Sonntag, 14. Januar 2018

Sonn(en)tag

Marion wird angebettelt: Rück' endlich die Hundekuchen 'raus!
Na, war das ein herrlicher Sonn(en)tag! So viel Sonne wie heute waren wir ja gar nicht mehr gewohnt. Bei einer Außentemperatur knapp unter dem Gefrierpunkt war es gefühlt viel wärmer, und als wir auf unserer 13-Kilometer-Wanderung mit den Hunden am Waldrand eine Sitzbank mit direkter Südausrichtung entdeckten, ließen wir uns dort für eine kleine Picknickpause mit alkoholfreiem Fruchtpunsch und Müsli-Keksen nieder und blinzelten in die Sonne. Stundenlang hätten wir dort sitzen können, ohne zu frieren, aber den Hunden wurde es, nachdem sie ihre Hundekuchen vertilgt hatten, zu langweilig und sie quengelten solange, bis wir uns von unserem sonnigen Plätzchen erhoben.

Sonne satt und blauer Himmel – so wünschen wir uns den Winter!

Samstag, 13. Januar 2018

Dieser Platz ist bereits besetzt

Der einst so praktische, gepolsterte Pausenplatz ist besetzt. Auf der "Sitzfläche" wächst nun eine kleine Kiefer.
Vor Jahren hatten wir die Kiefer am Wegesrand schon einmal fotografiert. Damals faszinierte uns der üppig mit weichem Moos gepolsterte "Sessel", der sich genau in Sitzhöhe befindet und zum Waldweg hin ausgerichtet ist – fast so, als würde der Baum müde Wanderer einladen, sich eine kleine Pause zu gönnen, auf dem Moospolster Platz zu nehmen und sich mit dem Rücken an den Stamm zu lehnen. Da das Moos nach einem kräftigen Regenguss nass war wie ein Schwamm, haben wir der Versuchung, diesen Pausenplatz zu testen, widerstanden. Heute würden wir uns dort nicht mehr niederlassen, denn mittlerweile wächst eine Baby-Kiefer auf der "Sitzfläche". Die wollen wir natürlich nicht platt machen, auch wenn ihr an diesem Standort kein langes Leben beschieden sein dürfte. Aber vielleicht schafft es die kleine Kiefer doch, mit ihren Wurzeln so viel Halt zu finden, um hier viele Jahren überdauern zu können. Da wir an dem ungewöhnlichen Kiefern-Paar ohnehin regelmäßig vorbeikommen, wenn wir mit den Hunden unterwegs sind, werden wir die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Freitag, 12. Januar 2018

Mal den Mund halten . . .

Wenn wir draußen unterwegs sind, dann am liebsten nur zu zweit und natürlich mit den Hunden. Zum einen gehen wir schneller, als die meisten anderen – wir wollen schließlich wandern und nicht schlendern, zum anderen nervt es, in Begleitung von Leuten zu wandern, die nicht abschalten können und meinen, pausenlos quatschen zu müssen. Wenn es dabei wenigstens um Naturthemen, zum Beispiel um Beobachtungen am Wegesrand gehen würde. Aber nein, es wird von Freunden, Verwandten und Alltagsbegebenheiten erzählt, die auf einer Wandertour doch nur unnötiger Ballast sind. Diese Geschichten bleiben besser zu Hause, damit die Wandertour auch den gewünschten Erholungseffekt hat.

Wer beim Wandern zu viel quatscht, dem entgehen leicht so schöne Details am Wegesrand 
wie die Taubnessel, die  aus einer Birke herauswächst, deren Stamm nach Abbruch 
eines Astes einen klaffenden Spalt hat.
Wir haben festgestellt: Je länger wir wandern, desto ruhiger und entspannter werden wir. Nach acht bis zehn Kilometern stellt sich allmählich ein bestimmtes Glücksgefühl ein, und man wünscht sich, dass die Wanderung nie enden möge. Schwirren zunächst noch viele im Kopf herum, reduziert sich das Denken zugunsten einer intensiver werdenden Wahrnehmung der Natur. Um den Zustand des Nicht-Denkens zu erreichen, den buddhistische Mönche durch jahrelange Meditation anstreben, und damit die höchste Form der Freiheit zu erlangen, muss man allerdings sehr weit wandern, möglichst einen ganzen Tag lang durch eine Landschaft, die weitgehend unverbaut und von Verkehrs- und anderem Zivilisationslärm unbehelligt ist. Solche Voraussetzungen lassen sich hierzulande leider nur selten finden.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Lieber draußen als am Bildschirm

Blick über das zur Zeit ziemlich feuchte Schweimker Moor. Am Neujahrstag schien dort sogar die Sonne, was ja in diesem Winter bislang eher selten der Fall war.
Eine Eiche mit "nassen Füßen" am Rand
des Ochsenmoores bei Hankensbüttel.
Guter Vorsatz für das neue Jahr: Wir wollen wieder bloggen. In den vergangenen Wochen sind wir leider nicht dazu gekommen. Der Dezember ist für uns stets der arbeitsreichste Monat des Jahres, und diesmal gab es besonders viel zu tun. Immerhin hatten wir Weihnachten vier Tage am Stück, um uns zu erholen. Da wir Weihnachten generell nicht feiern, standen auch keinerlei Verpflichtungen auf dem Programm, und so nutzten wir die Gelegenheit, endlich wieder ausgiebig mit den lieben Hunden zu wandern. Am Ende des zweiten Weihnachtsfeiertages hatten wir etwas mehr als 50 km auf dem "GPS-Tacho". Das Draußensein und die Bewegung taten nach den sitzend vor dem Computerbildschirm verbrachten Arbeitswochen richtig gut, und auch die böse Bronchitis, die uns nacheinander beide erwischte, konnte den Genuss nur geringfügig trüben.
Zwischen Weihnachten und Neujahr mussten wir wieder arbeiten, aber das Jahreswechsel-Wochenende konnten wir dann wieder zum Wandern nutzen. Dabei stellten wir fest: Unser Land-unter Blogeintrag von Ende November ist aktueller denn je. Die Wege waren so aufgeweicht, dass wir froh waren, uns für wandertaugliche Gummistiefel entschieden zu haben.
Den Traum von einem weißen Winter mit knackigem Frost und blauem Himmel über der geschlossenen Schneedecke wollen wir nicht aufgeben, aber wahrscheinlich werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass die Winter infolge des Klimawandels meistens so nass und trüb sind.

Sonntag, 26. November 2017

Land unter

Um trockenen Fußes um diese Pfütze herum zu kommen, muss man sich schon in die Büsche schlagen.

So allmählich geht der November zu Ende – und damit ein Monat, der uns reichlich Regen beschert hat. Heute blieb es zur Abwechslung mal trocken, aber die Wege stehen so voller Wasser, dass man stellenweise "Land unter!" melden könnte. Der im Sommer staubtrockene, sandige Heideboden ist jetzt eine einzige große Matschepampe.

Fussel, Fiene und Fyffes (von links) hatten trotz der vielen Pfützen ihren Spaß.
Ohne Gummistiefel war es schon ein kleines Kunststück, keine nassen Füße zu bekommen, denn viele Pfützen hatten sich in kleine Seen verwandelt.
Bei so viel Nässe ist es kein Wunder, dass sogar die Bäume rosten. Hier ist der Beweis:

Aber können Bäume denn wirklich rosten? Natürlich nicht. Was aussieht wie Rost ist tatsächlich eine Flechte.

Dienstag, 14. November 2017

Buchen suchen

Nach unserer Rückkehr aus Schweden – sorry, dort haben wir diesmal aufs Bloggen verzichtet – streifen wir wieder durch die heimischen Wälder. Auch wenn der "goldene Oktober" schon vorbei ist und viele Bäume bereits kahl sind, hat die herbstliche Laubfärbung doch noch einiges zu bieten, vorausgesetzt man folgt der Empfehlung "Buchen suchen". Das haben wir auch am Sonntag wieder getan. Hier sind einige Impressionen von dieser Tour:








Mittwoch, 18. Oktober 2017

Herbstlicher Farbenrausch

Wegen seiner intensiven Herbstfärbung ist der Essigbaum ein weit verbreitetes Ziergehölz.
Bei den gelben Blumen im Hintergrund handelt es sich um Dahlien.
Wenn ich aus dem Fenster links von meinem Arbeitsplatz blicke, sehe ich es dort zurzeit rotorange leuchten, nicht ganz so intensiv wie abends die untergehende Sonne, aber doch schon sehr beeindruckend. Verantwortlich für diesen herbstlichen Farbrausch ist ein Essigbaum (Rhus typhina), auch Hirschkolbensumach genannt. Nur der Zuckerahorn und die Roteiche haben eine ähnlich kräftige Herbstfärbung. Wie diese stammt auch der Essigbaum ursprünglich im östlichen Nordamerika heimisch. Da er aber schon 1620 nach Europa eingeführt wurde und hier seitdem weite Verbreitung gefunden hat, kann er doch schon fast als heimische Baumart gelten. Essigbaum heißt er deshalb, weil seine säurehaltigen Früchte früher dem Essig zugesetzt wurden, um dessen Säure zu verstärken.