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| Eine einzelne Kornblume im Rapsfeld, fotografiert gestern beim Hundespaziergang in der Feldmark. |
Zwei Frauen, ein altes Haus, ein Garten, viele Tiere und der Traum vom guten Leben auf dem Land
Freitag, 30. Mai 2014
Geliebt und gehasst
Donnerstag, 29. Mai 2014
Ziemlich kalt heute Nacht
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| Feuer im Ofen – für Ende Mai eher ungewöhnlich. |
Mittwoch, 28. Mai 2014
32 Liter in zwei Tagen
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| Als wären sie mit Glanzspray behandelt worden: die regennassen Blätter unseres Ahorns im Innenhof. |
Würden wir in der Stadt wohnen, wäre uns der viele Regen wahrscheinlich schon auf die Nerven gegangen. Aber hier auf dem Land sind wir froh, dass der Frühling diesmal nicht so staubtrocken daherkommt wie in den vergangenen Jahren. Uns ist es lieber, wenn die Blätter von Ahorn, Birke und Kastanie saftig grün sind und vor Feuchtigkeit glänzen als schon auf Herbst zu machen und so braun und trocken zu werden, dass sie sich in der Hand wie Pergamentpapier anfühlen.
Dienstag, 27. Mai 2014
Beim Kerbel gilt: Die Masse macht's
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| Wenn sich an den Wegrändern die kleinen, weißen Blüten zeigen, ist der Sommer nicht mehr weit. |
Wiesenkerbel ist, einzeln betrachtet, eher unscheinbar. Aber in der Masse entwickeln die kleinen, weißen Blüten der krautigen Pflanze eine beachtliche Wirkung. Wenn die Wegränder von blühendem Wiesenkerbel gesäumt sind, ist der Sommer nicht mehr weit.
Dass die Mitarbeiter der Straßenmeistereien auf die schönen Blüten keine Rücksicht nehmen, kann man ihnen nicht wirklich zum Vorwurf machen. Das Kraut behindert die Sicht, die Begrenzungspfähle waren stellenweise schon fast komplett verdeckt. Zum Glück gibt es abseits der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen noch genug kleine Wege, an denen entlang der Wiesenkerbel fröhlich wuchern darf. Also rauf aufs Rad (wenn der Regen vorbei ist) und die schönen Bilder in der Feldmark genießen!
Montag, 26. Mai 2014
Eine Schale Sommer
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| Die schmecken so richtig schön nach Sommer: Erdbeeren mit (veganer) Sahne. |
Auch wir sind längst mit dem Erdbeervirus infiziert, freuen uns wie kleine Kinder, wenn die Erdbeersaison beginnt. Das ist bei uns ein paar Wochen früher der Fall als in Schweden, wo die Erdbeerzeit erst im Juni beginnt und zu Midsommar ihren Höhepunkt erreicht.
Natürlich könnten wir schon im März oder April oder sogar noch im Winter frische Erdbeeren kaufen, aber für uns ist es eine Ehrensache, dass wir den Import-Erdbeeren aus Südeuropa widerstehen und auf den großen Augenblick warten, wenn die heimischen Früchte reif sind und in den Verkauf kommen. Wir würden ja auch nicht auf die Idee kommen, Spargel aus Peru zu kaufen ...
Eigentlich hatten wir uns am Sonnabend sooo auf Erdbeeren gefreut. Aber als wir am Nachmittag mit unseren Fahrrädern zum Einkaufen in die nahegelegene Kleinstadt kamen, war es wie in Schweden: Wer zu spät kommt, wird mit Erdbeerentzug bestraft. Lediglich bei einem Discounter hätten wir noch drei 500-Gramm-Körbchen für jeweils 99 Cent kaufen können. Doch die Früchte waren schon so matschig, dass wir sie wohl kaum mehr heil nach Hause bekommen hätten. Wenn die Qualität nicht stimmt, kann auch ein rotes Preisetikett nicht locken.
Also gab es am Wochenende keine Erdbeeren – wir haben es trotzdem überlebt. Aber heute mussten unbedingt welche her. Anders als am Sonnabend gab es heute auch am späten Nachmittag noch reichlich Erdbeeren zu kaufen. Ich kaufte ein Pfund und konnte es kaum erwarten, mit diesem süßen, roten Schatz im Fahrradkorb wieder nach Hause zu kommen.
Es war perfektes Timing: Als Marion mit ihrem Auto, zurück von der Arbeit, auf den Hof rollte, konnte ich sie mit einem Teller Sommer oder vielmehr mit einer Schale Sommer begrüßen. Wir ließen uns draußen im Garten die Erdbeeren mit Schlagsahne (selbstverständlich vegane) schmecken, und von dem Pfund Erdbeeren blieb kein einziges Gramm übrig.
Sonntag, 25. Mai 2014
Von Maiglöckchen und Riesen-Klonen
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| Hier hat wieder jemand seine Gartenabfälle entsorgt: Aus dem schon ange- trockneten Wurzelhaufen herausgerissener Maiglöckchen rette ich ein paar Pflänzchen für unseren Garten. |
Heute stieß ich ganz unvermittelt wieder auf Maiglöckchen. Und das im "Taglilien-Wald". So nenne ich einen Waldabschnitt, indem sich aus abgeladenen Gartenabfällen ein schöner Bestand zwischen Kiefern, Eichen und Birken entwickelt hat. Sie könnten jetzt blühen, dachte ich. Wir fuhren langsam mit unseren Rädern, schließlich stieg ich ab und machte mich zu Fuß auf die Suche im Unterholz. Keine einzige Taglilie fand ich, dafür Vergissmeinnicht, Akeleien, Buntnessel, rotlaubige Haselnüsse – und Maiglöckchen auf einem verwickelten Haufen. Als ich das Wurzelgeflecht auseinanderklaubte, wurde mir klar, dass diese Pflanze das Zeug zum Wuchern hat. Ich nahm trotzdem ordentlich viel mit, habe für solche Zwecke immer eine Plastiktüte in der Hosentasche.
Gerade gestern hatte ich in dem Buch "Das kleine Buch der botanischen Wunder" über das Maiglöckchen (Convallaria majalis) gelesen. Diese Pflanze bildet nach der Blüte zwar rote Beeren, in denen sicher auch Samen stecken (ich habe noch nicht nachgeschaut), aber vornehmlich vermehrt sie sich über Wurzelausläufer. Es kann also sein, dass ein viele Quadratmeter großer Maiglöckchenteppich zwar aus lauter Einzelpflanzen besteht, diese aber alle genetisch identisch sind – eine Art Riesen-Klon also. Damit stellte sich die Frage, so las ich in dem Büchlein, ob es sich bei dem einzelnen Maiglöckchen um ein Individuum handelt, da es doch so viele völlig gleichartige Schwestern hat. Jetzt bin ich schlauer: Botaniker sprechen vom genetischen Individuum und bezeichnen damit die Gesamtheit des Klons und vom Teilindividuum, also der Einzelpflanze, die ich jetzt mitgenommen habe und die in irgendeinem Garten, wahrscheinlich nicht weit von ihr, ihren genetischen Ursprung hat und genauso ist wie die Mutterpflanze, die sie hervorgebracht hat. Interessant wäre jetzt noch, ob die "Teilindividuen", die ich von meiner Arbeitskollegin geschenkt bekommen habe, genetisch identisch sind mit meinem Fund aus dem Wald.
Wie auch immer: Bei beiden handelt es sich um Maiglöckchen und von mir aus dürfen sie sich fleißig weiterklonen.
Samstag, 24. Mai 2014
Mein Rosensommer
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| Die erste Rose, die in diesem Jahr bei uns im Garten blüht, ist die altehrwürdige Louise Odier. |
Alle Rosen haben dicke Knospen, aus denen es rosa, gelb, orange hervorblitzt. In diesen Tagen wird das Blütenwunder beginnen. Den Anfang hat tatsächlich die altehrwürdige Louise Odier gemacht. Zwei Blüten vertrömen schon diesen tiefen, süßen, einfach unwiderstehlichen Rosenduft. Die Blüten sind rosa, einfach nur rosa, ohne Farbspiel, die Blätter gedreht und ineinander um eine winzige gelbe Mitte gerüscht. Schon 1851 wurde diese Sorte in Frankreich gezüchtet, sie soll sich gut in der Vase machen und lange haltbar sein, aber da ich die Zahl der Blüten noch zählen kann, wage ich nicht, eine abzuschneiden, obwohl sie mir das wahrscheinlich nicht einmal übel nehmen würde.
Ich sammle keine Rosen, habe nur eine kleine Zahl verschiedener Sorten, die ich oft genug im Spätsommer oder Herbst, wenn keine Blüte mehr einen Kunden lockt, billig gekauft habe. Damit sie sich bei uns wohlfühlen, musste ich ordentlich tricksen. Habe ein eigenes Beet für sie angelegt, die Erde mit Bentonit (Tonmehl) und verrottetem Mist verbessert, für ordentlichen Winterschutz und Wassergaben gesorgt. Die Mühe scheint sich gelohnt zu haben, bis auf einen Kümmerling sind wohl alle angekommen, haben neue Triebe gebildet, sind gewachsen, obwohl sie keine optimalen Bedingungen bei uns vorfinden.
Widersacher gibt es zuhauf, nicht nur der leichte Sandboden: Blattläuse lieben die Knospenstände, Raupen fressen an Blättern und auch an Blüten, und Sternrußtau (ein Pilz, der die Blätter erst gelb werden und dann absterben lässt) zeigt sich auch hier und da. Aber insgesamt wird dies mein erster richtiger Rosensommer und die kommenden Tage werde ich wie bei einem Adventskalender stets eine neue Entdeckung machen.
Nein, die Rose ist für mich nicht die Königin der Blumen, dafür mag ich Akelei, Lupine oder Ringelblume viel zu sehr, aber verzichten möchte ich auch nicht auf sie.
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