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| Am Nachmittag ist unsere kleine Skuddenherde noch auf Distanz zum traumatisierten Neuankömmling Valentino. |
Manche Dinge sollten lieber nicht geschehen, und dann passieren sie doch. Deshalb ist jetzt Valentino bei uns, ein schnuckeliger Heidschnuckenhammel, der an einem Tag seine kleine vertraute Schafherde und seine Mutter in einem kleinen Dörfchen nicht allzu weit von uns verloren hat.
Ein Wolfsberater ist dort gewesen, DNA-Material wurde genommen, das Ergebnis der Proben steht noch aus, aber am Tag meinte jemand in der Nachbarschaft, einen Wolf auf der Straße laufen gesehen zu haben. Valentinos kleine Herde ist gerissen worden, ein Schaf musste aufgrund der Schwere seiner Verletzungen eingeschläfert werden. Zurück blieb der verstörte Hammel, dessen Besitzer sich hilfesuchend an uns wandten, in der Hoffnung, dass in unserer kleinen Skuddenherde oder bei Bekannten noch ein Platz frei ist für den handzahmen Hammel.
Lange haben wir nicht überlegt, dann haben wir zugesagt: Valentino darf kommen und wir hoffen, dass unsere "Mähmädchen" nett zu ihm sein werden. Waren sie nicht, jedenfalls nicht so richtig, versuchten Abstand zu dem neuen Weidegenosssen zu halten, aber gegen Abend rückten sie dann doch etwas enger zusammen, Valentino hat wieder gefressen und scheint selbst über etwas abweisende Schaffreundinnen froh zu sein.
Was passiert ist, ist schrecklich und sinnlos, das Raubtier hat nicht einmal eines der gerissenen Tiere weggeschleppt. Sie wurden einfach nur getötet. Das erinnert uns an das Massaker, das einst ein Marder in unserem Hühnerstall angerichtet hatte.
Auch wenn in diesem Fall der Beweis noch aussteht, mehren sich die Meldungen über Wolfsbeobachtungen in der Gegend. Es scheint, als müssten wir erst noch gegenseitig die Formen des Zusammenlebens lernen, die Wölfe - viele von ihnen wohl ohne Angst vor Menschen in Wildtiergehegen aufgewachsen und deshalb ohne Scheu - und wir, die Menschen, die mit mehr Aufwand und größerer Vorsicht ihre Haustiere und vielleicht sich selbst vor der neuen Gefahr schützen müssen. Jetzt nach Jägern und der Erlaubnis für den Abschuss der "Eindringlinge" zu rufen, ist einfach und naheliegend, in Ordnung ist es nicht, der Wolf hat die gleiche Berechtigung hier zu sein, wie wir. Und Massentierhaltung und Megaschlachthäuser finden die meisten von uns ja auch völlig in Ordnung.
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| Aber schon am Abend ist Valentino in die Herde integriert. |