Mittwoch, 30. April 2014

Siebenpunkt trifft Vierzehnpunkt

Zwei Marienkäfer, der eine rot mit sieben Punkten, der andere gelb mit 14 Punkten,
auf einem Blatt unseres Johannisbeerstrauchs. Eine Etage tiefer hängen die Früchte,
für die sich die Käfer allerdings nicht interessieren.
Heute habe ich bei uns im Garten die Begegnung zweier Vertreter zweier unterschiedlicher Arten derselben Familie fotografiert. Auf einem Blatt des Johannisbeerstrauchs entdeckte ich einen roten Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) und einen gelben Vierzehnpunkt-Marienkäfer (Propylea quatuordecimpunctata). Die beiden Käfer haben es offenbar auf die Blattläuse abgesehen, die sich gerne auf den Beerensträuchern tummeln.

Dienstag, 29. April 2014

Rührei ohne Ei

Schnelles, leckeres Abendessen (oder ein herzhaftes
Frühstück): Rührtofu mit geröstetem Roggenbrot.
Da wir dienstags erst spät zum Abendessen kommen, gibt es meist irgendetwas, was sich schnell und ohne großen Aufwand zubereiten lässt. Heute habe ich uns mal wieder Rührtofu serviert – ein Klassiker der veganen Küche und eine wunderbare Alternative zu Rührei.
Anders als bei Rührei muss bei Rührtofu niemand ein schlechtes Gewissen haben. Für dieses Essen werden keine Tiere gequält, und gesünder ist es allemal. Der als Tofu bekannte Sojabohnenquark ist ein hochwertiger pflanzlicher Eiweißlieferant. Und da die Sojabohnen für Bio-Tofu fast ausschließlich in Europa, vorwiegend in Frankreich und Österreich angebaut werden, läuft die unsinnige Behauptung mancher  Zeitgenossen, wir Veganer würden dazu beitragen, dass immer mehr Regenwald abgeholzt wird, um Platz zu schaffen für den großflächigen Sojabohnenanbau, ins Leere.
Für Rührtofu für zwei Personen zum Sattessen brauchen wir:
• 400 g Bio-Tofu (gibt's in fast jedem Supermarkt für 1,79 Euro)
• 200 g braune Champignons
• etwa zehn Bio-Datteltomaten
• 50 g vegane Margerine aus umgehärteten Pflanzenfetten
• 3 Esslöffel Sojasauce
• 2 Esslöffel Hefeflocken
• 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
• 1/2 Teelöffel Rosen-Paprikapulver in Bio-Qualität
• 1 Bund Bio-Schnittlauch (vorzugsweise aus dem eigenen Garten)
• frisch geriebener Pfeffer

Zunächst brate ich in einer gusseisernen Pfanne in der geschmolzenen Margerine die Champignons kurz an. Derweil gebe ich den Tofu in eine Schüssel und zerbrösele ihn mit den Händen. Der zerbröselte Tofu kommt zu den Champignons und wird ebenfalls angebraten. Bevor er braun wird, lösche ich ihn mit der Sojasauce ab, nachdem ich zuvor die Hefeflocken über Tofu und Champignons gestreut habe. Nun gebe ich die halbierten Datteltomaten hinzu, und rühre den Pfanneninhalt mehrmals um. Jetzt fehlen nur noch die Gewürze und der Schnittlauch, der ganz zum Schluss dazugegeben wird.
Zum leckeren Rührtofu, mit dem sich übrigens auch Nicht-Veganer begeistern  lassen – reiche ich geröstetes Roggenmischbrot.

Montag, 28. April 2014

Ein Honigtopf, so groß wie ein Feld

Der berauschende Duft des blühenden Rapses zieht mich geradezu magnetisch an.
Dieser Duft! Bevor ich manchmal die blühenden Rapsfelder sehe, rieche ich sie schon. Ein riesengroßer Honigtopf, der da mitten in der Landschaft geöffnet steht. Die gelben Felder scheinen mir in diesem Jahr wieder häufiger zu sein, aber das kann täuschen, vielleicht haben sie vorher einfach etwas weiter abseits der Straßen und Wege geblüht, wer weiß?
Schön sind sie allemal, ihr Geruch ist berauschend, ein bisschen wie Flieder, und Rapshonig hat ihn natürlich verinnerlicht. Über den Feldern scheint die Sonne und flirren die Insekten. Honigbienen entedecke ich nicht, aber Schwebfliegen und andere Fliegetiere, deren Namen ich nicht kenne, aber die genauso magisch angezogen werden wie ich.
Bald ist der Blütenzauber vorbei, auch die Blütenblätter der Äpfel beginnen schon, sich zu lösen. Während der Raps schon einige Zeit gelb leuchtet, steht die große Kastanie erst jetzt in Blüte: ein von Hummeln umschwirrter Traum in Weiß. Ihr Duft kommt nicht ganz so honigsüß dahergeweht, aber dafür werden die Linden auf der anderen Straßenseite sorgen, aber deren Zeit ist noch nicht gekommen ...

Sonntag, 27. April 2014

Frühreife Früchtchen

Vier exotische Beerensträucher, deren ursprüngliche Heimat die russische Halbinsel Kamtschatka in Ostasien ist, bereichern seit heute unseren Garten.
Die Früchte haben schon fast ihre endgültige
Größe, müssen jetzt nur noch blau werden.

Heute haben wir wieder den ganzen Tag lang im Garten gearbeitet, und das war eine wirklich schöne und zufriedenstellende Sontagsbeschäftigung, zumal wir diesmal nicht nur etwas säten, sondern auch pflanzten: vier schöne, kräftige Exemplare der Lonicera kamtschatica, die ich vor einigen Tagen bei einer auf diesen Beerenstrauch spezialisierte Gärtnerei bestellt hatte. Die Heimat dieser Pflanze ist, wie der Name schon verrät, Kamtschatka. Dort, auf der zu Russland gehörenden, größten Halbinsel Ostasiens, gedeiht die Kamtschatkabeere in rauem Klima und trotzt im Winter Temperaturen von bis zu minus 40 Grad.
In Sibirien heißt die Kamtschatkabeere Gimolost. Hier in Deutschland ist sie auch unter den Bezeichnungen Maibeere, Honigbeere und Sibirische Blaubeere bekannt. Tatsächlich sehen ihre frühreifen Früchte, die schon im Mai (deshalb Maibeere) geerntet werden können, unseren heimischen Blaubeeren ähnlich, allerdings sind sie nicht rund, sondern je nach Sorte walzen-, ei-, oder birnenförmig und deutlich größer.
Die Beeren sollen sehr lecker schmecken, außerdem enthalten sie Vitamine, organische Säuren, Jod, Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen und andere wichtige Stoffe.
Damit wir die Beerensträucher schon in diesem Frühjahr beernten können, habe ich mich für dreijährige Pflanzen entschieden, die bereits Früchte angesetzt haben. Der Gärtner, bei dem ich sie bestellt habe, ist gebürtiger Russe und kennt die Beeren seit seiner Kindheit.
Wir können es kaum erwarten, die frühreifen Früchtchen zu probieren.

Samstag, 26. April 2014

Unterm Apfelbaum

Stundenlang kann der Vier ein Sonnenbad unterm Apfelbaum 
nehmen  – braun wird er (zum Glück) trotzdem nicht.
Bei so einem Wetter wie heute würde ich am liebsten den ganzen Tag in der Sonne liegen – so wie der Vierer, einer unser Parson-Russell-Terrier. Doch im Gegensatz zum Vierer, der im Gras unter dem Apfelbaum namens Celler Dickstiel döst, kann (oder will) ich nicht einfach vor der Arbeit, die um mich herum im Garten und auf dem Hof wartet, die Augen verschließen, obgleich ich mir heute ernsthaft Mühe gegeben habe. Immerhin ist es zweimal für ein Viertelstündchen gelungen. Aber auch die Arbeit hat Spaß gemacht. Ich habe mal wieder ein paar morsche oder von den Pferden umgeknickte Zaunpfähle an den Weiden ersetzt.
Am späten Nachmittag sah es dann ganz danach aus, als würde es gleich ein heftiges Gewitter geben. Doch die Gewitterwolken zogen über uns hinweg, und dann war es wieder schön und wir hatten einen herrlichen Sonnenuntergang.

Freitag, 25. April 2014

Der erste Maikäfer

Der erste Maikäfer dieses Jahres – herzlich willkommen!
Noch hat der Mai nicht begonnen, aber die Maikäfer fliegen und krabbeln schon. "Was ist denn das?" wunderte sich Marion heute Abend und strich sich durch die Haare – und hatte es in der Hand, das kleine Käfertier. Anhand des Hinterteils lässt es sich bestimmen. Es gibt nämlich in Europa drei Arten. Hier handelt es sich offenbar um ein Männchen des Feldmaikäfers (Melolontha melolontha).
Bis aus dem frisch geschlüpften Engerling ein ausgewachsener, geschlechtsreifer Käfer geworden ist, vergehen vier Jahre, die der Engerling in der Erde verbringt. Nach der Metamorphose zum Käfer lebt das Tier dann nur noch vier bis sieben Wochen, was eigentlich ein bisschen traurig ist.

Donnerstag, 24. April 2014

Orgie in Grün und Gelb

Wenn der Löwenzahn blüht, ist der Frühling am schönsten, finde ich.
Ja, der Duft der Rapsfelder, der des Flieders und überall diese Orgien von Grün. Zwei Pflanzen bringen beides für mich perfekt zusammen: der Raps und Löwenzahn. Ihre gelben Blüten überschütten Felder oder Wiesen. Einen Augenblick darf ich schwelgen, denn der viele Löwenzahn auf den Wiesen ist nur bedingt ein gutes Zeichen, zeugt er doch von vielen Nähstoffen, genauer gessagt Stickstoff im Boden. Wo es viel Stickstoff gibt, wächst das Gras wie verrückt, eben auch der Löwenzahn, aber all die schöne Wiesenvielfalt mit Heidenelke, Wiesenschaumkraut oder Kukuckslichtnelke, die verschwindet, wird erdrückt von so viel Grün.
Trotzdem ist der Löwenzahn eine wunderbare Pflanze. Die Blätter, frisch geerntet, sind ein gut schmeckender Salat, der schon anfängt zu wachsen, wenn sich sonst im Garten noch gar nichts tut. Auch die Blüten sind gut zu verwenden. Man nehme:
300 Gramm Löwenzahnblüten, zwei Liter Wasser und zwei Kilo Zucker (von dem 500 Gramm für einen malzigeren Geschmack gegen Rohrzucker ausgetauscht werden kann), dazu drei bis fünf geachtelte Zitronen. Die Blüten werden über Nacht in Wasser eingeweicht, am nächsten Morgen dann aufgekocht und abgeseiht. Zitronen und Zucker hinzugeben und eine Stunde köcheln lassen. Die Zitronen werden jetzt herausgefischt, der Sirup kann in sterile Gläser umgefüllt werden. Wer das Ganze noch zwei weitere Stunden eindicken lässt, erhält einen dickflüssigen und leckeren Brotaufstrich. Das Rezept entstammt dem Buch "Alles aus Wildpflanzen" von Coco Burckhardt aus dem Ulmer Verlag, das auch sonst sehr zu empfehlen ist.