Sonntag, 17. Mai 2015

Schuften für die Neckarkönigin

Stangenbohnen brauchen Stangen, um daran hochzuranken. Meine Wald- und Wiesenkonstruktion wird diesen Zweck hoffentlich erfüllen.
Zwischendurch rief mich Inka zur Kaffeepause mit selbstgebackenem Rhabarberkuchen, aber das war die einzige Unterbrechung, als ich am Abend wieder ins Haus kam, war es schon kurz vor 20 Uhr. Seit dem Mittag hatte ich im Garten gewerkelt, beziehungsweise hatte zunächst einen Abstecher ins nahe Waldstückchen gemacht, denn eine Tüte mit Stangenbohnen der Sorte Neckarkönigin hatte ich zwar, nur keine passenden Stangen für die Bohnen. Im vergangenen Jahr waren im Wäldchen Birken gefällt worden und etliche Stämmchen liegen dort noch immer herum. Mit der kleinen Klappsäge ausgerüstet, habe ich mich hier bedient, wankte mit einem Arm voller Stangen nach Hause zurück und bastelte mein Stangenbohnengerüst zusammen. Es dauerte ein bisschen, bis meine Konstruktion mit den verschieden dicken und langen Ästen Halt fand. Sieht ein bisschen abenteuerlich aus, aber scheint standfest zu sein.
Der Hüter aller guten Gartengeister soll auf die gerade gelegten Bohnen
aufpassen.
Vorher hatte ich das Beet, das bis dahin brach gelegen hatte, erst wieder von dickem Wildwuchs befreien müssen, dann Komposterde heranschleppen und irgendwann endlich säen und gießen. Mein Tun war nicht unbeobachtet geblieben: Ein Amselmännchen kam bis auf einen Meter an mich heran, beäugte mich aufmerksam, um dann im lockeren Erdreich zu scharren. Zwischendurch schaute er kurz, ob ich noch immer an meinem Platz bin, um dann weiter zu kratzen und fette Beute zu machen.
Ich bin gespannt, wie sich die Stangenbohnen machen werden und ob sie tatsächlich so zart und lang sind, wie der Packungstext verspricht, denn Stangenbohnen habe ich noch nie angebaut, auch meine Eltern hatten immer nur Buschbohnen im Garten. Mir gefällt die Aussicht, auf vergleichsweise kleinem Raum eine ansehnliche Ernte heranzuziehen. Mal sehen, ob das gelingt. Als Hüter aller guten Gartengeister habe ich vorsorglich noch meinen Gartenzwerg zur neuen Kultur gesetzt, er wird auf sie aufpassen. Auch auf die heute gesäte Petersilie und lauter Blumen, deren Samen ich überall großzügig verteilt habe.

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