Mittwoch, 5. Februar 2014

Feine Gesellschaft beim Zähneputzen

Prima Klima: Die Kamelie fühlt sich im Badezimmer
am wohlsten.
Ich mag Blumen, die im Winter blühen. In dieser Zeit ist es auch egal, ob sie einen Nutzen für Hummeln oder Bienen haben, denn die sind in dieser Zeit ohnehin nicht unterwegs. Deshalb habe ich eine ganz kleine Kamelien-Sammlung. Nichts Besonderes, sondern einfach nur ein Lichtblick in dunklen Monaten. Ihre Blüten sehen so steif und distinguiert aus, gleichzeitig sehr edel und fein, ein bisschen wie aus Porzellan – und sie halten ewig. Manche Blüte sieht über zwei Wochen herrlich aus.
Den Sommer über verbringen die Pflanzen draußen im Halbschatten der Kastanie, wenn der Frost kommt, dann kommen sie ins Haus. Das ist immer ein heikler Zeitpunkt, wie Azaleen werfen auch Kamelien gern ihre Blätter und Blüten ab, wenn ihnen der abrupte Ortswechsel nicht passt oder im Verlauf des Jahres etwas gründlich schiefgegangen ist (zu kalt, zu nass, zu trocken), dann können sie nachtragend sein. Deshalb bin ich nach etlichen Versuchen froh, endlich das ihnen zusagende Winterquartier gefunden zu haben. Die "Contessa Lavinia Maggi" und ihre Freundinnen lieben unser Badezimmer. Wir können förmlich sehen, wie sie sich im Duschdunst recken und strecken, Blütenblätter entfalten und trotz wenig Lichts wunderbare dunkelgrüne Blätter haben, die glänzen wie lackiert. Ich weiß nicht, ob sie jedes Badezimmer mögen würden, unseres ist zwar feucht-warm am Vormittag, dann lausig kalt (Fenster geöffnet), dann höchstens lauwarm, jedenfalls kein "Rund-um-die-Uhr-30-Grad-Tropenparadies".
So kommt es, dass wir mit lauter adligen Damen das Badezimmer teilen. So beginnt jeder Tag mit gewissem gesellschaftlichen Niveau, selbst beim Zähneputzen...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen