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| Nein, auch wenn es so aussieht: Dies ist kein Herbstbild, sondern ein aktuelles von heute. |
Na nu? Auf einmal ist wieder Herbst im Garten, das Foto, obwohl heute gemacht, sieht aus, als müsste es schon Wochen alt sein. Ich könnte mich herausreden, warum ich bis jetzt nicht zum Laubharken gekommen bin, aber ehrlich gesagt, war ich froh, dass mein Rosenbeet bis jetzt noch unter einer Blätterdecke schlummerte. Falls es noch einmal richtig kalt wird, so dachte ich mir, kann etwas Schutz nicht schaden, außerdem erwärmt sich abgedeckter Boden nicht so schnell wie dunkle Erde, so wollte ich zusätzlich ein bisschen auf die Bremse treten, und das ohnehin allzu frühe Wachstum nicht zusätzlich befeuern.
Heute ist es mir dann aber doch zu bunt, oder besser gesagt, zu braun geworden. Außerdem sind für morgen Schauer angesagt. Regen können wir dringend gebrauchen, zu schade, wenn die Tropfen nachher auf dem trockenen Laub verdunsten und niemals den Boden erreichen würden. Also war Laubharken angesagt. Die Bedeutung des Mulchens für den naturnahen Gartenbau ist längst erkannt, wäre es nicht so, dann hätte ich diese Methode des Liegen-Lassens und Boden-Fütterns heute erfinden müssen. Obwohl das Frühjahr so trocken war, unter der Laubdecke entdeckte ich dunkle, krümelige Erde, selbst noch in einigen Zentimetern Tiefe deutlich feucht. Das Leben drängt nach oben: Tulpenblätter mit aufgespießtem Laubhut, Quecke, die ich beim herbstlichen Entkrauten übersehen habe, eine kleine Kirsche, die gerade keimt, ein Marienkäfer, Regenwürmer, die sich vor meinen Händen davonmachen. Es riecht nach Waldboden.
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| Frühlingshaft-herbstliches Stillleben mit Tulpen und Kastanienlaub. |
Nicht nur mit dem Laubharken bin ich spät dran, erst recht mit dem Setzen der letzten Herbstblumenzwiebeln, die ich in einer dunklen Schublade schlicht vergessen habe. Fünf Zierlauchzwiebeln und die kleinen Puschkinien. Unten schauten schon die kleinen Wurzeln hervor, oben grüne Spitzen, aber ich bin eigentlich zuversichtlich, dass diese viel zu späte Neupflanzung trotzdem noch in Gang kommt, ein ordentlicher Guss aus der Gießkanne, das muss reichen, damit die Wurzeln schnell Halt finden und die dringend benötigten Nährstoffe zum Weiterwachsen aufnehmen können. Meine lieben Verbündeten im Untergrund, die Regenwürmer, haben ihre Arbeit jedenfalls erledigt und für beste Startvoraussetzungen gesorgt. Danke dafür!
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