Donnerstag, 19. März 2015

Wie die Blues Brothers - bestens vorbereitet

Im Hinblick auf einen möglichen Blackout haben wir uns gut bevorratet,
und auch die Hund Katzen müssen nicht verhungern.
Die Blues Brothers waren damals für ihr bevorstehendes Abenteuer – eine wilde Verfolgungsjagd – bestens gerüstet. Wie hieß es in dem Film doch so schön: "Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen."Für den morgigen Tag ist die Entfernung nach Chicago zwar eher nebensächlich, auf die Zigaretten kann man notfalls auch verzichten, aber Sonnenbrillen braucht man unbedingt um morgen Augenzeuge der partiellen Sonnenfinsternis in Deutschland zu sein. Wobei normale Sonnenbrillen, das sei hier betont, nicht genügend Schutz für den direkten Blick in die Sonne bieten. Noch unverzichtbarer aber ist der volle Tank, denn ganz sicher kann sich niemand sein, dass die minutenkurze "Nacht" mitten am Tag nicht einen Stromausfall zur Folge haben wird. Und ohne Strom funktioniert auch keine Zapfsäule.
Grund für die Blackout-Gefahr sind die vielen Solaranlagen, die mittlerweile auf deutschen Dächern Strom produzieren. An einem sonnigen Tag wäre es so, als würden sie von eben auf jetzt abgeschaltet und nach wenigen Minuten wieder angeschaltet. Ihre Kraft entspricht in Deutschland 19 Atomkraftwerken. Das muss man wissen, um abschätzen zu können, dass ihr Potenzial mittlerweile ausreichen könnte, um die Netzstabilität ernsthaft ins Wanken bringen zu können. Die Energieexperten im Land sprechen von einem "Stresstest" für unser Stromnetz.
Um 9.30 Uhr beginnt das Himmelsspektakel. Der Mond schiebt sich zwischen Erde und Mond, sein Schatten bringt uns Dämmerung und Nacht im Schnelldurchlauf. Was das für unsere Stromversorgung bedeutet, können die Experten bislang nur rechnerisch simulieren. Fakt ist, dass Netzbetreiber und örtliche Energieversorger sich seit Monaten europaweit auf das Szenario vorbereiten, Schulungen stattfanden und zusätzliche Mitarbeiter abgestellt wurden, um die Feinabstimmung des Netzes bewerkstelligen zu können.
Seitdem ich das Buch "Blackout" gelesen haben, worüber ich am 1. Oktober vergangenen Jahres geschrieben habe, bin ich natürlich Spezialistin in allem, was komplette Stromausfälle betrifft. Eine meiner Arbeitskolleginnen – von ihr hatte ich den Buchtipp – ebenso. "Ich muss jetzt noch Batterien für mein Radio kaufen", verkündete sie, bevor sie sich in den Feierabend verabschiedete. Fragende Blicke rundum, nur bei mir nicht. Der Akku für unser Radio ist aufgeladen, das Auto ist – Blues Brothers sei dank - voll getankt, Hunde- und Katzenfutter habe ich für zwei Wochen eingekauft, ebenso Spezialfutter für die Pferdchen. Heute Abend kamen noch Kartoffeln und Bananen hinzu, Holzbriketts für den Ofen hatte ich bereits morgens besorgt. (Trink-)Wasser gibt es notfalls aus dem Bach auf der anderen Seite unseres Grundstücks. Toilettenpapier haben wir ebenfalls, dazu Streichhölzer und eine volle Gasflasche für den Herd, Kerzen sowieso.
Eine andere Kollegin wird hektisch und schreibt sich ihre Einkaufsliste für den Abend auf: Kerzen, Batterien, Toilettenpapier, feuchte Kosmetiktücher, Mineralwasser, Konserven, Bargeld und voller Autotank.
Morgen Mittag wird der Spuk vorbei sein, bestimmt wird der Strom nicht ausfallen. Und wenn doch?

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