Sonntag, 8. März 2015

Kiste(n) ohne Boden

Inka richtet die Palettenrahmen aus, die wir zweckentfremdet als Hochbeet nutzen werden.
Die Hände tun noch weh vom Unkrautzupfen gestern, und ein bisschen Muskelkater zwackt hier und da, als Inka eine Idee für ein neues Projekt hat. Am Nachmittag, die Sonne scheint aufs Schönste, schlägt sie kurzentschlossen vor: "Wir könnten doch mal die beiden Hochbeete aufstellen."
Die vier beweglich mit Metallbeschlägen verbundenen Holzrahmen – es handelt sich um Palettenrahmen, die aufeinandergestapelt als Riesenkisten für den Transport landwirtschaftlicher Güter, aber auch für Schrauben und Werkzeug benutzt werden – sind bestens dafür geeignet. Noch dazu haben wir sie gleich in der Nähe günstig gebraucht gekauft. Mit ungefähr einem Quadratmeter Fläche und 60 Zentimetern Höhe, wenn zwei Rahmen übereinandergestellt werden, haben sie eine angenehme Größe.
Als unterste Schicht gebe ich klein geschnittene Äste und trockene Blütenstängel vom Vorjahr in die Hochbeete ein.
Bislang hatten wir noch nie ein  Hochbeet, dabei müsste es bei uns, da wir nicht so guten Boden haben, doch eigentlich ideal sein. Wir wollen es ausprobieren. Aber bis zur hoffentlich "gigantischen Ernte", liegt viel Arbeit vor uns.
Die Rahmen sind schnell aufeinandergestellt, aber erst einmal mussten wir die vorgesehene Fläche von Unkraut säubern und dann all das Material heranholen, um die Pflanzkisten zu füllen: massenhaft kleingeschnittene Äste und trockene Blütenstängel, altes Heu vermischt mit etwas Ziegenmist, Schubkarre um Schubkarre komplett verrotteten Pferdemistes, der nun aussieht und riecht wie dunkler Waldboden, feinkrümeliger Mutterboden.
Inka stöhnt und holt eine Ladung Erde nach der nächsten. Unglaublich, wie viel in diese beiden Kisten hineinpasst. Ein Fass ohne Boden ist nichts dagegen. Mir ist ein Rätsel, woher jemand mit einem Winzig-Grundstück oder einem Stadtbalkon diese Mengen zusammenbekommen soll. Gartenerde in dieser Menge kaufen zu müssen, würde ein Vermögen kosten. 
Wir sind jetzt mit 16 Euro je Frühbeet dabei, einen Rest Unkrautvlies zum Unterlegen hatte ich noch im Gärtnerschuppen. Jetzt kommt es auf unser gärtnerisches Geschick an. Fürs Erste freuen wir uns über unser Werk.

Etliche Schubkarren später: Die fertig befüllten Hochbeete.

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