Samstag, 18. Juli 2015

Mein erstes glutenfreies Brot

Lockere Krume und knusprige Kruste – ganz
ohne Klebereiweiß.
Seit Tausenden von Jahren zählt er zu unseren Grundnahrungsmitteln,  aber jetzt ist er in Verruf geraten, der Weizen. Das liegt vor allem an seinem Glutengehalt. Der ist in den vergangenen Jahrzehnten durch Züchtung immer weiter erhöht worden, sodass immer Menschen überempfindlich darauf reagieren. Neben der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), einer Autoimmunkrankheit, von der glücklicherweise vergleichsweise wenige Menschen betroffen sind, gibt es noch die viel weiter verbreitete Glutensensitivität  und die Weizenallergie. Besonders die Glutensensitivität  ist weit verbreitet, nur wissen viele Betroffene gar nicht, dass Gluten die Ursache ihrer chronischen Verdauungsbeschwerden oder ihres "Reizdarm" ist. Jeder sollte einmal das Experiment machen, für einige Zeit glutenhaltige Lebensmittel zu meiden, um herauszufinden, ob eine Glutensensitivität vorliegt. In vielen Fällen reicht es schon, den Konsum von Brot und Brötchen, die Weizenmehl enthalten, stark einzuschränken, um eine Linderung der Beschwerden zu erreichen.
Auch ich habe das Experiment gemacht und festgestellt, dass ich mich den ganzen Tag lang wohler und aktiver fühle, wenn ich morgens zum Frühstück kein glutenhaltiges Brot gegessen habe. Und deshalb werde ich auch weiterhin darauf verzichten. Statt Weizen, Roggen und Dinkel backe ich mein Brot jetzt glutenfrei mit Reis, Hirse, Buchweizen und Quinoa.
Ich muss gestehen, dass ich vor dem glutenfreien Brotbacken ein wenig Bammel hatte. Die Rezepte für glutenfreie Brote, die ich im Netz gefunden habe, waren mir zu kompliziert und hatten eine viel zu lange Zutatenliste. Es muss doch auch einfacher gehen, sagte ich mir – und probierte es einfach aus. Ich gab 250 Gramm Naturreis, 150 Gramm Buchweizen und 100 Gramm Hirse (alle Zutaten aus Bio-Anbau) in die Getreidemühle. Meinem frisch gemahlenen Mehl fügte ich noch zwei gestrichene Teelöffel Salz, ein Tütchen Trockenhefe und als Bindemittel einen Teelöffel Johannisbrotkernmehl zu. Mit einem kräftigen Schuss Olivenöl und 450 ml lauwarmen Wasser rührte ich den Teig an und ließ ihn abgedeckt knapp zwei Stunden an einem warmen, zugfreien Ort ruhen. Anschließend füllte ich den Teig in eine gefettete Kastenform und bestreute ihn mit Maisgrieß (ergibt eine schöne, knusprige Kruste). In den vorgeheizten Backofen (200 Grad) stellte ich neben die Backform eine kleine Schale mit kochendem Wasser (damit der Teig beim Backen nicht so stark austrocknet). Nach einer Stunde holte ich mein erstes glutenfreies und selbstvertsändlich veganes Brot aus dem Ofen.
Ich aß es gestern Abend als Ciabatta-Ersatz zum Abendessen und heute morgen getoastet zum Frühstück (so schmeckt es mir am besten – sehr lecker!).
Mein zweites Brot werde ich noch etwas verfeinern: Ich werde etwas weniger Wasser und dafür etwas mehr Fett (vegane Margerine) zum Mehl geben. Außerdem werde ich nur 200 Gramm Reis nehmen und stattdessen 50 Gramm Quinoa hinzufügen. Darüber hinaus werde ich vielleicht einige Sonnenblumenkerne und zwei Esslöffel Leinsamen unter den Teig heben.

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