Mittwoch, 7. Mai 2014

Von wegen mieses Regenwetter!

1 mm im Regenmesser – das ist nicht viel, gefühlt war es deutlich mehr. Aber die nächste Regenfront zieht schon heran. 
Regenwetter wie jetzt ist für mich schönes Wetter. Oft genug ist die Weidesaison, kaum hat sie begonnen, schon wieder vorbei, weil einfach kein Regen fällt, um das Gras wachsen zu lassen. Unser Sandboden trocknet schneller aus, als uns lieb ist, und anders als die Landwirte, die schon im April dass erste Mal ihre Wasserkanonen anstellten, sind wir auf ständigen Regennachschub von oben angewiesen. In diesem Jahr hat das bislang gut geklappt, und überall ist es grün, wie es sich für den Frühling gehört.
Rainbow vor dunklen Regenwolken,
dank derer das Gras saftig grün ist.
Die Pferdchen und Schafe finden das auch klasse, Gras ist eben tausendmal leckerer als selbst das feinste Heu. Einen Nachteil hat der Regen allerdings : Das Unkraut auf unseren neu angelegten Beetflächen wächst auch ganz gut ... Aber Unkrautjäten, damit tröste ich mich, ist auch nicht mehr Arbeit, als ständig Wasserkannen zu schleppen.

Dienstag, 6. Mai 2014

Ausweichmanöver mit dem Rasenmäher

Eine Insel mit Gänseblümchen. Wie traurig wäre es doch, diese schönen Blumen abzumähen!
Heute habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr den Rasen gemäht. Entschuldigung, liebe Nachbarn, aber vorher ging es nicht! Hätte ich etwa all die wunderschönen Löwenzahnblüten abmähen sollen? Nein, zu einer solchen Grausamkeit bin ich nicht fähig. Deshalb lasse ich den Rasen lieber wachsen, bis der Löwenzahn verblüht ist und der Wind die Pusteblumen davongetragen hat. Länger dürfte ich allerdings auch nicht warten, denn sonst bräuchte ich einen speziellen Wiesenmäher, um durch das hohe Gras zu kommen. An einigen Stellen streikte der Rasenmäher jetzt schon, und der Motor ging aus, sodass ich ihn neu starten musste.
Auch wenn der Großteil des Löwenzahns verblüht ist, gibt es noch einige schöne, gelbe Tupfer. Außerdem haben wir einige kleine Inseln mit Gänseblümchen im Rasen, und in der Nähe unserer großen, alten Kastanie wachsen Kastanienbäumchen in Bonsai-Größe aus dem grünen Gras empor. Auch sie erfordern elegante Ausweichmanöver. Wer mich beim Rasenmäher beobachtet, wird vielleicht vermuten, dass ich mir zuvor Mut angetrunken habe und deshalb solche Schlenker mache. Dabei trinke ich doch gar keinen Alkohol!

Auch wenn der Rasen dadurch vielleicht etwas struppig aussieht: Der blühende Löwenzahn darf stehen bleiben!

Ich weiß zwar, dass ich nicht alle Kastanien im Rasen lassen kann, denn sonst wohnen wir bald in einem Kastanienwald, aber ich will die kleinen Bäumchen im Herbst, sobald sie ihre zarten Blätter abgeworfen haben, vorsichtig ausgraben und teils topfen teils sofort an eine andere Stelle auf unserem Hof umpflanzen.
Man mag mich für bescheuert halten, aber auch Pflanzen sind Lebewesen. Nur weil sie anders aussehen als Säugetiere, zu denen bekanntlich auch wir Menschen zählen, und sich langsamer bewegen, sind sie nicht minderwertiger. "Pflanzen sind in der Tat langsame Lebewesen und funktionieren vollkommen anders als Tiere. Doch gerade diese Andersartigkeit macht sie so faszinierend", schreibt der Potsdamer Biologie-Professor Ewald Weber in seinem kleinen Buch der botanischen Wunder, das unbedingt lesenswert ist und hier bei Gelegenheit noch ausführlich vorgestellt wird. "Dabei", so Weber weiter, kommt den Pflanzen eine Schlüsselrolle zu. Ohne Pflanzen könnte kein einziges Tier leben, auch wir Menschen nicht."
Deshalb, finde ich, sollten wir Pflanzen mit mit ein bisschen mehr Ehrfurcht und Respekt behandeln – und das nicht nur beim Rasenmähen!

Eine kleine Kastanie wächst aus dem grünen Gras empor – nein, über die könnte ich nicht mit dem Rasenmäher fahren.

Montag, 5. Mai 2014

Fleischfreie Füllung fürs Fladenbrot

Während vorne in der Pfanne das Gemüse gart, quillt hinten im Topf das gut
gewürzte Sojagranulat.
Für alle, die gerne öfter oder – noch besser – ganz auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichten möchten, es sich aber partout noch nicht vorstellen können, auf Döner & Co. zu verzichten, habe ich eine vegane Alternative kreiert, die so lecker ist, dass man danach sowieso nie wieder in einen Döner beißen will.
Für zwei Personen so richtig zum Sattessen oder für vier Personen als Snack werden folgende Zutaten benötigt:
• 1 Fladenbrot, im Ofen oder im Kontaktgrill kurz aufgebacken und dann geviertelt und aufgeschnitten
• 200 g frische Champignons
• 1 Bund Frühlingszwiebeln
• 1 Dose Mais
• 62,5 g Sojagranulat (= 1/2 bzw. 1/4 Beutel, gibt's in jedem größeren Supermarkt im Bio-Regal)
• 125 g Datteltomaten
• 250 ml Alpro Soya Cuisine (die pflanzliche Alternative zu Saurer Sahne und Crème fraîche)
• Salz, Pfeffer aus der Mühle
• 1/2 Teelöffel Rosenpaprikapulver
• 1/4 Teelöffel geschrotete Chillischoten
• ein paar Stängel frische Petersilie (tiefgefrorene oder gefriergetrocknete tut es zur Not auch)

Zum Schluss kommt die Sojasahne dazu, und dann ist sie auch schon fertig, die fleischfreie Füllung fürs Fladenbrot.
Zubereitung: Die Frühlingszwiebeln waschen und in Ringe schneiden. Die Datteltomaten halbieren. Die Champignons putzen, in gleichmäßig dicke Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit hohem Rand in veganer Margarine (z. B. Deli-Reform) scharf anbraten.
Derweil 60 ml Wasser zum Kochen bringen und das Sojagranulat einrühren. Den Topf von der Kochstelle nehmen, Salz, Pfeffer Paprikapulver und Chilli dazugeben und das Sojagranulat quellen lassen.
Jetzt die Frühlingszwiebeln und die Tomaten zu den Pilzen in die Pfanne geben und unter Rühren kurz anbraten. Den abgetropften Mais dazugeben und dann das gewürzte Sojagranulat unterheben. Zum Schluss die Sojasahne dazugeben und bei schwacher Hitze etwas einköcheln lassen. Die heiße Pfanne auf den Tisch stellen, damit sich jeder sein Fladenbrotviertel selbst befüllen kann. Guten Appetit!

Sonntag, 4. Mai 2014

Der erste Frosch im Teich

Seit diesem Wochenende haben wir einen neuen Teichbewohner: Ein Frosch ist in den Mini-Teich eingezogen, den wir Anfang Januar vom Sperrmüll geholt hatten, und darüber haben wir uns sehr gefreut. Den ganzen Tag lang saß er gestern auf dem schwarzen, warmen Beckenrand und sonnte sich. Heute allerdings war es ihm offenbar zu kühl (uns auch!), und zum Sonnen fehlte die Sonne.
Deshalb hat er es vorgezogen abzutauchen (oder hat er sich an Land ein geschütztes Plätzchen gesucht?).  Hoffentlich wird es bald wieder wärmer! Aber leider sieht es nicht danach aus. Laut Wettervorhersage wird sich die Sonne in der morgen beginnenden Woche nur sporadisch zeigen, und es wird wohl ziemlich kühl bleiben.

Während wir hoffen, dass der unschöne Beckenrand unseres Mini-Teiches
bald eingewachsen und nicht mehr zu sehen ist,  scheint es "unserem"  
Frosch sehr zu gefallen, dass der Beckenrand aus schwarzem Kunststoff ist,
der sich in der Sonne ordentlich aufheizt.

Samstag, 3. Mai 2014

Weißes Wunder

In der Vase hält der schöne Flieder leider nicht lange.
Früher als sonst hat der Flieder schon Ende April begonnen, seine Blüten zu öffnen. Der verschwenderische Duft erinnert an den von Hyazinthen, manchen macht er Kopfschmerzen, ich versenke mich gern  in ihn hinein. Wir selbst haben auch Flieder im Garten, aber ich schneide so gut wie nie auch nur einen Zweig ab. So kraftvoll er aussieht, in der Vase macht der schöne Blüher meist schon nach ein paar Tagen schlapp. All die Tricks, wie die Zweigenden mit den Hammer zu bearbeiten oder kurz in kochendes Wasser zu tunken, finde ich ziemlich gewalttätig, die Blätter zu entfernen, ist allerdings hilfreich, möchte man sich etwas länger an den Blüten erfreuen. Trotzdem habe ich mich heute über den großen Strauß gefreut, sein Duft begleitet mich beim Schreiben dieser Zeilen. Wenn er verblüht ist, dann kann ich ja wieder in den Garten gehen und direkt am Strauch schnuppern, denn dort ist die Fliederblüte noch längst nicht vorbei!


Freitag, 2. Mai 2014

Geliebter Bücherturm

Der Bücherstapel auf dem Nachttisch wird immer höher.
Lesen, lesen, lesen: Sichtbarer Ausdruck meiner Leidenschaft ist der Bücherstapel auf meinem Nachttisch, der langsam bedrohliche Höhe annimmt und mit dem schiefen Turm von Pisa einige Ähnlichkeit aufweist. Der wilde Stapel ist allerdings weniger das Ergebnis meines etwas unterentwickelten Ordnungssinns, sondern zeigt doch eher, dass nicht jedes Buch zu jeder Stimmung und zu jedem Müdigkeitszustand passt, dass manches gern ein zweites und drittes Mal gelesen werden möchte, ein anderes Nachschlagewerk ist, ein drittes leicht zu lessende Nachtlektüre, ein viertes eher für einen noch ziemlich wachen Verstand. So bediene ich mich nach Lust und Laune, habe gleichzeitig immer mehrere Buchbegleiter, bis sie ordentlich ins Regal umziehen, um dann – wer weiß – bei nächster Gelegenheit wieder ein Baustein in meinem Bücherstapel zu werden ...

Donnerstag, 1. Mai 2014

Die Geometrie – ein weites Feld


Die Geometrie ist, wie man hier sehr schön sehen kann, ein weites Feld. Wie mit dem Lineal gezogen sind die Wälle auf diesem Acker am Rand unseres Dorfes. Unter den Wällen wachsen die berühmten Heidekartoffeln. Noch lugt kein Blatt aus der Erde, aber das wird sich schnell ändern. Kartoffeln werden angehäufelt – so heißt das Aufpflügen der Wälle –, damit die Knollen nicht Tageslicht abbekommen, grün werden und das giftige Solanin bilden.