden Fall ist es ihnen unheimlich, dass sich diese Stühle bewegen, wenn sie auf die Sitzflächen hopsen. Nur, wenn wir in den Schaukelstühlen sitzen, trauen sich die Hunde auch hinauf. Sie legen sich auf unseren Schoß, und dann stört es sie überhaupt nicht mehr, wenn wir schaukeln.
Klar, wir könnten die Hunde auch von den Sesseln vertreiben, aber wie gemein wäre denn das!
Deshalb haben wir Schaukelstühle gekauft. Die Hunde meiden diese schwankenden Sitzmöbel, da sie auf ihnen wahrscheinlich seekrank werden. Auf jeden Fall ist es ihnen unheimlich, dass sich diese Stühle bewegen, wenn sie auf die Sitzflächen hopsen. Nur, wenn wir in den Schaukelstühlen sitzen, trauen sich die Hunde auch hinauf. Sie legen sich auf unseren Schoß, und dann stört es sie überhaupt nicht mehr, wenn wir schaukeln.
Sonntag, 31. Januar 2016
Kaum länger als eine Minute
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Von der Brücke aus lauschen wir dem Plätschern
des Wassers.
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Wer ständig unter Strom steht, von einem Termin zum nächsten hetzt und dabei immer nur geradeaus, aber nie nach links oder rechts schaut, wird den Bach gar nicht wahrnehmen oder ihn zumindest nicht beachten. Man muss, und das gilt auch im übertragenen Sinn, einen Gang herunterschalten und das Tempo drosseln oder, um einen Modebegriff zu gebrauchen, entschleunigen, um solche kleinen Glücksmomente erleben zu können. Es lohnt sich, das einmal auszuprobieren.
Donnerstag, 31. Dezember 2015
Das letzte Tageslicht . . .
... des Jahres 2015 war, zumindest hier bei uns, von der freundlichen Sorte. Nachdem es den ganzen Tag zum Teil heftig geregnet hatte – was uns allerdings nicht von einem schönen langen Hundespaziergang abhalten konnte –, kam am Nachmittag doch tatsächlich kurz die Sonne heraus, um schon wenige Minuten später hinter dem Horizont zu verschwinden. Uns schien es fast so wie eine versöhnliche Geste des alten Jahres – damit wir es trotz der zahlreichen Krisen und des Terrors in guter Erinnerung behalten.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs alles Gute fürs neue Jahr!
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| Der letzte Sonnenuntergang des Jahres 2015 konnte sich sehen lassen. |
Freitag, 18. Dezember 2015
Weihnachtsmodus: off
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Gar nicht weihnachtlich und dennoch
stimmungsvoll.
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Das stimmt. Auch mir ist überhaupt nicht nach Weihnachten zumute. Weihnachten muss ja nicht unbedingt weiß sein, aber zumindest ein bisschen kalt sollte es sein. Lauwarme Weihnachten? Ne, das klingt ja schon irgendwie aufgewärmt. Jedenfalls nicht nach etwas, auf das man sich freut. Klar, man könnte auf den nächstbesten Weihnachtsmarkt gehen und sich mit dampfenden Glühwein Weihnachtsstimmung antrinken und darüber vergessen, dass man eigentlich mehr Lust auf ein Kaltgetränk hätte. Aber ob das eine gute Idee ist?
Es zwingt uns doch niemand, Weihnachten zu feiern. Wenn uns nicht danach ist, sollten wir auch den Mut haben, es einfach ausfallen zu lassen und uns stattdessen ein paar schöne Tage zu machen, zumal die meisten von uns Weihnachten ohnehin nicht mehr als christliches, sondern als säkularisiertes Fest feiern. Es besteht also gar kein Druck, sich emotional unter Druck zu setzen und zwanghaft in den Weihnachtsmodus zu schalten. Aber anscheinend ist das leichter gesagt als getan. Neulich las ich in einer großen, überregionalen Tageszeitung einen Kommentar, in dem sich der Autor darüber wunderte, dass wir Deutschen Weihnachten als ernste Angelegenheit betrachten, die in aller Stille im Familienkreis zelebriert wird, während die meisten unserer europäischen Nachbarn zu Weihnachten ein viel lockeres Verhältnis haben und das Fest mit Freunden feiern, gerne auch in Cafés und Kneipen.
Wir haben die Weihnachtsdeko gar nicht erst hervorgeholt – und vermissen sie auch gar nicht. Da wir in der dunklen Jahreszeit abends sowieso immer diverse Kerzen brennen haben, ist stets für stimmungsvolle Beleuchtung gesorgt, ohne dass damit "Weihnachtszauber" heraufbeschworen werden soll.
Mittwoch, 25. November 2015
Glücksgriff
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Anstatt im neuen Glücksatlas lese ich lieber in diesem
"Glücksbuch".
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"Viele warten auf das große Glück. Sie sind enttäuscht, dass es nicht kommt. Bei ihrer Suche nach dem großen Glück übersehen sie die kleinen Freuden, die auf dem Weg ihres Lebens bereit liegen", schreibt Anselm Grün. Daran sollte man sich öfter einmal erinnern, wenn einen der Alltagsärger gerade wieder überwältigen will und und den Blick auf den perfekten Augenblick trübt.
In der Glücksstudie schneidet Niedersachsen (der Norden) gar nicht so schlecht ab im bundesdeutschen Vergleich, liegt auf Platz drei hinter Baden und Sieger Schleswig-Holstein. An die Küste müsste man also ziehen, um dem großen Glück näher zu kommen – oder noch ein bisschen bei Anselm Grün nachlesen, denn das Glück, so sagt er, liegt in uns. Wir müssen es nicht suchen, es ist schon da.
Samstag, 21. November 2015
Je mehr Wind, desto öfter Stillstand
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| Blick von unserer Pferdeweide auf den Windpark. |
Sonntag, 15. November 2015
Statt eines Regenbildes ...
Was für ein Wetter! Dauerregen den ganzen Tag! Wenn das Bild nicht inzwischen so abgegriffen wäre, würde ich sagen: Der Himmel hat fürchterlich geweint – darüber, dass die Menschen auf dieser Welt anscheinend nicht in Frieden leben können, sondern sich ständig irgendwo gegenseitig umbringen. Immer noch ganz geschockt von den abscheulichen Terroranschlägen in Paris, fiel uns heute, ehrlich gesagt, nichts Schönes zum Bloggen ein. Deshalb zeigen wir heute nur das Stillleben mit Rosen und der rosa Laterne in unserem Wohnzimmer. Die Kerze in der Laterne brennt in diesen Tagen im Gedenken an die Opfer in Paris. Und schöner als ein Foto vom grauen, trüben November draußen ist dieses Arrangement doch allemal.
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| Trost spendendes Stillleben mit Rosen und rosa Laterne. |
Samstag, 14. November 2015
Der Baum der Freiheit
Was soll man an so einem Tag posten? Am Tag 1 nach den schrecklichen Terroranschlägen in Paris. Lieber gar nichts? Nein, den Kopf in den Sand zu stecken, das ist keine Lösung. Wie aber können wir unsere Trauer, unser tiefes Mitgefühl und unsere Solidarität mit unseren lieben Nachbarn in Frankreich zum Ausdruck bringen? Vielleicht am besten, indem wir ein Zeichen der Hoffnung setzen und einen Baum pflanzen. Heute Abend ist das leider nicht mehr möglich, da wir gerade keinen Baum zur Hand haben, den wir pflanzen könnten. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Stattdessen posten wir heute an dieser Stelle ein Bild von Jean-Baptiste Lesueur (1749-1826), einem Zeitzeugen der Französischen Revolution. Es zeigt Revolutionäre beim Pflanzen eines "Baumes der Freiheit".
Schon Martin Luther soll ja seinerzeit empfohlen haben, in Anbetracht des Weltuntergangs ein Apfelbäumchen zu pflanzen. Der erste "Baum der Freiheit" war allerdings kein Apfelbaum, sondern eine Ulme. Sie stand in Boston und wurde zum Erkennungssymbol der "Sons of Liberty", einer Gruppe amerikanischer Kolonisten, die sich gegen das englische Mutterland auflehnte.
Angeblich war es der Marquis de La Fayette, der den Brauch, Bäume als Symbole der Freiheit zu pflanzen und sie mit Bändern und Fahnen zu schmücken, nach Frankreich brachte. Auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution errichteten die Jakobiner 1790 in Paris den ersten "l'arbe de la liberté, krönten ihn mit einer Freiheitsmütze und tanzten, Revolutionslieder singend, um ihn herum. Zwei Jahre später sollen schon in rund 60.000 Orten der Republik "Bäume der Freiheit" gestanden haben, und auch in Deutschland kam es bald in Mode, Freiheitsbäume zu pflanzen.
Viele von uns kennen den "arbre de la liberté" von den französischen Euro-Münzen in Verbindung mit der Parole "Liberté, Egalité, Fraternité". Lange, bevor die Euro-Münzen in den Umlauf kamen, haben wir auf einer unserer zahlreichen Frankreich-Reisen Ende der 1980er Jahre Bekanntschaft mit diesem Symbol gemacht: Irgendwo in der französischen Provinz kauften wir in einer kleiner Manufaktur, in der handgeschöpftes Papier hergestellt wurde, einen Druck, der Menschen zeigt, die um einen mit Bändern in den französischen Nationalfarben geschmückten, frisch gepflanzten Freiheitsbaum Baum herum tanzten. Ein fröhliches, hoffnungsvolles Bild. Es begleitete uns Jahrzehnte lang, hing bei uns gerahmt an der Wand, zog mehrfach mit uns um. Leider wurde es eines Tages infolge eines Wasserschadens wellig und verfärbte sich gelb. Als es sich in seine Bestandteile aufzulösen drohte, warfen wir es schließlich schweren Herzens weg.
In Anbetracht der schrecklichen Ereignisse in Paris, die ein barbarischer Angriff auf die Freiheit nicht nur in Frankreich, sondern auch in ganz Europa waren, kam es uns heute wieder in den Sinn. Der "arbre de la liberté" als Symbol der Freiheit und der Hoffnung auf eine bessere Welt ist heute nicht weniger aktuell als vor 225 Jahren. Möge er den Franzosen Trost spenden und Kraft geben für den Kampf gegen den Terror!
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| Ein "Baum der Freiheit" wird gepflanzt – ein schönes Bild aus der Zeit der Französischen Revolution, das auch heute noch eine starke Symbolkraft hat. |
Angeblich war es der Marquis de La Fayette, der den Brauch, Bäume als Symbole der Freiheit zu pflanzen und sie mit Bändern und Fahnen zu schmücken, nach Frankreich brachte. Auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution errichteten die Jakobiner 1790 in Paris den ersten "l'arbe de la liberté, krönten ihn mit einer Freiheitsmütze und tanzten, Revolutionslieder singend, um ihn herum. Zwei Jahre später sollen schon in rund 60.000 Orten der Republik "Bäume der Freiheit" gestanden haben, und auch in Deutschland kam es bald in Mode, Freiheitsbäume zu pflanzen.
Viele von uns kennen den "arbre de la liberté" von den französischen Euro-Münzen in Verbindung mit der Parole "Liberté, Egalité, Fraternité". Lange, bevor die Euro-Münzen in den Umlauf kamen, haben wir auf einer unserer zahlreichen Frankreich-Reisen Ende der 1980er Jahre Bekanntschaft mit diesem Symbol gemacht: Irgendwo in der französischen Provinz kauften wir in einer kleiner Manufaktur, in der handgeschöpftes Papier hergestellt wurde, einen Druck, der Menschen zeigt, die um einen mit Bändern in den französischen Nationalfarben geschmückten, frisch gepflanzten Freiheitsbaum Baum herum tanzten. Ein fröhliches, hoffnungsvolles Bild. Es begleitete uns Jahrzehnte lang, hing bei uns gerahmt an der Wand, zog mehrfach mit uns um. Leider wurde es eines Tages infolge eines Wasserschadens wellig und verfärbte sich gelb. Als es sich in seine Bestandteile aufzulösen drohte, warfen wir es schließlich schweren Herzens weg.
In Anbetracht der schrecklichen Ereignisse in Paris, die ein barbarischer Angriff auf die Freiheit nicht nur in Frankreich, sondern auch in ganz Europa waren, kam es uns heute wieder in den Sinn. Der "arbre de la liberté" als Symbol der Freiheit und der Hoffnung auf eine bessere Welt ist heute nicht weniger aktuell als vor 225 Jahren. Möge er den Franzosen Trost spenden und Kraft geben für den Kampf gegen den Terror!
Samstag, 17. Oktober 2015
Klein, aber mein
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| Historische Postkarte mit einer kleinen Botschaft ... |
Die Schweden sind stolz auf ihren Landsmann Carl von Linné und halten es für eine typisch småländische Eigenschaft, dass er sich ein so bescheidenes Blümchen ausgesucht hat, das seinen berühmten Namen tragen soll. "Herba nostra" – "meine Blume" steht als Erklärungstext auf dieser (schwedischen) Postkarte. Er hat die Linea borealis übrigens nicht selbst nach sich benannt, sondern einen Gönner von ihm darum gebeten.
Für mich hat diese schöne Blumendarstellung eine besondere Bedeutung: Nur wenn wir genau hinschauen und uns nicht blenden lassen, entdecken wir die Schönheit, die uns umgibt, auch dort, wo wir sie gar nicht vermuten.
Sonntag, 26. Juli 2015
Erst rennen, dann ratzen!
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| Sonntagsspaziergang mit der Russell-Bande. |
Vergangenen Sonntag waren wir im Wald, heute haben wir den Weg hinunter in die Moorwiesen genommen. Wegen des freien Blicks kann man dort das Wechselspiel von Sonne und Wolken am Himmel besonders schön sehen, dazu die grünen Wiesen, leider aber auch etliche von Sturmtief Siegfried am 5. Juli "gefällte" Bäume, die nun noch immer mit vertrocknetem Laub am Boden liegen.
Die Hündchen tobten begeistert neben uns her. Nur einmal galt noch einmal ein selbstauferlegter "Leinenzwang", als wir in einiger Entfernung am Waldrand zwei junge Rehe entdeckten, da wollten wir lieber auf Nummer sicher gehen. Die Hunde haben sich sicher gewundert, was das soll, sie haben die Rehe nicht einmal bemerkt.
Etliche dunkle Wolken zogen über den Himmel, als wir losgingen, aber schon bald gewann die Sonne Oberhand, wir zogen unsere Jacken aus, und die Hunde kamen ins Hecheln. Sie waren zufrieden, als wir wieder zu Hause ankamen, noch schnell einen Hundekuchen abstauben und dann ab ins Körbchen – zum ausgiebigen Mittagsschlaf!
Donnerstag, 23. Juli 2015
Der Igel hat Schwein gehabt
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Frisörtermin im Vorgarten: Der dicke Buchsbaum wird
mit der Schere in Form gebracht.
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Also los – Frisörtermin im Vorgarten. Mit der kleinen Handschere geht es wunderbar, klipp, klapp, die kleinen Ästchen fliegen um mich her. Wir haben nur ein Dutzend Buchsbäume, keine lange Hecke, der Arbeitsaufwand ist also überschaubar. An einer Stelle stehen zwei etwas dickere Kugeln – noch nicht komplett zusammengewachsen – und ein winziger Sproß aus einem Steckling gezogen, an der Spitze. Ich schaue mir das Trio an und beschließe spontan, daraus einen Igel zu schneiden.
Der kleine Buchsbaum wird die Schnauze, die beiden Kugeln dahinter der Stachelkörper. Ich schneide und schneide, mein Werk nimmt Form an. Allerdings keine perfekte, weil die Einschnürung zwischen den beiden größeren Buchsbäumen noch das Gesamtbild stört. Mit der Schnauzenpartie inklusive Übergang zum Körper bin ich hingegen ganz zufrieden. Am Abend nach getaner Arbeit schleppe ich Inka in den Vorgarten. "Weißt Du, was das sein soll?", frage ich. "Klar, das sieht man doch ganz deutlich: ein Schwein!"
Montag, 20. Juli 2015
Leuchtende Plastik-Piepmätze
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| Hier befestige ich gerade die Leuchtvögel am Birnbaum. |
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Die Freude ist groß, als die Vögel am Abend tatsächlich
zu leuchten beginnen.
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Es ist zu ahnen, wie mein innerer Kampf ausgeht; ich sortiere zwei verzichtbare Mitbringsel aus meiner gelben Ikea-Tasche aus und stecke stattdessen die Kiste mit den Vögeln hinein.
Am nächsten Tag komme ich mir vor, als sei schon Weihnachten, als ich die Plastik-Piepmätze an die Äste unseres Winzig-Birnbaums klippe, die Zuleitung mit dem Solarpanel verbinde und dieses wiederum auf seinem Erdspieß im Gemüsebeet versenke. Den Sonntagvormittag über regnet es, danach ist es bedeckt und im Birnbaum tut sich, auch als es langsam dämmrig wird, nichts. Die Pufferbatterie ist wohl leer, die blöde Lichterkette funktioniert nicht, denke ich, und dann dämmert es (mir) plötzlich doch: Die Vögel beginnen zu leuchten, erst ein wenig zaghaft, dann reinweiß.
Ich finde es total klasse, auch noch heute Abend, als uns die leuchtenden Vögelchen aus dem Birnbaum nach der Rückkehr vom Hundespaziergang begrüßen ...
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