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Noch ist der rote Heinz ein Grüner: Erst im Spätsommer wird er (hoffentlich) seinem Namen alle Ehre machen. |
Wer, bitte, ist der rote Heinz? Nein, kein Alt-68er, der vorzugsweise links wählt. Als ich bei einer Gärtnereieröffnung am Wochenende das Schild
Roter Heinz entdeckte, klingelte es bei mir. Ich meinte mich erinnern zu können, dass es sich um eine ältere deutsche Tomatensorte handelt. Mehr wusste ich nicht, aber genug, um das Tomatenpflänzchen zu kaufen. Der
Rote Heinz steht jetzt vorn im Arbeitszimmer am Fenster, ins Frühbeet passt er wegen des langen Anbindestabs nicht. Mittlerweile habe ich nachgelesen und staunend erfahren, dass der
Rote Heinz reichtragend, sehr aromatisch und ziemlich platzfest ist. In der Gärtnerei Thunhorst in Hannover ist er über Jahre hinweg immer wieder angebaut worden, Samen wurden gesammelt, bis aus der 08/15-Stabtomate eine geworden ist, die sich im hannoverschen Klima bewährt hat, lecker schmeckt und gute Ernte bringt.
Die Gärtnerei ist längst geschlossen. Der Sohn hat vor einigen Jahren die letzten Samen, die sein Vater schon hütete und selbst nach der Schließung der Gärtnerei noch privat zog, an den Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) übergeben, wo er seither weiter vermehrt wird. Und nicht nur dort, wie mein Pflanzenkauf vom Wochenende zeigt. Jetzt bin ich gespannt, ob der
Rote Heinz auch hier, etwas weiter östlich von Hannover, eine gute Figur macht. Klar, Samen werde ich auch wieder sammeln, um diese bewährte Familiensorte am Leben zu erhalten.
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