Dienstag, 7. Oktober 2014

Da rauscht der Regen ...

Die Lichter der Autos und der Straßenlaternen
spiegeln sich in der regennassen Asphalt unserer
Dorfstraße.

"Kocht da etwa noch das Teewasser vor sich hin?", frage ich.
"Ne, ich habe es abgestellt", antwortet Marion.
"Bist du dir da sicher? Da rauscht doch Wasser!"
"Ja, ich höre es auch."
"Ich gehe mal in die Küche ..."
Der gläserne Wasserboiler über dem Spülbecken, im Fachjargon als Kochendwassergerät bezeichnet, ist tatsächlich abgeschaltet. Ich sperre beide Ohren weit auf und versuche, das Geräusch des sprudelnden Wassers zu lokalisieren. "Hoffentlich ist da kein Rohr geplatzt!"
Ha! Jetzt weiß ich, woher das Geräusch kommt. Ich gehe ins Wohnzimmer uns sage zu Marion: "Horch mal!" Und dann öffne ich das Fenster.
"O nein, das schüttet ja wie aus Eimern!"
"Na, dann muss der Hundespaziergang wohl noch etwas warten...!"
Kurz vor 23 Uhr lässt der Regen endlich nach, und wir machen uns auf den Weg durchs Dorf. Auf der Dorfstraße spiegeln sich die Lichter der vorbeifahrenden Autos und der Straßenlaternen im nassen Asphalt, und ich mache mal schnell ein Foto.

Montag, 6. Oktober 2014

Die Wand ist weg , und wir haben wieder freie Sicht bis zum Horizont

Heute Abend kurz nach Sonnenuntergang: Auf dem Gelände der Biogasanlage (im Hintergrund) wird der gemähte und gleich auch gehäckselte Mais zu riesigen Bergen aufgetürmt, die dann nach und nach an die Biogasanlage "verfüttert" werden.
Obwohl die Tage eigentlich kürzer werden, geht seit heute die Sonne bei uns etwa zehn Minuten später unter als gestern. Nein, wir haben nicht an der Uhr gedreht oder auf andere Art und Weise getrickst. Des Rätsels Lösung: Heute ist das oben auf dem Hang direkt an unsere Pferdeweiden angrenzende Maisfeld gemäht worden, und jetzt haben wir wieder freien Blick bis zum Horizont und auf die untergehende Sonne.
Ein bisschen ungewohnt ist das allerdings schon, so ganz ohne grüne Sichtschutzwand, denn die versperrte nicht nur den Blick auf die untergehende Sonne, sondern auch auf die hässlichen Hochspannungsmasten, die Biogasanlage und den Windpark. Den ganzen Tag waren der Mähdrescher und ein ganzer Fuhrpark, bestehend aus Treckern mit Anhängern, Lastwagen und noch einigen anderen fahrbaren Landmaschinen, im Einsatz, um riesge Menge Grünmasse zu zerkleinern und abzufahren und auf dem Gelände der Biogasanlage zu einem beachtlichen Berg aufzutürmen. Sogar im Dunkeln hörten wir noch die Motoren. Auch andere Landwirte lieferten ihren gehäckselten Mais bei der Anlage an, und zeitweise kam es sogar zu einem kleinen Stau vor der Abladestelle.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Kaum wieder zu Hause, schon wieder Heimweh

Obwohl wir uns sehr über das Wiedersehen mit unseren lieben Tieren gefreut haben, hatten wir heute schon wieder Heimweh - nach unserem anderen Zuhause, dem in Schweden. Um uns abzulenken, haben wir uns in Arbeit gestürzt, haben Wäsche gewaschen und geputzt und noch andere Arbeiten im Haus und auf dem Hof erledigt. Gegen Abend haben wir dann noch eine Runde mit den Hunden gedreht, und dabei wurde uns wieder einmal schmerzlich bewusst, dass wir uns eigentlich mehr im südlichen Småland zu Hause fühlen als in der südlichen Lüneburger Heide. Klar, auch hier ist es schön, aber in unserem kleinen småländischen Zuhause ist es noch ein bisschen schöner.
Morgen hat uns der Alltag wieder, und das macht das Heimweh erträglicher, und das ist vielleicht auch ganz gut so. 
Da wir aber in Gedanken noch in Schweden sind, zeigen wir hier heute noch einmal ein Foto von dort, von einer Jungkuh, die wir gestern auf unserer morgendlichen Tour mit den Hunden mitten auf dem Weg angetroffen haben:


Samstag, 4. Oktober 2014

Auf der Rückfahrt

Ja, und das war es auch schon wieder mit unserem Urlaub. Die eine Woche ist wieder viel zu schnell vergangen, und jetzt sind wir auf der Rückfahrt. Kurz vor Mitternacht werden wir hoffentlich zu Hause eintreffen. 
Bevor wir heute Vormittag gestartet sind, haben wir noch eine schöne Tour mit den Hunden und anschließend "klar Schiff" in unserem Häuschen gemacht.
Soeben sind wir von Bord des Fährschiffs "Schleswig-Holstein" gerollt, fahren jetzt über die Insel Fehmarn und werden in wenigen Minuten wieder das deutsche Festland erreicht haben.

Marion bewundert an Bord des Fährschiffs "Schleswig-Holstein" den traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer.


Freitag, 3. Oktober 2014

Inselhüpfen im Apfelreich

Ein einsamer Angler in seinem Boot zwischen den Inseln auf dem spiegelglatten See.

Strahlend blauer Himmel direkt über dem See und ringsherum dicke,dunkle Wolken. Wie oft haben wir das schon erlebt! Auch heute war das Schönwetter-Fenster über dem Åsnen wieder weit geöffnet. Meteorologen erklären das Phänomen damit, dass der riesige See mit einer Fläche von 160 Quadratkilometern - die beiden Hauptorte am nördlichen und am südlichen Ende des Sees, Vaxjö und Tingsryd, liegen 50 Kilometer voneinander entfernt - nur rund zwei Meter tief ist. Dank der geringen Tiefe erwärmt sich das Wasser vergleichsweise stark. Die Wärme wird an die Luft abgegeben, und die nach oben steigende warme Luft vertreibt, laienhaft ausgedrückt, die Wolken. Wie diese natürliche Heizungsanlage genau funktioniert, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass das milde Kleinklima am Åsnen mit vielen Sonnenstunden den Apfelanbau begünstigt. Schon seit Jahrhunderten ist das Åsnen-Gebiet als "Apfelreich" bekannt, das verschiedene regionale Apfelsorten hervorgebracht hat. 
Fyffes auf der alten Brücke, auf der wir eine Pause machten.

Durch dieses Apfelreich, das im Wesentlichen aus zwei größeren Inseln im See besteht, haben wir heute eine Radtour gemacht. Fyffes begleitete uns beim Inselhüpfen im Farradkorb, während sich Foxy und Fussel zu Hause von unserer morgendlichen Wanderung erholten.
Wir fuhren bis ans nördliche Ende von Sirkön und machten dort auf der alten Brücke, die Sirkön mit der nördlichen Nachbarinsel verbindet, eine Pause, blickten auf die spiegelglatte Wasseroberfläche und genossen die Sonne und die Stille.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Späte, aber schöne Entdeckung


Die alte "Brunns Hall", in der früher die Kurgäste mit einem Glas Heilwasser in der Hand zu den Klängen einer Kapelle vor Sonne, Wind und Wetter geschützt flanierten. 

Seit 17 Jahren haben wir nun schon unser kleines Häuschen in Schweden, und in all diesen Jahren waren wir schon oft in Ronneby, der ältesten Stadt der Provinz Blekinge an der südschwedischen Schärenküste, aber noch nie im Brunnspark, dem Kurpark - ein Fehler, wie sich heute herausstellte. 
Ein Kurpark, das ist doch etwas für alte und/oder Kranke Leute, dachten wir bisher, und dieses Vorurteil hatte uns bislang von einem Besuch abgehalten. Doch als wir neulich lasen, dass der Brunnspark in Ronneby im vergangenen Jahr zum schönsten Park Schwedens gekürt worden war, war unsere Neugierde geweckt. Und so fuhren wir heute nach unserer morgendlichen Tour mit den Hunden und anschließender Kaffeepause nach Ronneby, um den Brunnspark zu entdecken.

 
Eine der alten Villen im Brunnspark.

Und wen sahen wir dort? Anders als erwartet, keine alten und/oder kranken Menschen, sondern junge Mütter mit Kleinkindern, joggende Schüler und einige Touristen offenbar arabischer Herkunft, die mit ihren Smartphones im Rosengarten des Brunnsparks fotografierten. Während die Leute überwiegend jünger waren als wir, waren die Gebäude dafür umso älter. Seit rund 300 Jahren ist Ronneby schon Kurort. Die meisten Gebäude im Brunnspark waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden. Auf der anderen Seite des Ronnebyflusses gibt es moderne Health- und Wellness-Resorts, aber im Brunnspark scheint die Zeit vor mehr als 100 Jahren stehengeblieben zu sein. Der Nebel, der sich den ganzen Tag heute nicht so richtig auflösen wollte, verstärkte diesen Eindruck. Wir kamen uns vor wie in einem alten Kinofilm. Schweden ist nicht die Schweiz und Ronneby nicht Davos, aber Thomas Manns "Zauberberg" hätte man größtenteils auch im Brunnsparks verfilmen können.
Außer dem altertümlichen Ambiente und den Themengärten - es gibt einen Duft-, einen Rosen- und einen Japanischen Garten - hat uns besonders gut gefallen, dass der Brunnspark direkt an ein wunderschönes, bergiges Waldgebiet anschließt, das sich bis zur Küste erstreckt und zahlreiche Spazierwege und eine beleuchtete Joggingstrecke zu bieten hat. Oben auf der steil zum Park hin abfallenden Felskante befindet sich ein bronzezeitlicher Grabhügel, und man kann von dort aus den gesamten Brunnspark und die dahinter liegende Stadt überblicken.

Von dem hochhaushohen Felsen hatten wir einen guten Überblick über den Brunnspark und die dahinter liegende Stadt.

Und so sieht der "Aussichtsfelsen" von unten aus.

Und da ein Nachmittag für die Entdeckungen, die man im Brunnspark und der näheren Umgebung machen kann, bei weitem nicht ausreicht, werden wir bei nächster Gelegenheit wiederkommen ...

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Hochspannung - ohne Strom

"Blackout" - Hochspannung beim Lesen.

Ich gehe noch einmal kurz nach draußen, um mich zu vergewissern: Ja, alles in Ordnung, von Ferne sehe ich Licht im Fenster des Nachbarhauses. Kein Stromausfall, kein »Blackout«. Die Räder unserer Zivilisation drehen sich, ohne Strom ist nicht nur Stillstand, sondern droht der komplette Zusammenbruch. Wie der aussehen könnte, das lese ich gerade in Marc Elsbergs Buch »Blackout«. Fiktion, gewiss, aber eine mit beklemmender Wirklichkeitsnähe. Hochspannung ohne Strom, in Buchform sozusagen.
Zeitgleich beginnt das Unheil im Süden Europas, in Italien, und im Norden, ausgerechnet in Schweden. Eine jufremde Macht nutzt die dort schon fast flächendeckend eingesetzten digitalen Stromzähler, um eine Fehlinformation einzuschleusen. Eine Kettenreaktion nimmt ihren Lauf und schließlich senken sich Dunkelheit und Chaos über ganz Europa. Schon fange ich selbst an, darüber nachzugrübeln, was denn wäre, wenn ...

Praktisch: Unsere Petroleumlampe spendet sowohl Licht als auch Wärme.

Wir in unserem kleinen Häuschen würden von einem Stromausfall zunächst gar nichts mitbekommen, wir haben nämlich gar keinen Strom, jedenfalls keinen, der »aus der Wand« kommt. Das kleine Solarpaneel auf dem Dach lässt die Leselampen leuchten, auch das Smartphone können wir dort aufladen. Kerzen haben wir genug, dazu eine Petroleumlampe, die Gasflasche für den Kochherd ist fast voll, der Autotank dagegen fast leer. Schlecht, denn bei einem totalen Stromausfall kommt kein Sprit mehr aus der Zapfsäule. Immerhin haben wir noch Hundefutter für ein paar Tage, auch ein paar Vorräte für uns, aber die wären bald verbraucht. Und dann? Die Supermärkte wären bald leer gekauft, die Waren in den Kühltruhen verderben, die Kassen funktionieren nicht, Warennachschub gibt es nicht, Bargeld bald auch nicht mehr. Zum Glück haben wir nch Holzfür den Ofe und Trinkwasser, das wir mit einem Eimer aus dem Brunnen oder aber vom See holen können. Noch viel mehr Glück aber haben wir, dass draußen kein »Blackout« alles lahmgelegt hat. Das Licht im Nachbarhaus funktioniert, ich habe gerade noch einmal nachgesehen ...
Ach übringens: Heute schreibe ich, Marion, unter Pseudonym als Inka. Die digitale Technik hat so ihre Tücken - auch ohne Stromausfall.