Donnerstag, 2. Juli 2015

33 Grad im Schatten

In der prallen Sonne wäre das Glas-
röhrchen des Thermometers beinahe
 geplatzt! 
Au weia, beinahe wäre mein kleines Experiment schiefgegangen. Gerade noch rechtzeitig habe ich das Thermometer zurück in den Schatten geholt. Die Säule aus blau gefärbtem Alkohol war im Glasröhrchen schon bis zur Oberkante des Glasröhrchens gestiegen. Hätte ich es noch ein paar Minuten in der Sonne stehen lassen, wäre es wahrscheinlich geplatzt.
33 Grad im Schatten sind
durchaus rekordverdächtig.
Das Zimmerthermometer ist für so eine Hitze nicht ausgelegt. Es reicht "nur" bis 55 Grad. Wie heißt es heute tatsächlich in der prallen Sonne war, konnte ich somit leider nicht feststellen. Aber das lässt sich sicher im Netz recherchieren. Immerhin konnte ich mit dem Thermometer die Temperatur im Schatten messen, und die war auch schon beindruckend: 33 Grad, das ist durchaus rekordverdächtig. Hoffentlich wird es in diesem Sommer nicht noch heißer. Allerdings lassen die Wetteraussichten für morgen nicht darauf hoffen.
Von unseren vielen Tieren auf dem Hof war heute nicht viel zu sehen. Sie hatten sich allesamt in den Schatten zurückgezogen. Die Pferde trauen sich erst nach Sonnenuntergang aus der Scheune, wo es vergleichsweise kühl ist.
Kühl ist es auch in unserem großen, alten Fachwerkhaus. Wir halten alle Fenster und Türen geschlossen, damit die Hitze draußen bleibt.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Was ist denn das für eine schöne Blume?

Es lohnt sich, die Blüten dieses Pflanze aus der Nähe zu betrachten.
Im Balkonkasten würde sie bestimmt bewundernde Blicke auf sich ziehen und wäre, was die Schönheit und den Deko-Faktor betrifft, eine ernsthafte Konkurrenz für Begonie, Geranie & Co. Aber diese Blume braucht ein bisschen mehr Platz im Fußraum, und ein Balkonkasten wäre ihr wohl zu eng. Denn diese Blume wird nicht wegen ihrer schönen Blüten gepflanzt, sondern wegen der Knollen, die am unteren Ende des Stängels im Erdreich bilden. Es handelt sich nämlich um eine Kartoffelpflanze. Zurzeit blühen sie zu Tausenden auf den Äckern. Doch kaum einer nimmt ihre Schönheit wahr. Besonders schön finden wir die rosa blühenden, aber auch die weiß blühenden sind sehr dekorativ.

Dienstag, 30. Juni 2015

Stylisches Outfit

Goldglänzender Rosenkäfer auf einer Pastinakenblüte in unserem Garten.
Wow, in so einem metallisch grün schillerndem Kleid wäre ich auf jeder Party ein echter Hingucker. Im Gegensatz zu uns Frauen muss der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata) für sein stylisches Outfit nicht einen einzigen Euro ausgeben. Wer so gut aussieht, hat natürlich gute Voraussetzungen, zum Germany's next topmodel gekürt zu werden, und tatsächlich durfte sich der Goldglänzende Rosenkäfer mit dem Titel "Insekt des Jahres 2000" schmücken.
Trotz seines Namens ist der Rosenkäfer übrigens nicht auf Rosen abonniert. Er ist auch häufig auf Blüten von Obstgehölzen, Holunder, Weißdorn oder Doldenblütern anzutreffen. Zu letzteren gehört auch die blühende Pastinakenpflanze in unserem Garten.

Montag, 29. Juni 2015

Viele leckere Beeren

Die roten Johannisbeeren sind schon reif, die schwarzen brauchen noch ein paar Tage Sonne.
Zurzeit fühlen wir uns ein bisschen wie im Schlaraffenland. Jeden zweiten Tag ernten wir in unserem Garten eine große Schale Erdbeeren, und jetzt sind auch noch die Johannisbeeren reif. Wenn die geerntet sind, können wir uns noch auf viele weitere leckere Beeren freuen: Stachelbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Boysenbeere. Nur Maulbeeren werden wir in diesem Sommer noch nicht ernten können, denn der Baum ist noch zu jung, entwickelt sich aber gut.

Sonntag, 28. Juni 2015

Auf dem Steg an den Schnucken vorbei

Marion schiebt ihr Rad auf dem Bohlensteg vorbei an den Heidschnucken durchs Moor.
Wir hätten auf die beiden Büchersendungen auch Briefmarken kleben und sie in den Briefkasten bei uns im Dorf werfen können. Aber da die Empfänger nur ein paar Dörfer weiter wohnen und das Wetter gut war, entschlossen wir uns, die Post selbst auszuliefern (gelten wir deshalb jetzt als Streikbrecher?), und zwar im Rahmen einer Radtour. Nachdem wir die Büchersendungen zugestellt hatten, fuhren wir weiter zum nahe gelegenen Postmoor. Das hat übrigens nichts mit der gelben Post zu tun, die gerade bestreikt wird, sondern der Name verweist auf den im Moor vorkommenden Gargelstrauch (Myrica gale), der auch Porst oder Post genannt wird.
Auf der Brücke an dem Heideflüsschen Lachte.
Durch das Postmoor führt ein fast einen Kilometer langer Bohlensteg, auf dem man trockenen Fußes und ohne die empfindliche Moorvegetation zu beschädigen, von der einen Seite des Moores zum anderen gelangen kann. Neben dem Bohlensteg weidete eine Herde Heidschnucken zwischen den Binsen. Uns fiel der nagelneue Elektrozaun auf, mit dem die Moorweide eingezäunt war. Wahrscheinlich ist der neue Zaun aufgestellt worden, nachdem am Rand des Moores kürzlich ein Wolf mehrere Schafe gerissen hatte.
An beiden Enden des Bohlenstegs gibt es Picknicktische – prima für eine kleine Kaffeepause. Gut gestärkt machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs überquerten wir die Lachte, einen wunderschönen, kleinen, sauberen Heidebach. Wir hielten kurz an und gingen von der Brücke hinunter ans Wasser, um die blauen Prachtlibellen aus der Nähe zu bewundern.

Die Brücke vom Flussufer aus betrachtet.

Samstag, 27. Juni 2015

Siebenschläfertag


Die Riesenpfützen, die uns der Starkregen heute beschert hat, wirken im Licht der Abendsonne wie kleine Seen.
Vor dem Unwetter, das heute in Süddeutschland wütete, blieben wir hier im Norden der Republik zum Glück verschont. Das Gewitter war harmlos, aber zweimal hatten wir am Nachmittag richtig heftigen Starkregen. Am Abend waren die Wolken bereits verschwunden, und die Sonne spiegelte sich in den riesigen Wasserlachen, die sich überall gebildet hatten. 
Wir sind ganz froh, dass der Garten, bevor es nächste Woche sommerlich warm wird, noch einmal gut bewässert worden ist. Und obwohl heute Siebenschläfertag ist, machen wir uns auch gar keine Sorgen um das Sommerwetter. Denn wir wissen, dass nicht nur das Wetter an diesem einzelnen Tag darüber entscheidet, wie der Sommer wird, sondern dass dafür der Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli ausschlaggebend ist. Und für die kommende Woche sind die Aussichten ja alles andere als schlecht.

Freitag, 26. Juni 2015

Lieber Grün als Gift in der Gosse

Hier ist erfreulicherweise nicht die Glypho-
sat-Giftspritze zum Einsatz gekommen.
Heute meldeten die Medien, dass Wissenschaftler in Proben von Muttermilch bedenklich hohe Konzentrationen des höchstwahrscheinlich Krebs erregenden Pflanzenschutzmittels Glyphosat nachgewiesen haben. Das vor allem unter dem Markennamen "Roundup" bekannte Gift findet nicht nur in der Landwirtschaft Verwendung, sondern erfreut sich auch bei Hobbygärtnern und Hausbesitzern nach wie vor großer Beliebtheit. Auch bei uns in der Nachbarschaft sind die Giftspritzen regelmäßig zum Einsatz. Viele Menschen können es einfach nicht ertragen, wenn in der Gosse auch nur ein Grashalm sprießt und versprühen deshalb großzügig Glyphosat. Dass das Zeug ins Grundwasser und von dort in unsere Nahrungskette gelangt, ist ihnen offenbar egal. Hauptsache Gehweg und Gosse sind sauber.
Wir freuen uns immer, wenn wir giftfreie Gossen entdecken. Zu erkennen sind sie an den kleinen, zarten Pflänzchen, die aus den Fugen wachsen. Grauer Beton ohne jegliches Grün ist nämlich immer verdächtig, denn es deutet darauf hin, dass hier Gift gespritzt wurde, denn kaum jemand macht sie die Mühe, die Fugen in Gosse und Gehweg in Handarbeit vom verhassten "Unkraut" zu befreien.
Wie schön war es doch, heute Abend auf dem Hundespaziergang eine blühenden Mohnblume in einer  Gosse im Dorf zu entdecken. Ein schönes Symbol des Lebens und des Widerstands gegen den allgemeinen Ordnungswahn.