Mittwoch, 29. Januar 2014

Reiche Rendite von der "Samenbank"

Anzuchttopfherstellung unter erschwer-
ten Bedingungen: Foxy stützt sich auf
meinem Arm ab.
Ich mag die Finanznachrichten in den Tageszeitungen. Nicht, weil ich mich sonderlich für das Auf und Ab der Börsennotierungen interessieren würde, sondern weil diese Seiten voller Zahlen und Kurven überwiegend schwarzweiß sind. Beste Voraussetzungen für ein Recycling, das auf der "Samenbank" reichlich Rendite bringt.
Die Zeitungsseiten sind der Rohstoff für selbstgemachte Anzuchttöpfchen. Ein paar Euro muss man in den Maschinenpark investieren, sprich in Buchenholzpresse und passendes Unterteil, aber dies ist eine Anschaffung, die sich wirklich lohnt und praktisch "unkaputtbar" ist, und schließlich sind auch die üblichen Torftöpfchen für die Blumen- und Gemüseanzucht im Zimmergewächshaus ziemlich teuer. Mal abgesehen davon, dass Torf aus Naturschutzgründen ohnehin nicht das beste Material für den umweltbewussten Gärtner ist.
Wie manchmal auf dem Finanzmarkt lautet auch das Motto für die Herstellung der Anzuchttöpfchen "antizyklisch zu denken", sprich, dann tätig zu werden, wenn der Aktienkurs im Keller oder draußen eine Handbreit hoch der Schnee liegt. Statt zu Stricknadeln und Wolle zu greifen, suche ich Finanzseiten, Schere und Blumentopfpresse zusammen. Aus einer großen Zeitungsseite (doppellagig) lassen sich genau sechs Töpfchen, ideal zum Ziehen von Chili, Tomaten oder empfindlichen Sommerblumen, herstellen.
Mithilfe der Topfpresse aus Buchenholz ist der Anzucht-
topf im Handumdrehen fertig.
Das Papier wird um den Holzkern gewickelt. Am Boden wird das Papierröllchen dann einfach um die Presse herum eingefaltet, auf das Unterteil gedrückt und fertig ist das Töpfchen. Es hält ohne Klebstoff oder andere Hilfsmittel zusammen. Ich habe ausgezeichnete Erfahrungen mit den Papiertöpfchen gemacht. Um es den Pflänzchen zu erleichtern, sich später in einem größeren Topf oder direkt im Gartenbeet einzuwurzeln, kann man vor dem Einpflanzen den Topfboden einfach entfernen, ansonsten haben die Wurzeln aber auch so kein Problem, das Papier zu durchdringen.
Was für Torftöpfchen gilt, gilt auch für Papiertöpfchen Marke Eigenbau: Im Zimmergewächshaus dürfen sie wegen der Schimmelgefahr nicht zu dicht aneinandergerückt werden.
Gerade im Bereich des Gartenzubehörs gibt es unendlich viel unnützen Schnickschnack zu kaufen, aber die Mini-Blumentopfpresse gehört zu den Erfindungen, die einfach, aber sinnvoll sind – zumindest für Zeitungsleser, sonst gibt es ein Rohstoffproblem.

Zuerst wird das Papier um das Holz gewickelt, dann der Boden gefaltet und in das
Holzunterteil gepresst. Das war's!
Die Töpfchen halten ganz ohne Klebstoff zusammen und werden von den Jungpflänzchen leicht durchwurzelt.



1 Kommentar:

  1. Liebe Marion,
    die Rendite wird sich bei dieser Anlage lohnen.
    LG Sophie

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