Donnerstag, 21. Mai 2015

Mitternachtsmalen

Während an der Stirnwand der erste hellgrüne Anstrich trocknet, streiche ich
die Fuß- und Deckenleisten in demselben Olivgrün wie die Wand links.
Als Freiberuflerin verdiene ich zwar weniger Geld als jemand, der in einer Firma fest angestellt ist, aber ich habe mehr Freiheiten. Vor allem kann ich mir meine Arbeitszeiten so einteilen, wir es mir gefällt. Und da ich lieber nachts arbeite, habe ich tagsüber auch mal die Sonne genießen. Nachts kann ich mich irgendwie besser konzentrieren, wahrscheinlich weil kein Telefon klingelt, kaum Autos draußen vor den Bürofenstern unterwegs sind und alles so schön ruhig ist. Außerdem wird dann im Radio bessere Musik gespielt, die nicht ganz so mainstreamig ist wie im Tagesprogramm.
Aber nicht nur im Büro arbeite ich gerne nachts, sondern auch in der Küche. Brot und Kuchen backe ich am liebsten zwischen Mitternacht und zwei Uhr. Zurzeit bin ich in der Küche allerdings mit Malen beschäftigt, denn nach dem Küchenbrand vor zwei Monaten war Totalrenovierung des kohlrabenschwarzen Raumes angesagt. Die ersten Wochen waren wir damit beschäftigt, den Ruß und verkohlte Holzteile zu entfernen. Erst danach konnten wir mit der eigentlichen Renovierung beginnen, und jetzt bin ich gerade dabei die Holzpaneele und die neuen Fuß- und Deckenleisten zu streichen. Ich nehme dafür Wetterschutzfarbe, die ich mir im Baumarkt in den benötigten Farbtönen anrühren ließ. Heute habe ich als Mitternachtsmalerin mehr als drei Liter Farbe verstrichen, und ich werde wahrscheinlich noch einmal so viel benötigen, bevor die Küche fertig gemalt ist.
Wetterschutzfarbe ist eine Farbe auf Wasserbasis und eigentlich für den Außenbereich bestimmt, aber auch ideal für Holzflächen im Küchen- und Sanitärbereich, da die so behandelten Holzflächen unempfindlich gegen Wasser sind und sich einfach mit dem feuchten Lappen abwischen lassen. Außerdem blättert Wetterschutzfarbe nicht ab und lässt sich auch viel besser verarbeiten als Lacke, die ich überhaupt nicht mag. Allerdings ist sie auch erheblich teurer.
In der Küche kombiniere ich unser geliebtes, nach historischem Vorbild angerührtes Olivgrün mit einem frischen Limonengrün. Da der helle Grünton weniger Farbpigmente enthält als der dunkle Grünton, muss ich die limonengrüne Wand nicht nur zwei-, sondern dreimal streichen.
Ende nächster Woche werde ich die Malerarbeiten hoffentlich abgeschlossen haben, und dann freue ich mich schon darauf, im Juni meine alte, neugestaltete Küche wieder einrichten und in Betrieb nehmen zu können. Bis dahin koche in der Diele unseres Bauenhauses. An das Provisorium dort habe ich mich inzwischen so gewöhnt, dass es mir kaum noch etwas ausmacht.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Flüsterleiser Bio-Rasenmäher

Einsatzbereit: unser flüsterleises Bio-Rasenmäher-
Modell namens Rainbow.
Wer die Ruhe sucht, darf nicht aufs Land ziehen. Traktorenlärm und ratternde Rasenmäher bilden hier eine allgegenwärtige Geräuschkulisse, und das nicht nur an Werk-, sondern auch an Sonn- und Feiertagen. Im Winterhalbjahr, wenn das Gras nicht wächst, kommen statt der Rasenmäher die Kettensägen zum Einsatz, aber bis das wieder soweit ist, haben wir ja noch ein paar Monate Zeit.
Wir wollen uns auch gar nicht darüber beschweren, denn auch wir besitzen sowohl Motormäher als auch -säge, aber wir setzen beides so wenig wie möglich ein. Zum Brennholzsägen nehmen wir lieber  eine elektrische Kettensäge, denn die ist leichter, stinkt nicht wie ein Zweitakter, und außerdem ist sie viel leichter. Den Rasenmäher benutzen wir vor allem zum Mähen des schmalen Grünstreifens zwischen Gartenzaun und Gehweg. Für das Gras auf dem Hof bedienen wir uns eines flüsterleisen  Bio-Rasenmähers, von denen wir verschiedene Modelle zur Auswahl haben. Für hohes Gras wählen wir vorzugsweise das Modell Rainbow, den Feinschnitt besorgt anschließend das Skudden-Quartett, das inzwischen Verstärkung bekommen hat. Schnuckenbock Valentino unterstützt neuerdings tatkräftig das Grünpflege-Team. 
Das Beste an den Bio-Rasenmähern isst nicht nur, dass sie nicht nur keinen Lärm machen, sondern auch, dass sie wie Mähroboter selbstständig arbeiten. So brauchen wir nicht wie blöd hinter dem Mäher her zu latschen, sondern können die Zeit nutzen, um etwas Anderes zu erledigen. Das ist auch ganz gut so, denn wir empfinden Rasen mähen als eine ausgesprochen lästige Arbeit, vor der wir uns, selbst wenn wir keine Bio-Mäher hätten, drücken würden.
Rasen mähen gehört ja ohnehin nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen von uns Frauen. Wir überlassen es deshalb normalerweise den Männern, für die Rasen mähen auf der Hitliste der liebsten Freizeitaktivitäten gleich nach dem Grillen zu kommen scheint. Da wir aber keine Männer im Haus und auf dem Hof haben (und auch gar nicht haben wollen), sind wir froh, dass die Bio-Rasenmäher uns die ungeliebte Arbeit abnehmen.

Dienstag, 19. Mai 2015

Aufessen oder lieber satt sehen?

Im Gemüsebeet blüht der Schnittlauch ...
Schnittlauch hat so wunderschöne Blüten, dass er eine Zierde für jeden Garten ist. Jetzt blüht er gerade, und wir stehen wieder vor der Entscheidung: Sollen wir ihn aufessen oder uns lieber nur an den Blüten satt sehen? Zum Glück hat nicht jeder Halm eine Blüte, und so bleibt auch zur Blütezeit genug zum Abschneiden, und wir können die Blüten stehen lassen. Die Blüten kann man übrigens auch als essbare Dekoration auf dem Teller verwenden. Aber wir tun uns seit jeher schwer, Blüten zu essen, hätten irgendwie kein gutes Gefühl dabei, wahrscheinlich weil wir Blüten so schön finden und sie deshalb nicht einfach verspeisen wollen.
Während die lila Blüten des Schnittlauchs für Farbtupfer im Gemüsebeet sorgen, protzt im Vorgarten der Zierlauch mit seinen fast tennisballgroßen Blüten. Sie sind auch sehr schön, aber, ehrlich gesagt, finden wir die kleinere, ursprünglichere Variante noch schöner.

... und im Vorgarten der vergleichsweise riesige Zierlauch. 

Montag, 18. Mai 2015

Katze müsste man sein . . .

Unser hübsches Katerchen räkelt sich im Gras und genießt die Sonne.
Katze müsste man sein! Dann könnte man sich den ganzen Tag die Sonne auf den Bauch scheinen lassen (sofern sich die Sonne nicht gerade hinter einem Wolkenvorhang versteckt), und man würde sich dreimal am Tag von seinen Menschen das Essen servieren lassen. Aber bitte nicht neidisch werden! Uns Menschen würde auch etwas mehr Gelassenheit und Müßiggang gut tun. Wir haben die Freiheit, unser Leben individuell zu gestalten, doch nur die wenigsten von uns nutzen diese Freiheit, nehmen stattdessen alle äußeren Umstände, die ihr Leben bestimmen, als gegeben, als unveränderlich hin.
Freiheit hat übrigens nichts mit Geld oder materiellem Wohlstand zu tun. Im Gegenteil: Wer für die allgegenwärtigen Verlockungen der Konsumwelt weniger empfänglich ist, kommt mit erstaunlich wenig Geld zurecht, und ist nicht trotzdem, sondern gerade deshalb freier und vermutlich auch glücklicher.
Katzen (oder Hunde oder andere Tiere) definieren sich nicht über Arbeit, über Leistung und Besitz, sie sind einfach nur da und leben. Ist das etwa nicht genug?

Sonntag, 17. Mai 2015

Schuften für die Neckarkönigin

Stangenbohnen brauchen Stangen, um daran hochzuranken. Meine Wald- und Wiesenkonstruktion wird diesen Zweck hoffentlich erfüllen.
Zwischendurch rief mich Inka zur Kaffeepause mit selbstgebackenem Rhabarberkuchen, aber das war die einzige Unterbrechung, als ich am Abend wieder ins Haus kam, war es schon kurz vor 20 Uhr. Seit dem Mittag hatte ich im Garten gewerkelt, beziehungsweise hatte zunächst einen Abstecher ins nahe Waldstückchen gemacht, denn eine Tüte mit Stangenbohnen der Sorte Neckarkönigin hatte ich zwar, nur keine passenden Stangen für die Bohnen. Im vergangenen Jahr waren im Wäldchen Birken gefällt worden und etliche Stämmchen liegen dort noch immer herum. Mit der kleinen Klappsäge ausgerüstet, habe ich mich hier bedient, wankte mit einem Arm voller Stangen nach Hause zurück und bastelte mein Stangenbohnengerüst zusammen. Es dauerte ein bisschen, bis meine Konstruktion mit den verschieden dicken und langen Ästen Halt fand. Sieht ein bisschen abenteuerlich aus, aber scheint standfest zu sein.
Der Hüter aller guten Gartengeister soll auf die gerade gelegten Bohnen
aufpassen.
Vorher hatte ich das Beet, das bis dahin brach gelegen hatte, erst wieder von dickem Wildwuchs befreien müssen, dann Komposterde heranschleppen und irgendwann endlich säen und gießen. Mein Tun war nicht unbeobachtet geblieben: Ein Amselmännchen kam bis auf einen Meter an mich heran, beäugte mich aufmerksam, um dann im lockeren Erdreich zu scharren. Zwischendurch schaute er kurz, ob ich noch immer an meinem Platz bin, um dann weiter zu kratzen und fette Beute zu machen.
Ich bin gespannt, wie sich die Stangenbohnen machen werden und ob sie tatsächlich so zart und lang sind, wie der Packungstext verspricht, denn Stangenbohnen habe ich noch nie angebaut, auch meine Eltern hatten immer nur Buschbohnen im Garten. Mir gefällt die Aussicht, auf vergleichsweise kleinem Raum eine ansehnliche Ernte heranzuziehen. Mal sehen, ob das gelingt. Als Hüter aller guten Gartengeister habe ich vorsorglich noch meinen Gartenzwerg zur neuen Kultur gesetzt, er wird auf sie aufpassen. Auch auf die heute gesäte Petersilie und lauter Blumen, deren Samen ich überall großzügig verteilt habe.

Samstag, 16. Mai 2015

Pusteblumen

Demnächst vom Winde verweht: Die Früchte des Gewöhnlichen Löwenzahns nennt man auch Schirmfrüchte, da sie
mit kleinen Fallschirmen ausgestattet sind, die gewährleisten sollen, dass sich die Früchte in einem möglichst großen
Radius verteilen. Ein toller Trick der Natur! 
Wie schnell das wieder ging! Vor ein paar Tagen waren die Wiesen noch voller gelber Farbtupfer, und jetzt ist der Löwenzahn größtenteils schon wieder verblüht und hat sich in Pusteblumen verwandelt. Aber auch wenn die Hauptblütezeit jetzt vorbei ist, sieht man noch bis zum Herbst auf Wiesen und an Wegesrändern einzelne gelbe Blüten.

Freitag, 15. Mai 2015

Die Blattstiele kennen wir, aber auch die Blüten?

Hier sind die jungen Blüten noch fast geschlossen.
Von der Rhabarberpflanze kennen wir eigentlich nur die Teile, die in der Küche Verwendung finden: die dicken, rund einen halben Meter langen Blattstiele. Im Garten oder auf dem Feld haben haben wir vielleicht auch schon einmal die riesigen Blätter bestaunt, aber dass Rhabarber auch schöne Blüten hat, wissen nur die wenigsten. Kein Wunder, denn die Blütenrispen werden in der Regel frühzeitig entfernt, um den Ertrag zu erhöhen. Wir haben unserem, im vergangenen Jahr gepflanzten Rhabarber die Blüte gelassen, denn beernten werden wir die Pflanze erst im nächsten Jahr. In diesem Jahr darf sie noch Kraft sammeln und unbehelligt wachsen.

Die Blütenrispen haben eine gewissen Ähnlichkeit mit denen des weißen Flieders. Insekten lieben sie.

Die Rhabarberpflanze mit
dem schon rund 1,5 m hohen
Blütenstand.
Der sogenannte Blütenstandspross kann bis zu zwei Meter hoch werden. Der unserer Rhabarberpflanze hat schon gut zwei Drittel davon geschafft. Die cremeweißen Blüten sind in Rispen angeordnet, die ein wenig an weißen Flieder erinnern – durchaus faszinierend. Ich habe mir die Blüten genau angeschaut, denn ich kann mich nicht erinnern, sie jemals zuvor schon bewusst wahrgenommen zu haben.
Zwar weiß ich schon lange, dass Rhabarber, obwohl er wie Obst verwendet wird, ein Gemüse ist, aber mir war nicht klar, dass Rhabarber ursprünglich aus dem Himalaya stammt und über Russland, wo er seit dem 16. Jahrhundert angebaut wird, im 18. Jahrhundert zu uns nach Europa gelangte.
Am liebsten verwende ich Rhabarber zum Kuchenbacken. Rhabarberkuchen ist eine saisonale Leckerei, von der ich gar nicht genug bekommen kann, zumal der Kuchen nicht so süß ist wie andere Kuchen, vorausgesetzt man neutralisiert die typische Säure des Rhabarbers nicht mir Unmengen von Zucker.
Mein Lieblingsrezept für (selbstverständlich veganen) Rhabarberkuchen habe ich im Laubfresser-Blog gefunden. Statt 600 Gramm nehme ich allerdings 1000 Gramm Rhabarber für eine Springform. Ich finde, das ist nicht zu viel, und meistens werden die Stangen ja auch in Bündeln zu je einem Kilo angeboten.