Mittwoch, 14. Mai 2014

Es ist überstanden!

Mit der kalten Sophie enden morgen die Eisheiligen,
und dann wird es endlich wärmer.
Am morgen geht's aufwärts, zumindest mit der Temperatur. Die Eisheiligen enden mit der kalten Sophie. Die ungemütliche, nasskalte Zeit dürfte also vorerst überstanden sein.
"Die kalte Sophie macht alles hie", besagt eine alte Bauernregel. Hie kommt aus dem Bayrischen und bedeutet soviel wie hin oder kaputt. Der Bauernregel zufolge ist im Frühling erst nach dem 15. Mai mit stabiler, milder Wetterlage zu rechnen.
Die kalte Sophie kommt nicht selten frostig daher. In diesem Jahr ist sie erfreulicherweise etwas gnädiger gestimmt. An ihrem Namenstag soll die Temperatur zumindest bei uns in der Region auf 17 Grad klettern. In der Nach ist es allerdings mit vier Grad noch ziemlich kalt, sodass unsere Sophie vorsorglich einen Schal umgebunden hat.
Nach einem kleinen Kälteeinbruch am Sonntag soll die Temperatur laut Wetterprognose bis Mitte nächster Woche auf sommerliche 26 Grad klettern, und das sind sich ganz gute Aussichten ...

Dienstag, 13. Mai 2014

Hoch hinaus mit dem Haus huckepack

Auf einem Fliederblatt in etwa zwei Meter Höhe entdeckten wir heute diese kleine Schnecke.
Wir könnten zehnmal am Tag die gleiche Runde durch den Garten gehen, und dennoch würden wir immer wieder etwas Neues, Interessantes, Spannendes entdecken. Man muss nur genau hinschauen ...
Heute sahen wir zum Beispiel eine kleine Schnecke auf einem der Blätter unseres Flieders im Vorgarten sitzen. Das ist eigentlich nichts Besonderes, aber wenn man bedenkt, dass sich das Blatt, auf dem die Schnecke saß, in etwa zwei Meter Höhe befand und dass die Schnecke da irgendwie – im typischen Schneckentempo und mit ihrem Haus huckepack – heraufgekommen sein muss, ist es schon ziemlich faszinierend, und aus der banalen Begebenheit wird ein bewundernswerte Höchstleistung.

Montag, 12. Mai 2014

Durchgeweicht, aber zufrieden ...

Die ersten Radieschen gucken schon aus der Erde.
Inkas Frisur hat unter dem
Regen gelitten, ihre gute
Laune jedoch nicht.
Abenteuerliche Anfahrt zum Museumsdorf Hösseringen durch tiefe Schlaglöcher und ebensolche Pfützen. Hatten wir uns zu Beginn des Gartenprojektes noch gefragt, wer die frisch keimenden Radieschen oder den Spinat begießt, so mussten wir uns bislang darum noch keine Sorgen machen. Oder kaum Sorgen machen, denn nicht nur die Pflänzchen werden regelmäßig von immer neuen Schauern begossen, auch die Gärtnerinnen, die zum Unkrautzupfen-Einsatz angereist waren.
Inka ließ sich durch das miese Wetter zum Turbotempo antreiben, zusammen waren wir in rekordverdächtigem Tempo fertig, hatten in zwei Stunden Kartoffeln und Spinat entkrautet, einen weiteren Kartoffelacker ins Reine gebracht und konnten zwar ziemlich durchgeweicht, aber zufrieden angesichts  des getanen Werkes die Weiterreise antreten.

Der Spinat sieht schon gut aus. Vor allem jetzt, nachdem das Unkraut zwischen den Reihen gejätet ist.
Die Petersilie kann sich ebenfalls sehen lassen.
Der Spinat sieht supertoll aus, ist eigentlich schon erntereif, und auch Inkas erste Geschmacksprobe an einem dicken Radieschen fiel positiv aus. "Hhm, richtig scharf." Und kein Wurm drin, was uns als Veganerinnen besonders freut. Die Vorarbeit auf den Beeten, die doch ziemlich zugekrautet waren, war offensichtlich vorbildlich, zwar gab es einiges zu tun, aber richtiger, verzottelter Wildwuchs sieht anders aus. Ein paar der Borretschpflanzen, die einfach so gekeimt hatten, habe ich in unseren Garten mitgenommen, außerdem eine hübsche Beinwellpflanze. Inspiriert von unserem heutigen Garteneinsatz und dem Blick aufs Wetter der nächsten Tage habe ich heute Nacht im Taschenlampengefunzel noch schnell Bohnen gelegt. Der Boden ist schön nass, sodass die  sich gut vollsaugen können und am Freitag bekommen wir Sonne satt und 18 Grad, wenn denn die Vorhersage stimmt. Ideale Bedingungen also zum Keimen, sonnig soll es danach weitgehen.
Demnächst werden wir wohl wieder ins Museumsdorf fahren: Die Erbsen benötigen Reiser als Rankhilfen, Bohnen wollen auch dort gelegt werden und Stroh für die Erdbeeren müssen wir bis dahin auch noch besorgen ...

Groß und kräftig: Der Salbei hat den milden Winter gut überstanden, sodass er durchaus jetzt ein paar Blätter für einen  Tee erübrigen kann.

Sonntag, 11. Mai 2014

Der rote Heinz

Noch ist der rote Heinz ein Grüner: Erst im Spätsommer
wird er (hoffentlich) seinem Namen alle Ehre machen.
Wer, bitte, ist der rote Heinz? Nein, kein Alt-68er, der vorzugsweise links wählt. Als ich bei einer Gärtnereieröffnung am Wochenende das Schild Roter Heinz entdeckte, klingelte es bei mir. Ich meinte mich erinnern zu können, dass es sich um eine ältere deutsche Tomatensorte handelt. Mehr wusste ich nicht, aber genug, um das Tomatenpflänzchen zu kaufen. Der Rote Heinz steht jetzt vorn im Arbeitszimmer am Fenster, ins Frühbeet passt er wegen des langen Anbindestabs nicht. Mittlerweile habe ich nachgelesen und staunend erfahren, dass der Rote Heinz reichtragend, sehr aromatisch und ziemlich platzfest ist. In der Gärtnerei Thunhorst in Hannover ist er über Jahre hinweg immer wieder angebaut worden, Samen wurden gesammelt, bis aus der 08/15-Stabtomate eine geworden ist, die sich im hannoverschen Klima bewährt hat, lecker schmeckt und gute Ernte bringt.
Die Gärtnerei ist längst geschlossen. Der Sohn hat vor einigen Jahren die letzten Samen, die sein Vater schon hütete und selbst nach der Schließung der Gärtnerei noch privat zog, an den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) übergeben, wo er seither weiter vermehrt wird. Und nicht nur dort, wie mein Pflanzenkauf vom Wochenende zeigt. Jetzt bin ich gespannt, ob der Rote Heinz auch hier, etwas weiter östlich von Hannover, eine gute Figur macht. Klar, Samen werde ich auch wieder sammeln, um diese bewährte Familiensorte am Leben zu erhalten.

Samstag, 10. Mai 2014

Das hat sich gelohnt!

Na, da freut sich aber jemand über die vielen kleinen Geschenke, die wir vom
Einkauf im Landhanel mitgebracht haben.
Wie fast jeden Sonnabend waren wir auch heute Vormittag beim Landhandel, um Pferdefutter zu besorgen. Diesmal hat sich der Weg dorthin richtig gelohnt. Der Raiffeisenmarkt hatte seinen Eingang von der Ostseite des Gebäudes auf die Südseite verlegt. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht, damit die Mitarbeiter, die an der Kasse neben dem Eingang sitzen, einen schönen, sonnigen Arbeitsplatz bekommen? Wie auch immer, für die Genossenschaft war die Neueröffnung nach dem kleinen Umbau ein Grund zum Feiern. Neben der obligatorischen Bier- und Bratwurst-Bude draußen auf dem Parkplatz gab es drinnen im Markt viele schöne Geschenke für die Pferde-, Katzen- und Hundehalter unter den Kunden. Somit hätten wir eigentlich gleich mit drei prall gefüllten Überraschungstüten aus dem Laden gehen können. Aber das kam uns dann doch zu unverschämt vor, und außerdem war nur der Inhalt der Pferdetüte fleischfrei. Die Tütel enthielt außer zahlreichen Futtermittelproben auch eine hochwertige Pferdebürste. Der große Messbecher fürs Pferdefutter passte gar nicht mehr in die Tüte hinein.
An der Kasse bekamen wir dann noch ein Paket Grill- und Ofenanzünder geschenkt, und als es ans Bezahlen ging, legte uns der Raiffeisen-Mitarbeiter drei Würfel auf den Kassentisch. Wir sollten Prozente würfeln. Von drei bis 18 Prozent reichte die Spanne. Marion versuchte ihr Glück und würfelte eine Fünf und zwei Einsen. Naja, immerhin sieben Prozent.
"Das ist ja wie Geburtstag und Weihnachten zusammen", freute sich Marion, als wir, nachdem wir unsere drei Pferdefuttersäcke auf die Pickup-Ladefläche gewuchtet hatten, unsere Geschenke auf der Rückbank verstauten.
Auch zu Hause war die Freude groß. Als wir das Auto entluden, standen die Pferde schon erwartungsvoll am Zaun ihres Paddocks. Sie wussten offenbar ganz genau, dass die vielen kleinen Beutel allerlei Leckereien für sie enthalten.

Freitag, 9. Mai 2014

Pastelltulpen

Ist sie nicht schön, diese Tulpe?
Tulpen zählen nicht unbedingt zu unseren Lieblingsblumen. Irgendwie sind sie uns meistens zu knallig, zu aufdringlich. Wir mögen es lieber etwas dezenter. Aber seit wir die Viridiflora-Tulpe Greenland im Garten haben, also erst seit diesem Jahr, sind wir in unserem Urteil, was Tulpen betrifft, nicht mehr so streng. Als diese Tulpen ihre großen Blütenköpfe in den zartesten Pastelltönen öffneten, waren wir sogleich hin und weg. Es war gewissermaßen Liebe auf den ersten Blick. Wir müssen im Herbst unbedingt noch weitere Tulpenzwiebeln dieser Sorte bei uns im Vorgarten in der Erde versenken!

Große Blütenköpfe in zarten Pastellfarben in unserem Vorgarten.

Nun doch: Mieses Regenwetter!

Der nächtliche Kontrollgang in den Garten hat sich
gelohnt: Eine Nackschnecke sitzt in den kleinen
Petersilienpflänzchen. Für zwei kommt jede Rettung
zu spät, die anderen haben noch eine Chance.
Nahtlos kann ich heute an meinen Beitrag von gestern anknüpfen. Mein "Geschwätz" von gestern kümmert mich schon noch, hat nichts von seiner Wahrheit verloren, aber ist eben nur die halbe Wahrheit. Dass das "Unkraut", also Wildkräuter, die in meinen Augen am falschen Platz wachsen, ebenso wie das Weidegras gut gedeihen, ist nur ein Teilaspekt, der wirklich kaum ins Gewicht fällt. Aber da ist noch jemand anderes, der es feucht und nicht so kalt liebt: Schnecken und schlimmer noch – Nacktschnecken.
"Ich mache jetzt meinen Kontrollgang", kündige ich Inka an. Und die guckt etwas irritiert. Traue ich ihr etwa nicht zu, dass sie die Tierchen vorbildlich versorgt, Stalltüren geschlossen und auch sonst alles getan hat, was es abends bei uns auf dem Hof zu tun gibt? Nein, darum geht es nicht. "Schnecken", schiebe ich als Begründung nach, denn gestern habe ich noch spät in der Nacht ins bis dahin kriechtiersichere Frühbeet geschaut. Eigentlich wollte ich nur gucken, ob alles wächst und ob ich wieder gießen muss, bis ich vier mittelgroße braune Nacktschnecken entdeckte, die gezielt auf die Mini-Petersilie zusteuern. Ich nehme die Tierchen mit, sammle noch fünf weitere von der Indianernessel ab, finde weitere vier Tierchen zwischen Zuckerschoten und Radieschen sowie eine in den Erdbeeren. Mit der Hand voller Schnecken gehe ich hinüber auf unser "wildes Grundstück", wo sie keinen Schaden anrichten können, aber bestimmt genug zu fressen finden. Hinterher habe ich Mühe, den zähen Schleim von meinen Fingern abzuwaschen, aber trotz der Lücken im gesäten Gemüse: zerstückeln, mit Salz überstreuen und was es der Abscheulichkeiten mehr gibt, die kommen nicht in Frage. Die Schnecken wollen, was wir auch machen – essen. Daran ist nichts Verwerfliches.
Die schöne grüne Raupe an der Kletterrose habe ich sitzenlassen, die Pflanze ist groß genug, diesen Fraß zu überleben. Und die Raupen von unserem kleinsten Apfelbaum, die habe ich, soweit sie fassbar waren, an einen großen Apfelbaumnachbarn versetzt. Der Natur ins Handwerk zu pfuschen, ist eine heikle Angelegenheit, aber ich versuche, es so behutsam wie möglich zu machen. Ob mir das gelingt, ich hoffe es, weil ich letztendlich auch nicht weiß, wie es den Schnecken nebenan ergeht.