Dienstag, 31. März 2015

Niklas – wilder als Mike

Bis auf die dunklen Wolken wird die Szene recht friedlich. Doch das täuscht.
Da dachten wir gestern, Mike sei schon ziemlich wild, aber da kannten wir Niklas noch nicht. Der ist eindeutig der Aggressivere von beiden. Auf dem Foto sieht ja alles recht friedlich aus, deshalb hier ein kurzer Videoclip, aufgenommen heute Abend kurz vor Sonnenuntergang auf einer unserer Pferdeweiden:


Hier noch ein "friedliches" Bild ...


... und hier der stürmische Videoclip dazu:



Montag, 30. März 2015

Sichtschutzzaun made by Mike

Nanu, was ist denn das für ein merkwürdiger, neuer Zaun? 
Die Schafe wundern sich.
Da staunten auch die Schafe: Über Nacht hat ihnen Sturmtief Mike einen Sichtschutzzaun gebaut. Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir sämtliches Eichenlaub zusammengefegt und weggeräumt hatten. Aber nach der stürmischen Nacht – es gab sogar ein kurzes, aber heftiges Gewitter mit Hagelschauer - war heute Morgen der Drahtzaun auf der dem Westwind zugewandten Seite der Schafweide voller Laub. Ich finde, es sieht fast aus wie ein kleines Kunstwerk im Stil der Landart, die ja gerade angesagt ist. Statt es mit dem Laubbesen zusammenzukehren, muss ich das Laub jetzt wohl mit den Händen absammeln (oder ich lasse es einfach und warte, bis es irgendwann herunterfällt oder vom Wind weitergetragen wird).

Sonntag, 29. März 2015

Gut gefüttert ins Frühjahr

Zum Schluss gebe ich noch etwas Bentonit (ein Tonmehl) 
zum Kompost und decke dann den Kompostring um den 
Beerenstrauch mit Laub ab.
Draußen stürmt es ums Haus. Es dröhnt so laut, als sei das Haus nicht auf Heidesand, sondern einer Düne gebaut, mit dem Meer gleich vor der Tür. Schon dachten wir, ein bisschen zu spät zu sein, um Erbsen und Möhren oder Radieschen zu säen, da ist es tröstlich, sich den Wetterbericht für die nächsten Tage anzuschauen: Frost soll es geben, dazu weiter viel Regen und heftigen Wind. Auch sonst kann keine Rede davon sein, dass der Boden sich schon ein bisschen erwärmt hätte. Also doch noch ein bisschen abwarten und Tee trinken, das Beste, was man bei diesem Wetter machen kann.
Und im Garten? Ist da nicht doch noch etwas zu tun? Auf jeden Fall!  Da darf man in diesen Tagen, so ungemütlich sie auch sein mögen, fröhlich "wühlen", größere Sträucher, Bäume oder auch Stauden pflanzen oder sie mit einer Extraportion Kompost versorgen, damit sie im Sommer hoffentlich viele leckere Beeren oder Blüten tragen.
Das Verteilen dieser tiefschwarzen Erde, in der sich nicht nur Regenwürmer tummeln, sondern auch Asseln und Tausenfüßer herumturnen, macht eigentlich genauso viel Spaß, wie etwas zu säen. Nur mit dem Unterschied, dass die Hände dabei dreckiger werden. Denn was so lebendig ist wie gut verrotteter Kompost, will liebevoll gehandhabt werden, schon allein wegen der Regenwürmer darin. Also versorgen wir so unsere Mai-, Josta-, Stachelbeer- und Johannisbeersträucher. Auch die Rosen werden bedacht und was da sonst noch am Gartenweg steht. Hinterher wird der Kompostring wieder schön mit altem Laub abgedeckt. Bis zum Herbst wird der kleine Wall verschwunden sein. Ein schöner Nebeneffekt: Rund um die Sträucher wird so alles Unkraut unterdrückt. Schiebt sich doch etwas hervor, ist es leicht auszureißen. Die meisten Sträucher haben es nicht so gern, wenn sie bis an die Triebe zugewuchert sind, und das kann bei uns passieren, da sie am Rand der Schafwiese stehen und das Gras niemals weit ist.
Das Frühjahr ist schon eine spannende Zeit voller Versprechen, was da noch alles wachsen wird. Dabei zu helfen, dass es den Pflanzen an nichts fehlen wird, ist ein schönes Gefühl.



Samstag, 28. März 2015

Amphibientransport

Im Lichtkegel unserer Taschenlampe ist ein dickes Kröten-
weibchen aufgetaucht.
Unsere mitternächtliche Hunderunde durchs Dorf dauert seit einigen Tagen immer fast doppelt so lang wie sonst. Normalerweise benötigen wir für die 2,2 Kilometer weniger als 20 Minuten. Doch jetzt müssen wir auf halber Strecke immer eine Pause einlegen und allerlei Amphibien, die auf dem Weg zu ihrem Laichgewässer sind, von der Fahrbahn sammeln und auf der Seite der Straße, an der sich der Quellteich befindet, aus dem der Bach entspringt, der ein Stück weiter südlich auch über unser Grundstück fließt. Trafen wir in den vergangenen Nächten immer nur auf männliche Vertreter der Familien Kröte und Molch, sahen wir heute Nacht erstmals auch weibliche Tiere. Um sie wäre es besonders schade, wenn sie überfahren würden, da dann mit dem überfahrenden Tier auch gleich die Nachkommenschaft getötet werden würde.
Sieht grimmiger aus, als es ist: Molchweibchen auf dem
Weg zum Laichgewässer.
Da um Mitternacht aus Energiespargründen die Straßenbeleuchtung bei uns im Dorf ausgeschaltet wird, müssen wir besonders vorsichtig sein, damit wir nicht aus Versehen auf ein Tier treten, das vom Lichtkegel unserer Taschenlampe nicht erfasst worden ist.
Sorry, die Bilder sind leider etwas verrauscht. Ich hatte lediglich das iPhone dabei, und das ist im Dunkeln nur verwendbar, wenn man bereit ist, Abstriche bei der Bildqualität hinzunehmen. Aber immerhin kann man noch erkennen, um welche Tiere es sich handelt.

Freitag, 27. März 2015

Wir geben uns die Kugel

Zur Feier des Tages darf es auch mal Fastfood sein.
Endlich gibt es im schwedischen Möbelhaus eine
vegane Variante der beliebten Köttbullar.
Normalerweise stehen wir nicht so auf Fastfood, aber wenn das schwedische Möbelhaus sich endlich entschließt, auch für uns Veganerinnen und Veganer etwas zum Essen anzubieten, machen wir zur Feier des Tages gerne eine Ausnahme. Schließlich haben wir uns fast die Finger wund geschrieben und immer wieder Zettel in die für Anregungen und Kritik am Ausgang bereitstehende Zettelbox geworfen, auf denen wir eindringlich unsere Bitte um ein veganes Angebot im Restaurant formuliert hatten. Wir wissen, dass auch viele anderen Veganerinnen und Veganer entsprechende Verbesserungsvorschläge gemacht haben. Aber erst die Tierrechtsorganisation PETA schaffte es, die Schweden zu einem ersten, kleinen Zugeständnis gegenüber uns Veganerinnen und Veganern zu bewegen. Und so meldete PETA im Januar, dass es in den Restaurants der Möbelhäuser ab April vegane Köttbullar geben werde ("Kött", was Fleisch bedeutet, spricht man übrigens wie "Schött").
Der April hat noch nicht begonnen, und die Vegie-Köttbullar stehen daher auch noch nicht auf der Karte, aber heute konnten wir sie dennoch schon probieren. Als vegetarisches "Tagesgericht" wurden "vegetarische Köttbullar mit Rahmsauce" angeboten – wahlweise mit Kartoffelbrei oder Pommes Frites. Vegetarisch ist natürlich nicht vegan, aber da wir es allein schon aus logistischen Gründen für unwahrscheinlich hielten, dass es außer den klassischen Fleischbällchen und den veganen Köttbullar als weitere Variante vegetarische Köttbullar im Möbelhaus-Restaurant geben wird, fragte ich den Mann an der Essensausgabe: "Das, was heute auf der Karte steht, sind also keine veganen Köttbullar? "Nein", antwortete der Mann, "das sind vegetarische." "Verstehe, aber ab nächster Woche soll es doch  auch vegane Köttbullar geben?" "Stimmt, das sind genau dieselben wie die, die es heute als Tagesgericht gibt." "Aha, Sie sagten aber gerade, dass diese hier vegetarisch und nicht vegan seien." "Ja, denn diese hier gibt es mit Rahmsauce, und die ist nicht vegan." "Logisch, denn da ist ja Sahne drin. Wenn ich aber auf die Sahnesauce verzichte, habe ich doch vegane Köttbullar?" "Ja, Sie können die Bällchen selbstverständlich auch ohne Sauce bekommen." "Prima, dann zwei Portionen bitte!"
Wir ließen uns die die Bällchen schmecken. Sie bestehen offenbar aus einem Gemüse-Getreidemix und schmecken ähnlich wie die Vegie-Burger, die man in manchen Fastfood-Läden bekommen kann. Durchaus genießbar. Lediglich die Pommes waren kantinentypisch etwas kalt und wenig knusprig.
Nachdem wir durch unsere Bestellung deutlich gemacht hatten, dass tatsächlich Bedarf an veganen Speisen im Restaurant besteht, widmeten wir uns dem eigentlichen Grund unseres Besuchs im schwedischen Möbelhaus: Wir kauften zwei Branddecken, mit denen wir, falls es noch einmal bei uns brennen sollte, hoffentlich die Flammen schnell ersticken können. Einen Feuerlöscher haben wir schon vor ein paar Tagen bei einem Online-Händler gekauft und bereits in der Diele – von allen Räumen gut erreichbar, montiert.
Außer Branddecken und neuen Topflappen und einigen weiteren Kleinigkeiten nahmen wir auch noch den Küchenkatalog mit, um uns etwas inspirieren lassen für den Tag X, wenn unsere ausgebrannte Küche vom Ruß befreit, frisch gestrichen und wieder benutzbar ist. Bis es soweit ist, werden wohl noch einige Wochen vergehen. Heute hat der Sachverständige der Versicherung den Schaden begutachtet, und Anfang nächster Woche will er seinen Bericht schreiben. Somit dürfte die Brandsanierung wohl erst nach Ostern beginnen. Immerhin haben wir die Küche inzwischen leergeräumt und heute einen Fuhre Müll einschließlich unseres völlig zerstörten Gasherds zum Recycling-Hof gebracht.

Donnerstag, 26. März 2015

Besser spät als gar nicht

Die Samen von acht Tomaten- und drei Paprikasorten habe ich heute Abend in der Aussaaterde versenkt.
Fummelarbeit am Abend, aber es ist geschafft: Die Tomaten- und Paprikasamen sind im Zimmergewächshaus untergebracht. In diesem Jahr bin ich ein bisschen in Verzug geraten. Eigentlich bringe ich die Samen immer Mitte März in die Erde.  Früher mit der Vorzucht anzufangen, hat sich unter den Bedingungen, die wir den Pflänzchen auf der Fensterbank bieten können, nicht bewährt. Es macht keinen Sinn, halbmeterlange "Kellergewächse" im Wohnzimmer zu züchten, sie tun sich mit der Eingewöhnung draußen schwer oder brechen gleich beim Einpflanzen.
Also, Mitte März ist eigentlich optimal, jetzt ist es eben der 26. März und das wird auch in Ordnung gehen, im Frühbeet werden die Pflänzchen den Rückstand spätestens aufholen und mit denen aus der professionellen Gärtnerei können sie sowieso nie mithalten - meine jedenfalls nie. Trotzdem ist es jedes Jahr ein Vergnügen, den eigenen Pflänzchen beim Wachsen zuzusehen, sie wachsen einem förmlich ans Herz.
Wenn das mit unserer Sortensammelei so weiter geht, benötige ich fürs nächste Jahr unbedingt Plastiketiketten für die Beschriftung, sonst komme ich komplett durcheinander. In diesem Jahr muss ein "Pflanzplan" auf einem alten Briefumschlag als Orientierungshilfe, wer wo wächst, genügen: Maiglöckchentomate (Brin de Muguet), Green Zebra, Old German, Onkel Gustav und Roter Heinz in dem einen Häuschen, Sardinische Minitomate, Schwarze Kirsche, Die Unaussprechliche (die habe ich so benannt) dazu die Paprikasorten Sweet Chocolate und Frühzauber im zweiten Häuschen. Außerdem versuchen wir es mit dem Tomatenpaprika Zsuzsanna, der für seine absolute Freilandtauglichkeit auch in unserem Klima gerühmt wird. Wir sind gespannt!

Mittwoch, 25. März 2015

Tantenbesuch

Gestern Vormittag hat ein professioneller Brandsanierer unsere ausgebrannte Küche besichtigt, gegen Abend haben wir dann per E-Mail sein von uns mit Spannung erwartetes Angebot erhalten: 4000,- Euro soll es kosten, die Küche von der dicken, klebrigen, stinkenden und die Schleimhäute reizenden Rußschicht zu befreien. Am Freitag kommt der Gutachter der Brandkasse, und dann werden wir hoffentlich Anfang nächster Woche wissen, was wir von der Versicherung erwarten dürfen. Da wir keine Hausratversicherung haben – nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil wir generell Versicherungen gegenüber misstrauisch sind und daher die Zahl der abgeschlossenen Verträge möglichst gering halten wollen –, müssen wir uns um das Inventar selbst kümmern. Und so betätige ich mich seit Tagen als Tellerwäscherin. Fast zwei Flaschen Spülmittel habe ich schon verbraucht, und auf manchen Oberflächen komme ich nur mit Haushaltsreiniger weiter. Obwohl ich beim Spülen Gummihandschuhe trage, sind meine Hände ständig schwarz. Kein Wunder, der Ruß kriecht durch jede noch so kleine Ritze.
Mit Seife und Nagelbürste sind die Hände nicht sauber zu bekommen. Wie gut, wenn man eine Tante hat, die einem in solchen Fällen mit Rat und Tat zur Seite steht. Tantenbesuch kann ja zuweilen auch lästig sein, aber diesmal bin ich froh, dass ich die Tante im Haus habe. Dank ihrer Hilfe habe ich jetzt wieder rußfreie Hände.
Wie die Tante mit Vor- und Nachnamen heißt, sage ich nicht (Datenschutz!), aber ihren Spitznamen verrate ich: Wir nennen sie seit jeher grüne Tante. Nein, es handelt sich nicht um Renate Künast und auch nicht um Claudia Roth. Meine grüne Tante ist zwar durch und durch grün, aber dennoch ganz und gar unpolitisch. Sie kommt aus Bielefeld und entstammt der Produktfamilie des 1825 gegründeten Traditionsunternehmens Holste, das bis heute vor allem für sein "Kaiser-Natron" bekannt ist. Meine grüne Tante reinigt meine Hände gründlich, aber leider auch etwas unsanft, da sie dafür Quarzmehl verwendet. Nachdem Tantchen mir die Hände gewaschen hat, sind sie so rau, dass ich sie dick eincremen muss. 

Mit Seife und Nagelbürste allein ist der Ruß nicht von den Händen zu bekommen. Hier kann nur noch die Tante helfen.